Walkenried

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Walkenried
Walkenried
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Walkenried hervorgehoben
Koordinaten: 51° 35′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Höhe: 275 m ü. NHN
Fläche: 20,97 km²
Einwohner: 4537 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 216 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 37445 (Walkenried), 37447 (Wieda),
37449 (Zorge)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 05525 (Walkenried), 05586 (Wieda, Zorge)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ, OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 59 036
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 17
37445 Walkenried
Webpräsenz: www.rathaus.walkenried.de
Bürgermeister: Dieter Haberlandt
Lage der Gemeinde Walkenried im Landkreis Göttingen
Staufenberg Hann. Münden Scheden Bühren Niemetal Jühnde Dransfeld Adelebsen Friedland Rosdorf Göttingen Bovenden Gleichen Landolfshausen Seulingen Waake Seeburg Ebergötzen Duderstadt Obernfeld Rollshausen Rüdershausen Rhumspringe Wollershausen Gieboldehausen Wollbrandshausen Bodensee Krebeck Walkenried Bad Sachsa Bad Lauterberg im Harz Herzberg am Harz Herzberg am Harz Herzberg am Harz Hattorf am Harz Hattorf am Harz Wulften am Harz Elbingerode Hörden am Harz Osterode am Harz Bad Grund (Harz) Harz (Landkreis Göttingen) Harz (Landkreis Göttingen) Harz (Landkreis Göttingen) Landkreis Goslar Landkreis Northeim Landkreis Northeim Hessen Thüringen Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Walkenried ist eine Einheitsgemeinde im deutschen Bundesland Niedersachsen am Rande des Südharzes im Landkreis Göttingen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walkenried liegt an der Wieda. Bis zur Wiedervereinigung befand sich Walkenried unmittelbar an der innerdeutschen Grenze, die südlich und östlich der Gemeinde verlief. Walkenried ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Walkenried gehören folgende Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl am 31. Dezember 2015):

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walkenried wurde im Jahr 1085 erstmals erwähnt. Historischer Mittelpunkt ist das 1127 von Zisterziensern errichtete Kloster Walkenried. Die ursprünglich bewaldete Walkenrieder Sumpflandschaft wurde ab dem 12. Jahrhundert durch die Mönche des Klosters in eine reichhaltige Teichlandschaft mit einem fruchtbaren Ackerland umgewandelt. 365 Teiche wurden von den Mönchen angelegt, um der Überlieferung nach für jeden Tag des Jahres einen Teich zum Abfischen zur Verfügung zu haben. Heute sind allerdings nur 50 davon nachweisbar. Alle Teiche befinden sich im NaturschutzgebietPriorteich/Sachsenstein“. Einige Teiche werden heute durch den örtlichen Sportfischereiverein bewirtschaftet.

Für den Braunschweiger Herzog August Wilhelm wurde von 1725 bis 1730 aus Abbruchsteinen des Klosters durch Landesbaumeister Hermann Korb ein Jagdschloss südlich des Klostergeländes errichtet. Die festen Mauern, welche den Garten des Schlosses im Süden und Westen umfassen, stammen noch aus der Zeit, als sich vor dem Schlossbau das klösterliche Gestüt Wildenhof dort befand. Das erhalten gebliebene Jagdschloss Walkenried ist heute in Privatbesitz und wird als Hotelpension genutzt.

Jagdschloss Walkenried

Deutschlandweit bekannt wurde der Ort nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich hier zwischen Ellrich und Walkenried auf der sogenannten Südharzstrecke einer der bedeutendsten Eisenbahn-Grenzübergänge zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone befand.

Zur Entwicklung des Postwesens in Walkenried siehe: Postroute Braunschweig-Blankenburg

Am 1. November 2016 schlossen sich die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Walkenried Zorge, Wieda und Walkenried zur Einheitsgemeinde Walkenried zusammen, die Samtgemeinde Walkenried wurde aufgelöst.[2] Mit dem Zusammenschluss der Landkreise Osterode am Harz und Göttingen am selben Tag gehört diese Gemeinde zum Landkreis Göttingen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit rund 56 % gehört die Mehrzahl der Einwohner der evangelisch-lutherischen Kirche an, 10 % sind katholisch, und rund 34 % gehören keiner dieser beiden Konfessionen an (Volkszählung in der Europäischen Union 2011).

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Walkenried gehört zur Propstei Bad Harzburg. Der Kapitelsaal des ehemaligen Zisterzienserklosters wird seit 1570 für evangelische Gottesdienste benutzt.

Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche wurde 1960 erbaut. Nach 1945 bildete sich in Walkenried eine katholische Kirchengemeinde, die bis zur Errichtung der Kirche ihre Gottesdienste im Kapitelsaal des ehemaligen Klosters feierte. Heute ist die Heilig-Kreuz-Kirche eine Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Benno in Bad Lauterberg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2016[3]
Wahlbeteiligung: 56,85 % (2011: 60,31 %)
 %
40
30
20
10
0
34,37 %
30,39 %
11,33 %
10,29 %
8,71 %
2,20 %
1,89 %
0,83 %
n. k.
BVZd
Blaug
Beikirchh
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
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-10
-12
-14
-0,67 %p
-12,10 %p
+11,33 %p
-1,38 %p
+8,71 %p
-1,45 %p
-2,74 %p
+0,83 %p
-2,52 %p
BVZd
Blaug
Beikirchh
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Bürgerliste Walkenried und Südharz
d Bürgerverein Zorge
g Einzelbewerber Steffen Blau
h Einzelbewerber Kurt-Rainer Beikirch

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich nach der Kommunalwahl am 11. September 2016 ab November aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen (Veränderung zur Samtgemeinderatswahl 2011). Als Vergleichswert für Gewinne und Verluste der Parteien wird die Wahl zum Samtgemeinderat 2011 herangezogen.

  • SPD: 5 Sitze (±0)
  • CDU: 4 Sitze (−2)
  • Bürgerliste Walkenried und Südharz: 2 Sitze (+2)
  • Bürgerverein Zorge: 2 Sitze (±0)
  • AfD: 1 Sitz (+1)
  • Einzelbewerber Steffen Blau: 0 Sitze (−1)

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einem Gemeinderat, der für die gesamte Einheitsgemeinde Walkenried zuständig sein wird, wurde auch ein Ortsrat gewählt, der politische Aufgaben des gleichnamigen Ortsteils Walkenried wahrnehmen wird. Als Vergleichswert für Gewinne und Verluste der Parteien wird die Wahl zum Gemeinderat von Walkenried 2011 herangezogen.

Ortsratswahl 2016[4]
Wahlbeteiligung: 58,75 % (2011: 57,6 %)
 %
40
30
20
10
0
37,69 %
30,39 %
25,33 %
4,31 %
2,28 %
n. k.
Blaud
Beikirche
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 30
 25
 20
 15
 10
   5
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-15
-20
-25
+0,31 %p
-20,20 %p
+25,33 %p
-6,30 %p
+2,28 %p
-1,43 %p
Blaud
Beikirche
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Bürgerliste Walkenried und Südharz
d Einzelbewerber Steffen Blau
e Einzelbewerber Kurt-Rainer Beikirch

Der Ortsrat setzt sich nach der Kommunalwahl am 11. September 2016 ab November aus fünf (2011: 13) Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • SPD: 2 Sitze (−3)
  • CDU: 2 Sitze (−5)
  • Bürgerliste Walkenried und Südharz: 1 Sitz (+1)
  • Einzelbewerber Steffen Blau: 0 Sitze (−1)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit November 2015 ist Andreas Viehweger der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Walkenried. Mit der Umwandlung der Samtgemeinde Walkenried in die Einheitsgemeinde wurde die Wahl eines neuen, nunmehr hauptamtlichen Bürgermeisters am 11. September 2016 notwendig. Als einziger Bewerber kam Dieter Haberlandt auf 69,2 % der Stimmen.

Bisherige Amtsinhaber

  • bis 2007: Günter Domeyer (SPD)
  • 2007–2011: Monika Prier (SPD)
  • 2011–2015: Herbert Miche (CDU)
  • 2015–2016: Andreas Viehweger (CDU)
  • 2016–: Dieter Haberlandt

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torhaus des ehemaligen Zisterzienserklosters
Priorteich westlich von Walkenried
  • Die kulturhistorische Teichlandschaft ist für Wanderer erschlossen.
  • Das ehemalige Zisterzienserkloster Walkenried aus dem 12. Jahrhundert wurde umfangreich saniert und kann besichtigt werden. Im Kreuzgang finden jeden Sommer die Walkenrieder Klosterkonzerte statt.
  • Walkenried liegt im Südharzer Gipskarst-Gebiet und weist einige geologische Besonderheiten auf, darunter die in Deutschland einmaligen „Zwerglöcher“, Gips-Quellungshöhlen, die sich während der Umwandlung von Anhydrit in Gips durch Aufwölbung bilden.[5] Unweit des Ortes befinden sich die Naturschutzgebiete „Gipskarstlandschaft Bad Sachsa und Walkenried“ und „Priorteich/Sachsenstein“[6]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Walkenried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Walkenried in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Walkenried, Landkreis Osterode am Harz vom 17. Februar 2016. In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 2/2016 vom 25. Februar 2016, S. 36
  3. Webseite der Kommunalen Dienste Göttingen, abgerufen am 13. September 2016
  4. Webseite der Kommunalen Dienste Göttingen, abgerufen am 13. September 2016
  5. Matthias Reimann, Firouz Vladi: Zur Entwicklung der sog. Zwergenkirche am Sachsenstein bei Walkenried, Landkreis Osterode am Harz, Niedersachsen und vergleichende Beobachtungen zur rezenten Entstehung von Quellungshöhlen in einem aufgelassenen Gipssteinbruch bei Dingwall, Nova Scotia, Kanada. In: Mitteilungen des Verbandes der Höhlen- und Karstforscher, Ausgabe 49 (3), München 2003.
  6. Naturschutzgebiet „Priorteich/Sachsenstein“. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, abgerufen am 23. August 2011.