Walentyna Schewtschenko (Politikerin)

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Walentyna Semeniwna Schewtschenko (ukrainisch Валенти́на Семе́нівна Шевче́нко, * 12. März 1935 in Krywyj Rih, Oblast Dnipropetrowsk, Ukrainische SSR),[1] ist eine ehemalige ukrainische Politikerin. Sie war die einzige weibliche Präsidiumsvorsitzende des Obersten Sowjets der Ukrainischen SSR.[2][3]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walentyna Semeniwna Schewtschenko wurde am 12. März 1935 in Krywyj Rih geboren.[1] Sie schloss ihr Studium an der Taras-Schewtschenko-Universität in Kiew ab. Von 1954 bis 1957 arbeitete sie als Geografie-Lehrerin. Von 1957 bis 1962 war sie Sekretärin der Komsomol in Krywyj Rih. Von 1969 bis 1972 war sie die stellvertretende Bildungsministerin der Ukrainischen SSR. Von 1972 bis 1975 war sie die Präsidiumsvorsitzende der „Ukrainischen Gesellschaft für Freundschaft und kulturelle Beziehungen mit ausländischen Ländern.“ Von 1975 bis 1985 war sie die stellvertretende Präsidiumsvorsitzende des Obersten Sowjets der Ukrainischen SSR. Von 1985 bis 1990 war sie die Präsidumsvorsitzende des Obersten Sowjets[1] und damit die erste und einzige Frau, die dieses Amt jemals innehatte.[2][3] In dieser Zeit war sie auch Mitglied des Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion.[1] Sie wurde nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl eine der ersten politischen Führungspersonen, denen ein „Verbrechen gegen das sowjetische Volk“ vorgeworfen wurde. Sechs Jahre nach der Katastrophe begann die Generalstaatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen sie.[3] Im Jahr 1989 lehnte sie es ab, die Oppositionspartei „Volksbewegung der Ukraine“ zu verbieten.[4] Sie trat ein Jahr später freiwillig von ihrem Amt zurück. Damit war sie das einzige Parlamentsoberhaupt in der Geschichte des Obersten Sowjets der Ukraine, das sein Amt freiwillig niederlegte.[5] In den 1990er Jahren wurde sie zur Ehrenvorsitzenden des Nationalfonds „Ukrainische Kinder“ ernannt.[4]

Schewtschenko wurde durch einen Beschluss des Kiewer Stadtrates am 25. Mai 2005 zur Ehrenbürgerin der Stadt ernannt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Валентина Шевченко: ""Рубцы на сердце остались". pr.ua. 11. November 2005. Abgerufen am 1. September 2014.
  2. a b Валентина Шевченко: «Среди людей и для людей». (Memento vom 24. März 2008 im Internet Archive) Zerkalo Nedeli. 18. März 2005. Abgerufen am 1. September 2014.
  3. a b c ВАЛЕНТИНА ШЕВЧЕНКО: "СО СЦЕНЫ МУЗЫКАЛЬНОГО ТЕАТРА В ОСЛО ЗВУЧАЛ МОЦАРТ, А У МЕНЯ ИЗ ГОЛОВЫ НЕ ВЫХОДИЛА ШУБА - КАК МНЕ ЕЕ ВЕРНУТ, ЕСЛИ НОМЕРОК НЕ ДАЛИ?". (Memento vom 11. September 2009 im Internet Archive) facts.kiev.ua. 4. August 2005. Abgerufen am 1. September 2014.
  4. a b Валентина Семёновна Шевченко: биография. people.su. Abgerufen am 1. September 2014.
  5. ВАЛЕНТИНА ШЕВЧЕНКО: "Я ЗНАЛА, ЧТО МЕНЯ СЧИТАЛИ ЛЮБОВНИЦЕЙ ВЛАДИМИРА ЩЕРБИЦКОГО. НО ДАЖЕ ТЕ, КТО РАСПУСКАЛ ЭТИ СЛУХИ, ПОНИМАЛИ: ЭТО НЕПРАВДА". (Memento vom 11. September 2009 im Internet Archive) facts.kiev.ua. 29. Dezember 2006. Abgerufen am 1. September 2014.
  6. Почесні громадяни міста Києва. kmr.gov.ua. Abgerufen am 1. September 2014.