Wallerfangen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wallerfangen
Wallerfangen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wallerfangen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 20′ N, 6° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Saarlouis
Höhe: 182 m ü. NHN
Fläche: 42,17 km²
Einwohner: 9466 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 224 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66794–66798
Vorwahlen: 06831, 06837
Kfz-Kennzeichen: SLS
Gemeindeschlüssel: 10 0 44 121
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fabrikplatz
66798 Wallerfangen
Webpräsenz: www.wallerfangen.de
Bürgermeister: Günter Zahn (SPD)
Lage der Gemeinde Wallerfangen im Landkreis Saarlouis
Frankreich Frankreich Regionalverband Saarbrücken Landkreis Neunkirchen Landkreis St. Wendel Landkreis Merzig-Wadern Rehlingen-Siersburg Wallerfangen Überherrn Dillingen/Saar Saarlouis Wadgassen Bous (Saar) Ensdorf (Saar) Schwalbach (Saar) Saarwellingen Nalbach Schmelz (Saar) LebachKarte
Über dieses Bild
Ortsausgang Wallerfangen in Richtung Dillingen um 1940

Wallerfangen (französisch: Vaudrevange) ist eine Gemeinde im Landkreis Saarlouis rund 25 km nordwestlich von Saarbrücken unmittelbar an der französischen Grenze gelegen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Hauptort Wallerfangen auf einer Flussterrasse links der Saar liegt, liegen die übrigen Ortsteile allesamt oben auf dem Gau (Saargau). Im Westen grenzt die Gemeinde an Frankreich. Der Ortsteil Leidingen ist politisch zweigeteilt; mitten durch das Dorf läuft die deutsch-französische Grenze.

Nachbarkommunen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat folgende deutsche Nachbarkommunen: Im Uhrzeigersinn sind das die Gemeinde Rehlingen-Siersburg, die Stadt Dillingen/Saar, die Stadt Saarlouis und die Gemeinde Überherrn. Auf französischer Seite sind es die Gemeinden: Villing, Vœlfling-lès-Bouzonville, Heining-lès-Bouzonville und Guerstling.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedersdorf, Düren, Gisingen, Ihn, Ittersdorf, Kerlingen, Leidingen, Oberlimberg, Rammelfangen, St. Barbara, Wallerfangen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallerfangen/Vaudrevange; Plan von Wallerfangen aus dem Jahre 1679, sog. Plan von Monville; Das Gebäudegeviert am linken unteren Rand der Stadtmauer bezeichnet das Augustinerkloster (heute Standort der neogotischen Pfarrkirche St. Katharina); Die ursprüngliche Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul befindet sich in der Nähe des Saartores (Weg nach Diedenhofen); das linke Fließgewässer ist der Lumpenbach/Wallerfanger Bach, das rechte der Mühlenbach, die beide in die nahegelegene Saar münden; rechts das Neutor (Weg nach Saarbrücken); unten die Oberste Pforte (Weg nach Nancy); ganz rechts unten die Aufstauung des Mühlenbaches

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reiche Bronzedepots der späten Urnenfelderzeit (9. Jh. v. Chr.), eine mehrfach gestaffelte Abschnittsbefestigung der Hallstattzeit (8.–6. Jh. v. Chr) auf dem Limberg und ein Gräberfeld mit einem durch goldene Hals- und Armringe ausgezeichneten „Fürstinnengrab“ der spätesten Hallstattzeit (um 500 v. Chr.) belegen eine Zentrumsfunktion des Wallerfanger Raumes in vor- und frühgeschichtlicher Zeit.

Gallo-römische Epoche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In römischer Zeit wurde mit Gründung des Vicus Contiomagus der Zentralort auf die rechte Saarseite verlegt, doch blieb Wallerfangen als Industriestandort bedeutend. Im Ortsteil St. Barbara ist römischer Bergbau auf Azurit und Malachit im Emilianus-Stollen aus dem 2.–3. Jh. n. Chr. nachgewiesen[2].

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallerfangen, Ersterwähnungsurkunde des Ortes "uualderuinga" aus dem Jahr 962, Universitätsbibliothek Heidelberg, Nr. 321
Wallerfangen, Rekonstruktion der mittelalterlichen Stadtanlage vom Saarufer aus (Heimatmuseum Wallerfangen)
Wallerfangen auf der Lothringenkarte von Martin Waldseemüller (1513)

Fränkische Gräber der jüngeren Merowingerzeit (frühes 7. Jh. n. Chr.) im Ortsteil Rammelfangen belegen den Beginn germanischer Besiedlung im frühen Mittelalter.

