Wallburg Gellinghausen

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Wallburg Gellinghausen
Borchen - 2017-09-11 - Wallburg Gellinghausen (11).jpg
Alternativname(n): Hünenburg
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Eine der besterhaltenen Anlagen ihrer Art in Westfalen
Ort: Borchen-Etteln
Geographische Lage 51° 38′ 18,6″ N, 8° 44′ 10,6″ OKoordinaten: 51° 38′ 18,6″ N, 8° 44′ 10,6″ O
Wallburg Gellinghausen (Nordrhein-Westfalen)
Wallburg Gellinghausen

Die Wallburg Gellinghausen ist eine Spornburg (Wallburganlage) auf einem Geländesporn am Ostrand der Paderborner Hochfläche über dem Altenautal bei Etteln in Nordrhein-Westfalen. Sie wird auch "Hünenburg" genannt.

Die Wallburg gilt als eine der besterhaltenen Anlagen ihrer Art in Westfalen. An einigen Stellen kann man Trockenmauerwerk erkennen. Grabungen hatten mit Mörtel gefertigte Torbefestigungen zum Befund. Ungewöhnlich ist die Dauer der Nutzung der Anlage. Da bei dieser Anlage verschiedene Schichten übereinander liegen, lassen sich die einzelnen Bauphasen nur schwer datieren. Man geht davon aus, dass sie als Schutzburg verschiedener Gruppen in verschiedenen Entwicklungsphasen zwischen ca. 700 v. Chr. bis ca. 1200 n. Chr. entstand. Der Befund früher Bauphasen deutet auf die keltische Kultur bzw. deren Einfluss hin. Ihre räumliche Nähe zu den Steinkistengräbern am Lechtenberg macht auch eine noch frühere Nutzung der Wallanlage denkbar.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Vermessungen und kleinere Grabungsschnitte wurden 1860 von Ludwig Hölzermann durchgeführt. Er deutete die Anlage als dreiteiliges sächsisches Heerlager. Ende des 19. Jahrhunderts erkannten Franz Biermann und Johann Heinrich Schmedding die Entstehung der Anlage über mehrere Entwicklungsphasen. Die Anlage wurde als karolingisch bis ottonisch datiert. Nur wenige Funde deuteten auf eisenzeitliche Nutzung hin.

Die neuere Forschung stützt sich vor allem auf Untersuchungen Peter Glüsings aus den 1970er und 1980er Jahren und die Ausgrabungen unter Leitung Werner Bests zwischen 1996 und 2004.

2002 konnten bei einer Metallsondenprospektion über 100 Funde eingemessen und sichergestellt werden. Zuvor deuteten Spuren auf illegale Grabungen auf dem Gelände hin.

2011 ließ die Altertumskommission für Westfalen die Vorwälle und Teile der Hauptburg neu vermessen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Capelle, T.: Die Wallburgen in Westfalen-Lippe, Reihe Frühe Burgen in Westfalen der Altertumskommission für Westfalen, Sonderband 1, Münster, 2003
  • Stiehl, A.: Die Hünenburg bei Gellinghausen, Gemeinde Borchen, Kreis Paderborn, Reihe Frühe Burgen in Westfalen der Altertumskommission für Westfalen, Bd. 33, Münster, 2012
  • Best, W.: Von historischen und modernen Angriffen auf die Hünenburg bei Gellinghausen. In: Archäologie in Ostwestfalen, Bd. 8, 2003, S. 33–39

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wallburg Gellinghausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien