Wallenfels

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wallenfels
Wallenfels
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wallenfels hervorgehoben
Koordinaten: 50° 16′ N, 11° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 382 m ü. NHN
Fläche: 45,66 km2
Einwohner: 2739 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96346
Vorwahlen: 09262, 09289
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 184
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausgasse 1
96346 Wallenfels
Webpräsenz: www.wallenfels.de
Bürgermeister: Jens Korn (CSU)
Lage der Stadt Wallenfels im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Oberfranken)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild
Katholische Kirche St. Thomas

Wallenfels ist eine Stadt im Osten des oberfränkischen Landkreises Kronach in Bayern. Sie ist Teil der Region Oberes Rodachtal und ist vor allem durch die Flößerei bekannt. Wallenfels ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallenfels gehört zur Planungsregion Oberfranken-West und liegt im Naturpark Frankenwald im Tal der Wilden Rodach. Die höchste Erhebung ist der Geuserberg mit 708 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeteile sind:[2]
Berghaus, Dörnach, Forstloh, Geuser, Hammer, Kleinthiemitz, Lorchenmühle (Vorwahl 09289), Neuengrün, Neumühle, Oberwellesmühle, Schindelthal, Schmölz, Hintere Schnaid, Mittlere Schnaid, Vordere Schnaid, Schnappenhammer, Stumpfenschneidmühle, Thiemitz (Vorwahl 09289), Unterwellesmühle, Voglerei, Wallenfels, Wellesbach, Wellesberg und Wolfersgrün.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Wallenfels liegt klimatisch im Übergangsbereich zwischen Mittelgebirgs- und kontinental getöntem Klima. Die Temperaturunterschiede werden durch den hohen Waldanteil (über 80 %) gedämpft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1126 wurde Wallenfels erstmals als „Ilowa“ urkundlich erwähnt. Der Name „Waldenfels“ fand 1248 in einer Urkunde des Pfalzgrafen Otto I. erste Verwendung (siehe auch Adelsgeschlecht Waldenfels). Wallenfels im heutigen Regierungsbezirk Oberfranken gehörte ab 1195 zum Hochstift Bamberg. Ab 1300 wurde Waldenfels, das Markt- und Braurechte besaß, zu einem selbständigen bischöflichen Amt, etwa zur selben Zeit wurde die auch heute noch betriebene Flößerei auf der Wilden Rodach erstmals erwähnt. 1507 verlor der Ort seine Selbständigkeit und wurde Kronach unterstellt. 1527 wurde die Burg Wallenfels bei Bauernaufständen vollständig zerstört. Im Jahr 1541 erhielt der Markt Waldenfels von Karl V. ein eigenes Wappen verliehen. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurden die Kirche und der Markt durch Brandstiftung zerstört. Am 4. Februar 1588 bekam Waldenfels infolge der Erneuerung der Marktrechte erstmals das Stadtrecht verliehen.

Infolge des Dreißigjährigen Krieges wurde Waldenfels 1634 von den Schweden überfallen und niedergebrannt, gleichzeitig erfolgte die Namensänderung zu „Wallenfels“. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern und wurde dem Landgericht Kronach zugeteilt. 1900 bekam Wallenfels mit der Rodachtalbahn einen Bahnanschluss, 1976 wurde die Strecke stillgelegt.

1954 bekam Wallenfels die Stadtrechte verliehen.[3]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallenfels ist fast ausschließlich katholisch geprägt. Im Stadtgebiet gibt es vier katholische Gotteshäuser. Die evangelische Pfarrgemeinde Unterrodach-Wallenfels unterhält in Wallenfels einen Betsaal für evangelische Christen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Neuengrün mit dem am 1. April 1951 hinzugekommenen Teil der ehemaligen Gemeinde Wolfersgrün eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kam Schnaid hinzu. Wolfersgrün und ein Teil der Gemeinde Geuser folgten am 1. Juli 1972.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 31. Dezember 2014 lebten in Wallenfels 2786 Einwohner. Aufgrund des demografischen Wandels ist die Einwohnerzahl stetig rückläufig. In den 1970er Jahren wurde der Höchststand von über 4000 Einwohnern erreicht. In den letzten Jahren konnte der Rückgang durch verschiedene Maßnahmen gebremst werden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat 17 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Ersten Bürgermeisters. Die Sitze waren und sind wie folgt verteilt:

Rathaus
Partei / Liste Sitze 2002 Sitze 20081 Sitze 20142
CSU 5 7 10*
SPD 4 3 3
FW 8* 7* 4
Gesamt 17 17 17

1 Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008
2 Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014
* einschließlich des Ersten Bürgermeisters

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996–2014: Peter Hänel (Freie Wähler)
  • seit 2014: Jens Korn (CSU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Gold und Silber; vorne ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; hinten auf dreiteiligem silbernen Felsenberg nebeneinander drei grüne Laubbäume.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • EnglandEngland England: Seit 1984 ist die englische Stadt Bingham bei Nottingham Partnerstadt von Wallenfels. Zur Förderung der Städtepartnerschaft wurde 1985 der Verein Förderkreis Bingham-Wallenfels e. V. gegründet; gegenseitige Besuche finden regelmäßig statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikverein Wallenfels e. V.
  • Wallenfelser Blasmusik e. V.
  • Blasmusik Neuengrün/Schlegelshaid e. V.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Mai bis September finden alljährlich die überregional bekannten Floßfahrten auf der Wilden Rodach statt, zu denen an den Wochenenden zwischen 500 und 1.000 Gäste kommen. Bei der Wallenfelser Kirchweih Ende Juli wird die Nachtfackelfloßfahrt Rodach in Flammen mit tausenden Besuchern durchgeführt. Zur dauerhaften Sicherung dieser Touristenattraktion ist ein größeres Staubecken im Bereich des Stadtteils Schnappenhammer geplant.

Das beschilderte Wanderwegenetz des Wanderzentrums Wallenfels eignet sich für Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Es gibt verschiedene Lehrpfade (Geopfad am Silberberg, Lamitzpfad bei Schnappenhammer). Wallenfels ist außerdem Teil des Nordic-Walking-Zentrums Oberes Rodachtal.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hammerschneidmühle an der Wilden Rodach; 1997 generalüberholt, ist seitdem wieder als Sägemühle in Betrieb
  • Schloßbergkapelle auf dem Schloßberg mit Kreuzweggang
  • Stadtpfarrkirche St. Thomas
  • Historische Schleusenbauwerke an der Wilden Rodach aus der Zeit der Flößerei (obere und untere Schleuse in Wallenfels)

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Sport- und Freizeiteinrichtungen gibt es Tennis- und Fußballplätze, eine Skate-Anlage, ein beheiztes Freibad mit Beachvolleyballfeld, einen Camping- und Zeltplatz, einen Bolzplatz, ausgeschilderte Mountainbike- und Nordic-Walking-Strecken und für Radfahrer und Inline-Skater ein ausgedehntes Radwegenetz.

Sportvereine
  • FC Wallenfels
  • SV Wolfersgrün/Neuengrün
  • Tennisverein Wallenfels
  • TTC Wallenfels
  • Schützengesellschaft Wallenfels
  • Schützenverein Wolfersgrün

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Faschingsdienstag findet alljährlich der Wallenfelser Faschingsumzug statt
  • Büttenabende in der Faschingszeit
  • Ostermarkt
  • Fronleichnamsprozession mit der Schwedenfahne und dem Soldatenzug sowie die Flurumgangsprozession
  • Schützen- und Volksfest im Juni
  • Wallenfelser Kirchweih mit Rodach in Flammen am letzten Juli-Wochenende
  • Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft ist geprägt von der Holzindustrie. In Wallenfels gibt es vier größere Sägewerke und neben einigen mittelständischen Industriebetrieben vor allem kleine bzw. mittelständische Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Der US-Konzern PPG Industries unterhält am Ort eine Betriebsstätte.

Alle Einrichtungen der Nahversorgung einschließlich Discounter und Tankstelle sind vorhanden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallenfels wird in Ost-West-Richtung von der stark befahrenen Bundesstraße 173 verkehrsmäßig erschlossen. Während die Bundesstraße jahrzehntelang durch den Stadtkern führte und insbesondere der Schwerlastverkehr im Zuge der deutschen Einheit sich zu einer massiven Belastung der Bevölkerung im engen Talgrund entwickelte, wurde unter großem technischen Aufwand in den Jahren 2001 bis 2004 eine Ortsumgehung gebaut. Die nächste Anschlussstelle zur Bundesautobahn 9 ist zirka 20 Kilometer entfernt.

Die Bahnanbindung über den im Ortsteil Erlabrück gelegenen Bahnhof Wallenfels an der Rodachtalbahn besteht für den Personenverkehr seit dem 30. Mai 1976 nicht mehr. Der Güterverkehr auf dieser Strecke wurde 1989 eingestellt.

Regelmäßige Busverbindungen im Nahverkehr bestehen nach Kronach sowie nach Bad Steben (jeweils DB-Frankenbus). Außerdem verkehrt seit Juli 2015 zwischen den Stadtteilen und dem Hauptort zweimal wöchentlich der Wallenfelser Bürgerbus.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildungszentrum Wallenfels (städtische Grundschule, katholischer Kindergarten, katholische Kinderkrippe, Caritas Kinderhort, städtische Musikschule, städtische Bücherei, Sporthalle, Leichtathletik- und Mehrzweckaußensportanlagen mit Flutlicht, Verkehrserziehungsplatz)
  • Außenstelle der Volkshochschule Kreis Kronach
  • Ökologische Außenstation der Universität Bayreuth

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1962 übernahm die Stadt Wallenfels die Partnerschaft für das Stück- und Schwergutfrachtschiff Wallenfels [5] der Hansa-Linie in Bremen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, hrsg. vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München 1987 (Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns), S. 312
  3. Geschichte der Stadt Wallenfels auf ihrer Website
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 501.
  5. Geschichte des Frachtschiffs Wallenfels in Wort und Bild

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wallenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Wallenfels – Reiseführer