Walkabout

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Walkabout (Begriffsklärung) aufgeführt.

Mit Walkabout bezeichnet man im weiteren Sinne das Umherziehen eines Aborigine auf den australischen Songlines. Im engeren Sinne ist es ein Initiationsritus[1] für dreizehnjährige Aborigines, die den Weg ihrer Songline erstmals gehen.

Nach der Darstellung von Bruce Chatwin in dem Roman „Traumpfade" geht es den Aborigines dabei darum, die Übereinstimmung ihres Traumpfadliedes mit dem Traumpfad zu erleben. Das bedeutet, dass er die Übereinstimmung der Wirklichkeit der Natur mit dem Abbild, das er von ihr in seinem Liede hat, erfährt.

Für den Aborigine, der als Nomade lebt, ist dieses Umherziehen der normale Lebensvorgang. Für den Aborigine, der zur Sesshaftigkeit übergeht, ist es eine Tätigkeit, in der er seine Identität bewahrt, insofern er das, was seine Ahnen immer getan haben, wieder aufnimmt.

Veränderungen in der Natur bedeuten für die Aborigines Heimatverlust, insofern der gesamte Traumpfad für sie Heimat ist. Dabei ist Heimat in der Bedeutung, die es für einen in der heutigen Zivilisation hat, eine abgeschwächte Form dessen, was der Aborigine bei den heiligen Stätten seines Traumpfades empfindet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Initiation der Aborigines vgl. u.a. Baldwin Spencer, Francis James Gillen: Initiation ceremonies. In: Diess.: The Native Tribes of Central Australia. Dover Publ., London 1969, S. 212–270 (unveränderter Nachdr. d. Ausg. London 1899)