Walkenrieder Kreuzgangkonzerte

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Kloster Walkenried – Doppelschiffiger Kreuzgang heute Konzertsaal im UNESCO-Welterbe (2010)

Die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte sind seit 1983 das jährliche Musikfestival des Klosters Walkenried im niedersächsischen Landkreis Göttingen.

Der Veranstaltungsort Kloster Walkenried gehört seit 2010 zum UNESCO-Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft.[1]

Vorarbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1980 begannen umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen im Kloster Walkenried, wobei der bis dahin offene Kreuzgang seine Bleiglasfenster bekommen hat. Durch den Einbau einer Warmluft-Fußbodenheizung im doppelten Kreuzgang[2] konnte dieser Bereich des Klosters erstmals, ganzjährig, kulturell genutzt werden.

Diese Baumaßnahmen unter der Regie des damaligen Oberkreisdirektors Friedrich-Karl Böttcher, der den Wiederaufbau bis zu seinem Ruhestand 1999 begleitete, legten den Grundstein für die Kreuzgangkonzerte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte wurden 1983 ins Leben gerufen. Aus drei Klassik Konzerten in der ersten Saison wurde ein Musikfestival mit regelmäßig bis zu 20 Veranstaltungen. In den letzten Jahren sind neben der Vielfalt an Konzerten auch Literaturlesungen mit und ohne Musikbegleitung dazugekommen. Das Genre umfasst heute Klassik, Salonmusik, Gospel, Folk, Swing, Jazz, A cappella und Popmusik.

Kloster Walkenried – Kreuzgarten

Die anspruchsvolle Saison beginnt im Mai und endet im Dezember. Im Laufe eines Jahres werden monatlich zwei bis vier Veranstaltungen im doppelten Kreuzgang des Klosters Walkenried und im Sommer auch im Kreuzgarten angeboten. Pro Saison besuchen bis zu 5.000 Zuhörer die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte.

Intendant war in den Jahren 1999 bis 2014 Friedrich-Karl Böttcher. Ab 2015 haben der Landkreis Osterode am Harz als Träger und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz als Eigentümer der Klosteranlage einem Beirat die Intendanz der Konzerte übertragen. Zum Künstlerischen Leiter der Walkenrieder Kreuzgangkonzerte wurde Thomas Krause berufen.[3]

Kloster Walkenried – Kapitelsaal

Die 32. Kreuzgangkonzerte brachten einige Neuerungen bei den Veranstaltungen. So wurden 2015 erstmals angeboten, eine Konzert-Meditation, ein Nachmittagskonzert um 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen, ein Konzert im Kapitelsaal des Klosters, sowie ein Wandelkonzert mit Buffet.

Erstmals 2015 veranstalteten die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte gemeinsam mit dem ZisterzienserMuseum und den Central-Lichtspielen Herzberg am Harz das KINO IM KLOSTER – OpenAir im Kreuzgarten. Gezeigt wurde der Kultfilm Der Name der Rose verbunden mit einer Themenführung zu den Orten die auch im Film eine Rolle spielen.

Der Veranstaltungsort Kloster Walkenried gehört seit 2010 zum UNESCO-Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft.[1]

Kloster Walkenried bietet Gastronomie (Kloster Café).[4]

Künstler (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte werden seit ihrem Bestehen gestaltet von hochkarätigen Künstlern und Persönlichkeiten, wie unter anderen:

Abegg Trio, Hermann Prey, Margaret Price, Thomas Quasthoff, Ludwig Güttler, Alban Berg Quartett, Pepe Romero, Norbert Blüm, Göttinger Symphonie Orchester, Gerhard Schöne, Thekla Carola Wied, Götz Alsmann, Dieter Bellmann, Main-Barockorchester Frankfurt, Elke Heidenreich, Captain Cook und seine singenden Saxophone, Henryk Böhm (Bariton) und Gerrit Zitterbart, Bachorchester des Gewandhauses zu Leipzig, Jochen Kowalski und Junges Barockorchester Berlin, Philharmonic Brass Dresden, Giora Feidman und Gitanes Blondes, Qntal, Ulrike Kriener und Gudrun Haag (Harfe), Bläsersolisten der Staatskapelle Berlin, Vokalensemble VocaMe, Ralf Bauer und Emil Rovner (Violoncello), Mitteldeutsche Kammerphilharmonie, Ensemble Frauenkirche mit Matthias Grünert,

Ensemble Amarcord, Denis Wittberg (Sänger) und seine Schellack-Solisten, Staatsorchester Braunschweig in Barockbesetzung, Dresdner Kapellsolisten, Pater Anselm Grün mit Hans-Jürgen Hufeisen und Oskar Göpfert, Felix Klieser und Michael Schäfer, Andreas Hartmann mit dem Thüringer-Salonquintett, David Orlowsky Trio, Jörg Faßmann mit Lenka Matějáková und Cornelia Osterwald "Barocktrio Dresden-Leipzig", Chursächsische Capelle Leipzig, Staatsorchester Braunschweig in großen Besetzung, Viva Voce, New York Polyphony (Vokalmusik aus Mittelalter und Renaissance), Los Romeros, Anne Schoenen und Band "Die SCHOENEN", Günther Maria Halmer und Jörg Fuhrländer (Akkordeon), Bolero Berlin – Berliner Philharmoniker einmal anders, Wilhelm Bruns mit dem Parforcehorn-Ensemble "Les Amazones",

Mitteldeutsches Kammerorchester, Ulrich Pleitgen, Figurentheater Gingganz, Bremer Kaffeehaus-Orchester, Schola Gregoriana Pragensis (Prag) und buddhistische Mönche der Tendai-Schule "Gjosan-rjù" (Japan), Gregor Gysi und Friedrich Schorlemmer, Loh-Orchester Sondershausen, Bernd Kaftan (Schauspieler) und Michael Schäfer (Klavier), Giora Feidman und Rastrelli Cello Quartett, Basta (A-cappella-Gruppe), Rapalje (Celtic Folk Music), Gunter Schoß (Sprecher) und Frank Fröhlich (Gitarre), Erzgebirgsensemble Aue, Salonorchester Cappuccino, Capellchor Halle der Ev. Hochschule für Kirchenmusik mit dem Bach-Consort, Gitanes Blondes, Sky du Mont, Frank Vitzhum (Countertenor) und Julian Behr (Laute), Till Brönner und Dieter Ilg, Thomanerchor Leipzig, MozART group, Stefan Gwildis,

Gamain (Celtic Folk Music), Christian Funke (Violine) und Stefan Altner (Orgel), Klenke-Quartett, Anne Schierack (Gesang) und Frank Fröhlich (Gitarre), Vokalensemble Niniwe, Brass-Band Federspiel, Peter Hahne, Avi Avital und Aydar Gaynullin, Staatsorchester Braunschweig mit Salomo Schweizer, Volker Heißmann und Pavel Sandorf Quartett, Bläsersolisten des Gewandhausorchesters zu Leipzig, Giora Feidman mit Enrique Ugarte und Torsten Münchow, GSO mit Niklas Liepe, Paul Maar und Capella Antiqua Bambergensis, Tine Thing Helseth und Ensemble "tenThing", Moskauer Kathedralchor, Gismo Graf Trio, Ensemble International, Andrea Sawatzki, Canadian Brass, Christoph Grohmann[5]. Andreas Englisch,

[6]


Viele der hier oben genannten Künstler und Persönlichkeiten kommen schon seit Jahren immer wieder zu einem Gastspiel ins Kloster Walkenried.

Kino im Kloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Sommer 2015 gibt es das KINO IM KLOSTER – OpenAir im Kreuzgarten. Gezeigt wurden im Kloster Walkenried folgende Filme:

CD-Einspielungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die herausragende Akustik im doppelschiffigen Kreuzgang wurde auch schon für CD-Einspielungen genutzt.

Trägerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte sind seit 1983 eine Veranstaltungsreihe des Landkreises Osterode am Harz in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Kloster Walkenried. Alle Veranstaltungen werden nur durch die Eintrittsgelder und Sponsoren getragen. Öffentliche Mittel fließen dafür nicht.

2015 hat die Eigentümerin der Liegenschaft Kloster Walkenried, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK), die Trägerschaft für die Kreuzgangkonzerte vom Landkreis Osterode am Harz[9] übernommen.

Die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte werden vom Landschaftsverband Südniedersachsen gefördert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Oberharzer Wasserwirtschaft ist Weltkulturerbe Deutsche UNESCO-Kommission e. V. (August 2010)
  2. Walkenried in Gemälden: Der doppelte Kreuzgang
  3. Jahrzehnte für das Kloster gewirkt – Festakt für den scheidenden Intendanten Friedrich-Karl Böttcher. Beirat unterstützt künftig Gestaltung der Kreuzgangkonzerte. (Harz Kurier, 3. Dezember 2014)
  4. KlosterCafé Walkenried
  5. Sonderkonzert im Kapitelsaal
  6. Image Concert GmbH / Herzberg am Harz
  7. Gewandhaus-Bläserquintett
  8. Konzert Live-Aufnahme vom 26. Juni 1998 im Kloster Walkenried
  9. Der Landkreis Osterode am Harz fusionierte am 1. November 2016 mit dem damaligen Landkreis Göttingen zum neuen Landkreis Göttingen mit Göttingen als Kreisstadt.

Koordinaten: 51° 34′ 59″ N, 10° 37′ 9″ O