Wallendorf (Eifel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Wallendorf
Wallendorf (Eifel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Wallendorf hervorgehoben
Koordinaten: 49° 53′ N, 6° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Südeifel
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 8,71 km2
Einwohner: 371 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54675
Vorwahl: 06566
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 131
Adresse der Verbandsverwaltung: Pestalozzistraße 7
54673 Neuerburg
Webpräsenz: www.wallendorf-eifel.de
Ortsbürgermeisterin: Suzette Weber
Lage der Ortsgemeinde Wallendorf im Eifelkreis Bitburg-Prüm
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Über dieses Bild
Blick vom Römerturm auf Wallendorf

Wallendorf ist ein Grenzort zu Luxemburg am Zusammenfluss von Sauer und Our in der Eifel im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Die Ortsgemeinde gehört der Verbandsgemeinde Südeifel an. Wallendorf ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Auf der anderen Seite der Sauer liegt Wallendorferbrück, Ortsteil der luxemburgischen Gemeinde Reisdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde aus der „Völkerhöhle“ bei Wallendorf belegen eine vorgeschichtliche Besiedelung der Gegend bereits in der Steinzeit.[3] Schmuck- und Statuenfunde aus der Römerzeit sowie freigelegte Grabbeigaben aus fränkischer Zeit setzen die Besiedelungsgeschichte fort. Auf Kasselt fand sich nach Ausgrabungen ein Oppidum der Treverer, welches auch nach dem Gallischen Krieg und der Herrschaft der Römer weiter besiedelt wurde.[4]

Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Namen Vualcheresdorf erfolgte im Jahre 1136 im Zusammenhang mit dem Liebfrauenstift in Prüm. Dabei ist unklar, ob der Name auf vallis (Tal) oder auf einen Römer namens Valo zurückgeht. In späteren Schriften ist dann von Waildorff und Valendorff die Rede.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts war Wallendorf Hauptort einer Meierei der Grafschaft Vianden im Herzogtum Luxemburg, als Gutsbesitz der Herren von Fels in Moestroff in Luxemburg. Im Jahr 1795 hatten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen Luxemburg damals gehörte, in Besitz genommen. Unter der französischen Verwaltung gehörte das Gebiet zum Kanton Vianden im Arrondissement Diekirch, der zum Departement Wälder gehörte. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam der Ort 1815 zum Königreich Preußen. Wallendorf wurde Sitz einer gleichnamigen Bürgermeisterei im Kreis Bitburg.[5]

Während des Zweiten Weltkriegs war Wallendorf dreimal Schauplatz von Kämpfen. Am 14. September 1944 setzten hier US-amerikanische Truppen nach der Zerstörung des Ortes über die Sauer, um weiter Richtung Bitburg vorzustoßen. Im Zuge der Ardennenoffensive im Dezember 1944 liegt der Ort abermals im Kreuzfeuer der Kontrahenten, die Amerikaner ziehen sich zurück. Am 7. Februar 1945 ist Wallendorf wiederum Ziel von Panzer- und Truppenverbänden des US-Armee, die nun endgültig Brückenköpfe bilden können. Wallendorf bleibt schwer zerstört hinterlassen.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Wallendorf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 385
1835 588
1871 572
1905 534
1939 681
Jahr Einwohner
1950 398
1961 417
1970 419
1987 377
2005 386

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Wallendorf besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[6]

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • die Bischofskappe, ein Fels in der Form einer Bischofsmütze;
  • der Genovevabrunnen, errichtet zur Erinnerung an die Genovevafestspiele nach dem Zweiten Weltkrieg, mit deren Hilfe der Wiederaufbau der Kirche und der Kapelle im Jahre 1952 finanziert wurde;
  • der Fischerbrunnen, ein kleiner Dorfbrunnen;
  • ein intakter Bunker des Westwalls, der frei begehbar ist;
  • der örtliche Friedhof, auf dem über 300 Soldaten begraben liegen.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Wallendorf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fred Karen: Kriegesereignisse im Frontabschnitt der Untersauer, Luxemburg 1989
  • Roland Gaul: Zwischen Sauer und Our, Luxemburg, Band 1 und 2, 1994/95
  • Bernhard Arens: Chronik Wallendorf – "Vu gester bis haett" – Geschichte(n) erlebt und erzählt, Europäischer Universitätsverlag 2009, ISBN 978-3-932329-63-0, 495 S., zahlreiche farbige Abbildungen – 27,5 x 21,5 cm, 1. Auflage 18. Dezember 2009, Reihe Zeitzeugen – Zeitdokumente Bd. 24

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Geschichte der Gemeinde Wallendorf
  4. Die Dorfchronik von Wallendorf „erlebt und erzählt Geschichte(n)“ – auch in der Doppeladler-Zeit!
  5. Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm: Verwaltungszugehörigkeit der einzelnen Gemeinden (Online PDF)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen