Wallenfels

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wallenfels
Wallenfels
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wallenfels hervorgehoben
Koordinaten: 50° 16′ N, 11° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 382 m ü. NHN
Fläche: 45,66 km2
Einwohner: 2657 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96346
Vorwahlen: 09262, 09289
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 184
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausgasse 1
96346 Wallenfels
Website: www.wallenfels.de
Bürgermeister: Jens Korn (CSU)
Lage der Stadt Wallenfels im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Oberfranken)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild
Katholische Kirche St. Thomas

Wallenfels ist eine Stadt im Osten des oberfränkischen Landkreises Kronach in Bayern und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wallenfels mit den Mitgliedsgemeinden Stadt Wallenfels, Markt Steinwiesen, Markt Nordhalben, Markt Marktrodach und Markt Presseck. Sie ist Teil der Region Oberes Rodachtal, ein staatlich anerkannter Erholungsort, und vor allem durch die Flößerei bekannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallenfels gehört zur Planungsregion Oberfranken-West und liegt im Naturpark Frankenwald im Tal der Wilden Rodach. Die höchste Erhebung ist der Geuserberg mit 708 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallenfels hat 23 amtlich benannte Gemeindeteile.[2]

  • der Weiler Berghaus ()
  • der Weiler Dörnach ()
  • die Einöde Forstloh ()
  • der Weiler Geuser ()
  • die Einöde Hammer ()
  • der Weiler Kleinthiemitz ()
  • das Kirchdorf Neuengrün ()
  • die Einöde Neumühle ()
  • die Einöde Oberwellesmühle ()
  • der Weiler Schindelthal ()
  • die Einöde Schmölz ()
  • das Dorf Schnaid (hintere) ()
  • das Kirchdorf Schnaid (mittlere) ()
  • das Dorf Schnaid (vordere) ()
  • das Dorf Schnappenhammer ()
  • die Einöde Stumpfenschneidmühle ()
  • die Einöde Thiemitz ()
  • der Weiler Unterwellesmühle ()
  • die Einöde Voglerei ()
  • der Hauptort Wallenfels
  • die Siedlung Wellesbach ()
  • der Weiler Wellesberg ()
  • das Kirchdorf Wolfersgrün ()

Ein weiterer Ort in der Gemeinde ist Lorchenmühle.()

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Wallenfels liegt klimatisch im Übergangsbereich zwischen Mittelgebirgs- und kontinental getöntem Klima. Die Temperaturunterschiede werden durch den hohen Waldanteil (über 80 %) gedämpft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1126 wurde Wallenfels erstmals als „Ilowa“ urkundlich erwähnt. Der Name „Waldenfels“ wurde 1248 in einer Urkunde des Pfalzgrafen Otto I. erstmals verwendet (siehe auch Adelsgeschlecht Waldenfels). Wallenfels im heutigen Regierungsbezirk Oberfranken gehörte ab 1195 zum Hochstift Bamberg. Ab 1300 wurde Waldenfels, das Markt- und Braurechte besaß, ein selbständiges bischöfliches Amt, etwa zur selben Zeit wurde die auch heute noch betriebene Flößerei auf der Wilden Rodach erstmals erwähnt. 1507 verlor der Ort seine Selbständigkeit und wurde Kronach unterstellt, 1527 wurde die Burg Wallenfels bei Bauernaufständen vollständig zerstört. Im Jahr 1541 erhielt der Markt Waldenfels von Karl V. ein eigenes Wappen verliehen. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurden die Kirche und der Markt durch Brandstiftung zerstört. Am 4. Februar 1588 bekam Waldenfels infolge der Erneuerung der Marktrechte erstmals das Stadtrecht verliehen.

Im Dreißigjährigen Krieg überfielen die Schweden 1634 Waldenfels und brannten es nieder, gleichzeitig erfolgte die Namensänderung zu Wallenfels. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern und wurde dem Landgericht Kronach zugeteilt. 1900 bekam Wallenfels mit der Rodachtalbahn einen Bahnanschluss, 1976 wurde die Strecke stillgelegt.

1954 erhielt Wallenfels erneut die Stadtrechte.[3]

Am 12. November 2015 erlangte Wallenfels traurige Bekanntheit in den internationalen Medien durch den Fund von acht Babyleichen in einem Anwesen in der Stadtmitte.[4] Tagelang wurde der Ort von internationalen Medienvertretern belagert.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner von Wallenfels sind überwiegend katholisch. Im Stadtgebiet gibt es vier katholische Gotteshäuser. Die evangelische Pfarrgemeinde Unterrodach-Wallenfels unterhält in Wallenfels einen Betsaal für evangelische Christen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle führt die ehemals selbständigen Gemeinden mit dem Datum der Eingemeindung in die Stadt Wallenfels auf:

Ehemalige
Gemeinde
Einwohner
(2014)
Einwohner
(1970)
Datum der Eingemeindung Anmerkung
Wallenfels 2159 2864
Geuser 38 64 01.07.1972[5] ohne den Ort Haid, der nach Reichenbach kam
Neuengrün 137 180 01.07.1971[5] Wellesberg mit Ober- und Unterwellesmühle am 1. April 1951 eingegliedert
Wolfersgrün 215 286 01.07.1972[5] Wellesberg mit Ober- und Unterwellesmühle am 31. März 1951 ausgegliedert
Schnaid 312 519 01.01.1972[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 31. Dezember 2014 lebten in Wallenfels 2786 Einwohner. In den 1970er Jahren wurde der Höchststand von über 4000 Einwohnern erreicht. Seitdem ist die Einwohnerzahl aufgrund des demografischen Wandels und von Abwanderungen teilweise dramatisch zurückgegangen und hat sich seit den 1970er Jahren um 35 % verringert. In den letzten Jahren konnte der Rückgang durch verschiedene Maßnahmen gebremst werden. Mittelfristig geht man von einer Einwohnerzahl von 2500 Einwohnern aus.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat 17 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Ersten Bürgermeisters. Die Sitze sind wie folgt verteilt:

Rathaus
Partei / Liste Sitze 2002 Sitze 20081 Sitze 20142
CSU 5 7 10*
SPD 4 3 3
FW 8* 7* 4
Gesamt 17 17 17

1 Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008
2 Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014
* einschließlich des Ersten Bürgermeisters

Ab dem Jahr 2020 hat der Stadtrat wegen des Einwohnerrückganges nur noch 14 Mitglieder zuzüglich des Ersten Bürgermeisters.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996–2014: Peter Hänel (Freie Wähler)
  • seit 2014: Jens Korn (CSU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Gold und Silber; vorne ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; hinten auf dreiteiligem silbernen Felsenberg nebeneinander drei grüne Laubbäume.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • EnglandEngland England: Seit 1984 ist die englische Stadt Bingham bei Nottingham Partnerstadt von Wallenfels. Zur Förderung der Städtepartnerschaft wurde 1985 der Verein Förderkreis Bingham-Wallenfels e. V. gegründet; gegenseitige Besuche finden regelmäßig statt.

Musikvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikverein Wallenfels e. V.
  • Wallenfelser Blasmusik e. V.
  • Blasmusik Neuengrün/Schlegelshaid e. V.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Mai bis September finden alljährlich Floßfahrten auf der Wilden Rodach statt, zu denen an den Wochenenden zwischen 500 und 1000 Gäste kommen. Bei der Wallenfelser Kirchweih Ende Juli wird die Nachtfackelfloßfahrt Rodach in Flammen mit tausenden Besuchern durchgeführt. Zur dauerhaften Sicherung dieser Touristenattraktion ist ein größeres Staubecken im Bereich des Stadtteils Schnappenhammer geplant.

Das beschilderte Wanderwegenetz des Wanderzentrums Wallenfels eignet sich für Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Es gibt die Lehrpfade Geopfad am Silberberg und Lamitzpfad bei Schnappenhammer. Wallenfels ist Teil des Nordic-Walking-Zentrums Oberes Rodachtal.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hammerschneidmühle an der Wilden Rodach; 1997 generalüberholt, ist seitdem wieder als Sägemühle in Betrieb
  • Schloßbergkapelle auf dem Schloßberg mit Kreuzweggang
  • Stadtpfarrkirche St. Thomas
  • Historische Schleusenbauwerke an der Wilden Rodach aus der Zeit der Flößerei (obere und untere Schleuse in Wallenfels)

Baudenkmäler

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Sport- und Freizeiteinrichtungen gibt es Tennis- und Fußballplätze, eine Skate-Anlage, ein beheiztes Freibad mit Beachvolleyballfeld, einen Camping- und Zeltplatz, einen Bolzplatz, ausgeschilderte Mountainbike- und Nordic-Walking-Strecken und für Radfahrer und Inline-Skater ein ausgedehntes Radwegenetz.

