Waldmannshofen (Creglingen)

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Waldmannshofen
Wappen von Waldmannshofen
Koordinaten: 49° 31′ 52″ N, 10° 4′ 1″ O
Einwohner: 197 (31. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Februar 1972
Postleitzahl: 97993
Vorwahl: 09335
Waldmannshofen
Waldmannshofen

Waldmannshofen ist ein Stadtteil von Creglingen im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. In Waldmannshofen leben 284 Einwohnern. Davon wohnen 66 Einwohner in Sechselbach, welches zu Waldmannshofen gehört.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten der Wohnplätze auf der Gemarkung von Waldmannshofen: OSM

Waldmannshofen liegt in einem Drei-Länder-Eck, Hohenlohe-Franken, Unterfranken und Mittelfranken. Der Ort liegt etwa zehn Kilometer entfernt von Creglingen im nordöstlichen Zipfel von Baden-Württemberg, zentral zwischen Würzburg (35 km), Rothenburg ob der Tauber (30 km) und Bad Mergentheim (30 km). Zur Gemarkung der ehemaligen Gemeinde Waldmannshofen gehört das Dorf Waldmannshofen () und der Weiler Sechselbach ().

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

807 wurde Waldmannshofen erstmals in einer Urkunde erwähnt, in einem Tauschvertrag von Gütern von Kaiser Karl dem Großen und Bischof Eigilward von Würzburg. Zu den Besitzern des Dorfes gehörten im Lauf der Jahrhunderte die Schenken von Limpurg und die Hohenlohe-Brauneck. Seit dem 14. Jahrhundert war Waldmannshofen ein Rittergut der Truchsesse von Baldersheim, später der Herren von Rosenberg.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis etwa 1640 gehörte der Ort der Herren von Rosenberg, dann der Grafen von Hatzfeld. Die autonome Ritterherrschaft zählte zum Ritterkanton Odenwald der reichsfrei-unmittelbaren Ritterschaft in Franken. 1805 wurde der Ort bayerisch, 1810 württembergisch. Am 1. Februar 1972 wurde Waldmannshofen in die Stadt Creglingen eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung von Waldmannshofen und den umgebenden Wohnplätzen auf dessen Gemarkung entwickelte sich wie folgt:

Jahr Gesamt
1961 450[4]
1970 412[5]
2016 264[6]

Am 31. Dezember 2016 lebten auf der Gemarkung des Creglinger Stadtteils Waldmannshofen 264 Menschen. Diese verteilten sich auf die folgenden Wohnplätze: Waldmannshofen (197 Einwohner) mit Sechselbach (67 Einwohner).[1]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verwendete zeitweise ein Siegel, das drei Laubbäume auf einem Boden zeigte.[7] 1968 erhielt Waldmannshofen ein offizielles Wappen mit der Blasonierung In Gold ein liegender roter Maueranker. Das Wappen und die Flaggenfarben Rot-Gelb wurden am 3. April 1968 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.[8]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Waldmannshofen umfasst den Stadtteil Waldmannshofen (ohne Sechselbach) der Stadt Creglingen. Kirchlich war der Ort zunächst Filiale von Lipprichhausen, bevor er 1327 eigene Pfarrei wurde. Die Kirche gehörte der jeweiligen Ortsherrschaft. Die heutige Kirche wurde 1780 neu erbaut. Dabei wurde der frühgotische Ostturm beibehalten. Das evangelische Pfarramt Waldmannshofen betreut auch die evangelische Kirchengemeinde Sechselbach.

Die Katholiken gehören heute kirchlich zu Creglingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg und Schloss Waldmannshofen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist das Renaissance-Schloss von 1544 mit dem Feuerwehrmuseum, ursprünglich ein Wasserschloss. Ein Vorgängerbau, dessen Ursprünge in der Stauferzeit vermutet werden, ging 1523 in der Auseinandersetzung mit dem Schwäbischen Bund in Flammen auf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Waldmannshofen. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 85 (Digitalisat).
  • Martin Hahn, Jürgen Obmann, Barbara Pfundt-Tittelbach: Der Fasanengarten von Waldmannshofen. Eine Gartenanlage des 17. Jahrhunderts im Dornröschenschlaf. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. 35. Jg. 2006, Heft 3, S. 129–133. (PDF; 9,2 MB)
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 406–407 (Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
  • Gottfried Stieber: Waldmannshofen. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 893–894 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Waldmannshofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stadt Creglingen: Zahlen, Daten und Fakten in der Übersicht. Online unter www.creglingen.de. Abgerufen am 5. Januar 2020.
  2. Zahlen, Creglingen: Daten und Fakten in der Übersicht (abgerufen am 28. Oktober 2013)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 453.
  4. Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 6. Juni 1961 (Gemeindeverzeichnis)
  5. Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 27. Mai 1970 (Gemeindeverzeichnis)
  6. Fortgeschriebene Daten der Stadt Creglingen anhand der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 (Zensus)
  7. Loßnitzer, Gfrörer: Siegel der Städte und Gemeinden des Landkreises Mergentheim. S. 159.
  8. Gemeinsames Amtsblatt … des Landes Baden-Württemberg. 1968, S. 399.