Die urkundliche Überlieferung setzt im 10. Jh. n. Chr. ein. Die erste urkundliche Nennung Wallerfangens datiert in das Jahr 962:[3]

„Im Namen der höchsten und ewigen Gottheit. Da ja die unbeschreibliche Güte unseres Herrn und Retters verspricht, dass durch Almosen die Sünden gereinigt werden, indem er im Evangelium spricht, gebt Almosen und alles ist für euch rein, deshalb übergebe ich, Thiedo, um die Teilnahme an diesem sicheren und heilbringenden Versprechen zu verdienen, zu meinem Seelenheil und zu dem meines Vaters Humbertus, aber auch für den Erwerb meiner Pfründe, ein gewisses Gut meines Erbes, Dalaheim genannt, das im Rizzigau in der Grafschaft Walderfinga, dem der Graf Egilolf vorzustehen scheint, liegt.

Ich habe also jenen Ort Dalaheim gegeben und will, dass er für immer gegeben ist, mit der Kirche und was zu dem vorgenannten Gut gehört, sowohl an Hörigen, die innerhalb als auch außerhalb wohnen, als auch an Gebäuden, bebautem und unbebautem Land, Wiesen, Weiden, Wäldern, Wasser und fließenden Gewässern, beweglichen und unbeweglichen Gütern, Wegen und unwegsamen Gebieten, an Ausgängen und Eingängen, an Forderungen und zu Erwerbendem.

Und ich gebe es soweit ohne Widerspruch irgendeines Mönches an dem Ort, wo der heilige Maximin selbst ruht durch Gott. Weiter sollen jene Diener jenes nach Erbrecht halten und zu ihrem Nutzen besitzen. Auch soll die Hofgenossenschaft selbst bei den Diensten und Abgaben bleiben, wie es von meinen Eltern und von mir gehalten worden ist.

Wenn aber irgendeiner meiner Verwandten oder sonst jemand versuchen sollte, das Almosen meiner Schenkung zu vernichten, dann soll die Frömmigkeit aller Ehrlichen ihm Widerstand leisten, und wenn er nicht ablässt, wird er am Tag der furchtbaren Prüfung als Vernichter eines Almosens vor Gott Rechenschaft ablegen.

Geschehen aber ist diese Übertragung öffentlich in Trier in der Basilika des heiligen Maximin, des Bekenners Christi und Bischofs, im Beisein des ehrwürdigen Abtes dieses Klosters, Wiker, und aller Mönche und zugleich des Vogtes des Hauses, Hildrad, durch die Bürgen, die wir volkstümlich Saleburgiones nennen, Wolmar und Harduwich, vor den unterzeichneten Zeugen Wolmar, Adalbert, Liuthard, Warner, Theodo, Thurinbert, im Jahr der Menschwerdung des Herrn 962, in der fünften Indiktion, im 26. Herrschaftsjahr des durchlauchtigsten König Otto.

Wallerfangen besaß als Grafensitz der Grafschaft Wallerfangen (962 comitatus Walderfinga) zentralörtliche Funktion. Im ausgehenden Mittelalter besaß Wallerfangen Stadtrecht und war unter dem Namen „Walderfingen“ Amtssitz des Deutschen Bellistums, einer Verwaltungsuntergliederung des Herzogtums Lothringen. Daneben wurde der französische Name Vaudrevange gebraucht.

17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gründung der Stadt Saarlouis (1680) wurden die Einwohner von Wallerfangen 1687/88 zwangsweise in die neue Stadt umgesiedelt. Im Zuge dessen wurden auch die meisten Gebäude abgetragen, um Baumaterial zu gewinnen. Wallerfangen entwickelte sich zu einer aus wenigen Einzelgehöften bestehenden Siedlung zurück.