Sportvereine
  • FC Wallenfels
  • SV Wolfersgrün/Neuengrün
  • Tennisverein Wallenfels
  • TTC Wallenfels
  • Schützengesellschaft Wallenfels

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Faschingsdienstag findet alljährlich der Wallenfelser Faschingsumzug statt.
  • Büttenabende in der Faschingszeit
  • Ostermarkt
  • Fronleichnamsprozession mit der Schwedenfahne und dem Soldatenzug sowie die Flurumgangsprozession
  • Schützen- und Volksfest im Juni
  • Wallenfelser Kirchweih mit Rodach in Flammen am letzten Juli-Wochenende
  • Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft ist geprägt von der Holzindustrie. In Wallenfels gibt es vier größere Sägewerke und neben einigen mittelständischen Industriebetrieben vor allem kleine bzw. mittelständische Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Alle Einrichtungen der Nahversorgung einschließlich Discounter und Tankstelle sind vorhanden. Größter Arbeitgeber mit über 100 Mitarbeitern in verschiedenen Einrichtungen ist Caritas.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallenfels wird in Ost-West-Richtung von der stark befahrenen und überregional bedeutsamen Bundesstraße 173 verkehrsmäßig erschlossen. Während die Bundesstraße jahrzehntelang durch den Stadtkern führte und insbesondere der Schwerlastverkehr im Zuge der deutschen Einheit sich zu einer massiven Belastung der Bevölkerung im engen Talgrund entwickelte, wurde unter großem technischen Aufwand in den Jahren 2001 bis 2004 eine Ortsumgehung gebaut. Die nächste Anschlussstelle zur Bundesautobahn 9 ist zirka 20 Kilometer entfernt.

Die Anbindung an die Rodachtalbahn über den Bahnhof Wallenfels im Ortsteil Erlabrück besteht für den Personenverkehr seit dem 30. Mai 1976 nicht mehr. Der Güterverkehr auf dieser Strecke wurde bereits 1989 eingestellt. In diesem Bereich wurden die Gleise 2005 abgebaut und die Trasse bis Steinwiesen als Radweg ausgebaut. Der folgende Abschnitt bis Nordhalben wird als Strecke für die Museumsbahn der Eisenbahnfreunde Rodachtalbahn genutzt.

Regelmäßige Busverbindungen im Nahverkehr bestehen nach Kronach sowie nach Bad Steben (DB-Frankenbus).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildungszentrum Wallenfels (städtische Grundschule, katholischer Kindergarten, katholische Kinderkrippe, Caritas-Kinderhort, städtische Musikschule, städtische Bücherei, Sporthalle, Leichtathletik- und Mehrzweckaußensportanlagen mit Flutlicht, Verkehrserziehungsplatz, Caritas Fortbildungszentrum)
  • Außenstelle der Volkshochschule Kreis Kronach
  • Ökologische Außenstation der Universität Bayreuth

Mittelfristig soll Wallenfels im Rahmen des Projektes „Hochschulregion Landkreis Kronach“ auch Hochschulstandort werden. Möglich sind Studiengänge im Bereich Medizin/ehealth und Forst.

Söhne und Töchter der StadtM[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1962 übernahm die Stadt Wallenfels die Patenschaft für das Stück- und Schwergutfrachtschiff Wallenfels[6] der Hansa-Linie in Bremen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wallenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Wallenfels – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wallenfels in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Geschichte der Stadt Wallenfels auf ihrer Website
  4. Acht Babyleichen in Wohnung gefunden – 45-Jährige gefasst. In: tagesspiegel.de, 13. November 2015.
  5. a b c d Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 501.
  6. Geschichte des Frachtschiffs Wallenfels in Wort und Bild