18./19./20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Villeroy de Galhau
Verbliebenes Wirtschaftsgebäude des (zerstörten) Papen'schen Schlosses
Fabvier’sches Schloss am ehemaligen Fabrikplatz

In Wallerfangen wurde bis in die 1860er Jahre ein natürlich vorkommendes Azuritmineral, das Wallerfanger Blau unter Tage gewonnen, welches in der Antike und im Mittelalter ein gefragter Pigmentträger für Kunstgewerbe und Malerei war. Mit wachsender Verfügbarkeit lichtechter synthetischer Farbstoffe – wie etwa das Berliner Blau – wurde die mühsame Gewinnung im Zeitalter der Industrialisierung rasch unrentabel und daher aufgegeben. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand in Wallerfangen eine Steingutfabrik (gegründet von Nicolas Villeroy), die sich später zu den Keramischen Werken von Villeroy und Boch entwickelte. Die Fabrik verschaffte dem Ort einen neuen Aufschwung. Der Betrieb wurde nach 140 Jahren 1931 stillgelegt und die ganze Anlage 1935 bis 1937 restlos abgerissen.

In und bei Wallerfangen entstanden mehrere Schlösser: 1794 das Schloss Villeroy de Galhau mit Nebengebäuden (um 1850), das Alte Fabvier'sche Schloss, erbaut 1825 für Nicolas Villeroy und so benannt nach seiner letzten Besitzerin. Ein weiterer Adelssitz war das ab 1862 von Nicolas Adolphe de Galhau, Enkel des Nicolas Villeroy und Ehemann seiner Cousine Sophie Villeroy, erbaute Schloss Galhau (später Schloss Papen benannt), das als klassizistischer Bau der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts anstelle des ehemaligen Niedernhofes vor der Neupforte entstand. Letzte Besitzer des Schlosses waren Martha von Papen, geb. von Boch-Galhau, und deren Ehemann, Reichskanzler Franz von Papen. Der zweigeschossige Bau mit neun Achsen und zwei Seitenflügeln wurde im Zeitraum 1944/1945 durch Beschuss der US-Armee schwer beschädigt und am Kriegsende in Brand gesteckt. Die Ruine wurde später abgebrochen, jedoch rekonstruiert. Die Wirtschaftsbauten blieben erhalten.[4]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallerfangen, Amtschild des Ortes in französischer Bezeichnung aus der Nachkriegszeit, Email auf Blech (Heimatmuseum Wallerfangen)

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren rund 10 % der Einwohner Wallerfangens vermisst oder gefallen; ihr Verbleib ist heute mehrheitlich geklärt.[5] Am 26. März 1946 wurde nach Anhörung des vorläufigen Gemeindeausschusses der Gemeinde Wallerfangen verfügt, dass mit Wirkung vom 1. April 1946 ab die Gemeinde Wallerfangen wiederum den früheren, geschichtlich begründeten Namen Vaudrevange führt.[6] Durch Beschluss vom 12. Januar 1953 wurde nach Anhörung des Gemeinderates von Vaudrevange der bisherige Gemeindename Vaudrevange wieder in Wallerfangen zurückgeändert.[7]

Volksabstimmung zum Saarstatut 1955

Am 23. Oktober 1954 war zwischen dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Ministerpräsidenten Pierre Mendès-France das Abkommen zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über das Statut der Saar ausgehandelt worden. Bis zum Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland sah das Abkommen die Unterstellung des Saarlandes unter einen Kommissar der Westeuropäischen Union vor. Dieser sollte das Land nach außen vertreten. Die saarländische Regierung sollte jedoch weiter für die inneren Angelegenheiten zuständig und die wirtschaftliche Anbindung an Frankreich erhalten bleiben. Allerdings war auch eine engere wirtschaftliche Vernetzung mit der Bundesrepublik vorgesehen.

Bei der Volksabstimmung zum Abkommen am 23. Oktober 1955 über das europäisches Statut des Saarlandes stimmte Wallerfangen folgendermaßen ab:

  • Wallerfangen: 1012 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 1917 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.
  • Bedersdorf: 49 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 55 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.
  • Düren: 41 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 93 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.
  • Gisingen: 97 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 225 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.
  • Ihn: 116 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 130 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.
  • Ittersdorf: 211 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 239 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.
  • Kerlingen: 81 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 174 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.
  • Leidingen: 48 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 64 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.
  • Rammelfangen: 36 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 76 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.
  • St. Barbara: 58 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 324 Wahlberechtigte stimmten mit Nein.

(Der saarländische Landesdurchschnitt der Nein-Sager lag bei 67,7 %.) Durch die darauf folgenden Verhandlungen und den Luxemburger Vertrag vom 27. Oktober 1956, in dem Frankreich der Rückgliederung des Saarlandes unter westdeutsche Hoheit zustimmte, wurde die Gemeinde Wallerfangen zum 1. Januar 1957 politisch und am 6. Juli 1959 („Tag X“) wirtschaftlich der Bundesrepublik Deutschland angeschlossen.[8]


Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Bedersdorf, Düren, Gisingen, Ihn, Ittersdorf, Kerlingen, Leidingen, Rammelfangen und Sankt Barbara eingegliedert.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[10]
Wahlbeteiligung: 53,5 % (-8,2 Pp.)
 %
50
40
30
20
10
0
40,9 %
35,9 %
7,4 %
7,0 %
5,6 %
3,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,0 %p
+3,0 %p
-6,8 %p
+1,4 %p
+0,8 %p
-4,4 %p
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Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallerfanger Rathaus

Der Gemeinderat mit 27 Sitzen setzt sich nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 wie folgt zusammen:[11]

  40,9 %  (+6,0)   12 Sitze  (+2)
  35,9 %  (+3,0)   10 Sitze  ( +1)
  7,4 %  (-6,8)   2 Sitze  (-2)
  7,0 %  (+1,4)   2 Sitze  (+1)
  5,6 %  (+0,7)   1 Sitz  (+/-0)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1816–1816: Peter Wagner
  • 1816–1820: Franz von Lasalle
  • 1820–1833: Philipp Bertrand
  • 1833–1841: August Winter
  • 1841–1851: Matthias Mungen
  • 1851–1889: Adolf von Galhau
  • 1889–1909: René von Boch-Galhau
  • 1909–1917: Freiherr von Korff
  • 1917–1920: Neß (Vertreter)
  • 1920–1924: Emanuel Villeroy de Galhau
  • 1925–1935: Peter Jacob
  • 1936–1939: Erich Spengler
  • 1939–1943: Norbert Engel
  • 1946–1949: Nikolaus Adler
  • 1949–1956: Jakob Bruß
  • 1956–1964: Albert Baldauf (CDU)
  • 1964–1969: Walter Büschel (SPD)
  • 1969–1973: Erwin Müller (CDU)
  • 1974–1977: Rudolf Klein (CDU)
  • 1977–1994: Walter Hettinger (CDU)
  • 1994–2010: Wolfgang Wiltz (CDU)
  • ab 2010: Günter Zahn (SPD)

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Blau ein silbernes Mühleisen, begleitet oben von einem goldenen Doppelkreuz mit verkürztem oberen Querbalken, unten von einem sechsstrahligen goldenen Stern.“ Die Wappensymbole sind bereits in einem als „Stadtsiegel“ bezeichneten Abdruck von 1614 enthalten und verweisen wahrscheinlich auf die früheren vier Mühlen im Ort (Mühleisen), den Sitz der deutschen Ballei des Herzogtums Lothringen im Ort (Kreuz) und einen früheren Gerichtssitz (Stern). [12]

Durch das Wappenverbot während der französischen Verwaltung (1793–1815) dürfte das Wappen untergegangen sein. Seit 1954 wird es mit Erlaubnis des saarländischen Innenministers wieder geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Letztes verbliebenes Synagogengebäude aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg im Saarland, heute Neuapostolische Kirche. Kleiner Rechteckbau mit Satteldach, vier rundbogige Fenster, in der Schmalseite ein Rundfenster. Erbaut 1893.
  • Emilianusstollen: Wie die Pützlöcher bei Butzweiler in der Nähe von Trier eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse römischen Bergbaues nördlich der Alpen. Wiederbelebt durch den mittelalterlichen Azurbergbau zum Zwecke der Gewinnung der Malerfarbe „Azurblau“ (Wallerfanger Blau), mit der auch Albrecht Dürer gemalt hat.

Ortsansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Historische Museum Wallerfangen wurde im Jahre 1983 als Heimatmuseum gegründet. 2015 nach zweijähriger Umbauzeit als Historisches Museum Wallerfangen neu eröffnet, präsentiert es 3000 Jahre Geschichte einer Grenzregion.
  • Im Ortsteil Gisingen hat der Landkreis Saarlouis ein für den ehemals lothringischen Teil des Saarlandes typisches Lothringer Bauernhaus restauriert und ein Bauernmuseum eingerichtet. Das „Haus Saargau“ genannte Anwesen ist zu einem kulturellen und touristischen Zentrum des Saargaus geworden. Sehenswert ist auch der sehr schöne Bauerngarten.
  • Zu den historisch wichtigen Bauwerken zählt die ehemalige Synagoge Wallerfangen in der Gartenstraße 2, Ecke Saarstraße. Es ist dies der einzig nach dem Krieg erhaltene und nicht profanierte Synagogenbau des Saarlandes und wird heute als Gotteshaus der Neuapostolischen Kirche genutzt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird für kulturelle Veranstaltungen im angepassten Rahmen für Konzerte, Vorträge und insbesondere dem Christlich-Jüdischen Dialog Saarlouis gerne genutzt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli führt der Keramikflohmarkt des Vereins für Heimatforschung Wallerfangen e.V. Sammler und Aussteller aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zusammen.
  • Der alljährlich am 2. Adventswochenende stattfindende Christkindlmarkt auf der Adolphshöhe am alten Rathaus (jetzige Grundschule) fand zuletzt 2012 oder 2013 statt.
  • Die Partei Die Linke richtet ihren politischen Aschermittwoch jährlich u. a. in Wallerfangen aus.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Staatliche Förderschule soziale Entwicklung Wallerfangen (gegründet 1964, seit 2011 ist die Johann-Hinrich-Wichern-Schule nach Saarlouis umgezogen)[13]
  • Erweiterte Realschule Wallerfangen

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirchen existieren in folgenden Ortsteilen:[14][15]

  • St. Katharina, Wallerfangen, 1862
  • St. Michael, Wallerfangen, 1965
  • Wallerfangen, Hospitalkirche St. Nikolaus, 1883-85
  • St. Hubertus, Ihn, älteste Teile aus 12. Jh./um 1500/1616/1726/1836/1846
  • St. Andreas, Gisingen, 1959-60
  • St. Martinus, Ittersdorf, 1703/1828/1927-28
  • St. Remigius, Leidingen, 1530/1742
  • St. Salvator, Sankt Barbara, 1949-54
  • St. Jakobus der Ältere und St. Wendelin, Kerlingen, 1928-30
  • St. Margaretha, Bedersdorf, 1732
  • Unsere Liebe Frau von Lourdes, Düren, 1884-86
  • Maria Königin, Rammelfangen, 1960
  • Kapelle Zur Lieben Frau, Oberlimberg, 1960
  • Wallfahrtskapelle Gekreuzigter Christus, Hof Limberg, 1827

Andere christliche Konfessionen:

  • Neuapostolische Kirche Wallerfangen in der Alten Synagoge

Krankenhäuser, Seniorenheime, Sozialdienstleister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Nikolaus Hospital (Fachklinik für Geriatrie und Psychiatrie)
  • Sophienstiftung Wallerfangen (St. Nikolaus-Hospital, Kinderheim, Altersheim)
  • Haus Christophorus Wallerfangen (Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beatrix Adler: Wallerfanger Steingut - Geschichte und Erzeugnisse der Manufaktur Villeroy Vaudrevange (1791-1836) bzw. der Steingutfabrik Villeroy & Boch Wallerfangen (1836-1931), 2 Bände, Saarbrücken 1995.
  • Wolfgang Adler, Gerd WeisgerberWallerfangen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 33, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-018388-9, S. 143–149.
  • Wolfgang Adler: Ausgrabungen im Zentrum der mittelalterlichen Stadt Wallerfangen, Denkmalpflege im Saarland, Jahresbericht 2011 (2012), S. 78-80.
  • Wolfgang Adler: König lässt Stadt abreißen, Archäologie Deutschland 2012, Heft 2, S. 53f.
  • Wolfgang Adler: Zu den Wurzeln der mittelalterlichen Stadt Wallerfangen, Notgrabung Ecke Haupt- und Villeroystraße, Denkmalpflege im Saarland, Jahresbericht 2012 (2013), S. 72-74.
  • Wolfgang Adler: Altes erkundet – Neues gebaut, Die Ausgrabungen beim Bau der Filiale Wallerfangen der Kreissparkasse Saarlouis 2011 und 2012, mit Beiträgen von B. Fecht, S. Klapdohr, J. Naumann und R. Schreiber (Ausstellungskatalog), Saarlouis 2013.
  • Wolfgang Adler: Ein Opfer für Saarlouis. Bei Ausgrabungen in Wallerfangen stieß man auf Reste der Pfarrkirche und des alten Friedhofs, in: Saargeschichten 4/2013, S. 25–29.
  • Wolfgang Adler: Einblicke in das Zentrum der mittelalterlichen Stadt Walderfingen, Grabungen anlässlich des Neubaus der Sparkassenfiliale Wallerfangen 2001 und 2012, in: Archäologietage Otzenhausen, Band 1, Archäologie in der Großregion, Internationales Symposium zur Archäologie in der Großregion in der Europäischen Akademie Otzenhausen, 7.-9. März 2014, hrsg. Michael Koch, Nonnweiler 2015, S. 275-278.
  • Markus Battard: Wallerfangen – Eine Zeitreise in Bildern, 2. überarbeitete Auflage, Dillingen/Saar 2012.
  • Rudolf Echt: Deponierung der späten Urnenfelderzeit, Höhenbefestigung und Prunkgrab der Hallstattzeit in Wallerfangen, Kreis Saarlouis, in: R. Echt (Hrsg.): Beiträge zur Eisenzeit und zur gallo-römischen Zeit im Saar-Mosel-Raum, Saarbrücker Studien und Materialien zur Altertumskunde 9, Bonn 2003, S. 29-73.
  • Rudolf Echt: Der Grabschmuck der Keltenfürstin von Wallerfangen - aus dem Weiher in die Schatzkammer, Begleitheft zur Ausstellung vom 27. April bis 8. Juli 2001 im Heimatmuseum Wallerfangen, Wallerfangen 2001.
  • Rudolf Echt: Von Wallerfangen bis Waldalgesheim, Ein Beitrag zu späthallstatt- und frühlatènezeitlichen Goldschmiedearbeiten, Saarbrücker Studien und Materialien zur Altertumskunde 3 (Bonn 1994) (mit W.-R. Thiele).
  • Rainer Glatigny: Zur Erinnerung an die Toten – den Lebenden zur Mahnung: Die Gefallenen von Wallerfangen im Zweiten Weltkrieg 1939–1945, 2010.
  • Hans-Peter Klauck: Die Einwohner von Wallerfangen, Niederlimberg und St. Barbara, 1800-1900, Saarlouis 2008.
  • Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte, Wallerfangen 1953.
  • Hermann Maisant: Der Kreis Saarlouis in vor- und frühgeschichtlicher Zeit, Saarlouis 1971.
  • Katharina Milkovic: Wallerfangen, Kanalbau und Stadtarchäologie, in: Denkmalpflege im Saarland, Jahresbericht 2014, hrsg. vom Landesdenkmalamt im Ministerium für Bildung und Kultur, Saarbrücken 2015, S. 80-82.
  • Hilarion Rieck: Der Oberlimberg bei Wallerfangen und seine Wallfahrt, Saarlouis 1935.
  • Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2., unveränderte Auflage von 1934, Saarbrücken 1976, S. 294-297.
  • Eckard Sander: Schloss Villeroy de Galhau, in: Die schönsten Schlösser und Burgen im Saarland, Gudensberg-Gleichen 1999, S. 80-81.
  • Edith Thissen: Wallerfangen, Schlossgut Niederhoffen, Schloss Villeroy de Galhau, Das "Schwarze Schloß", Hofgut von Papen, in: Burgen und Schlösser an der Saar, hrsg. v. Joachim Conrad und Stefan Flesch, 3. Auflage, Saarbrücken 1993, S. 261ff.
  • Peter Winter: Neuer Plan der Stadt Wallerfangen (Vaudrevange) aus dem Jahr 1679 aufgetaucht, in: Unsere Heimat - Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur u. Landschaft, 38, 2013, Heft 2, S. 45-50.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wallerfangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saarland.de – Amtliche Einwohnerzahlen Stand 31.12.2015 (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu).
  2. * Wallerfangen – Das Imperium macht Blau Artikel auf der Website des Deutschen Bergbaumuseums
  3. Universitätsbibliothek Heidelberg, Nr. 321.
  4. Hartwig Beseler, Niels Gutschow: Kriegsschicksale deutscher Architektur, Verluste - Schäden - Wiederaufbau, Eine Dokumentation für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, Bd. II: Süd, Wiesbaden 2000, S. 1083.
  5. Würdigung und zugleich Mahnung Saarbrücker Zeitung vom 26. November 2009 (Abgerufen am 8. März 2011)
  6. Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar Nr. 4/1946 Seite 33
  7. Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar Nr. 6/1953 Seite 87
  8. Gerhard Franz: Der Sieg der Neinsager, 50 Jahre nach der Abstimmung über das Saarstatut, Blieskastel 2005, S. 181.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 808.
  10. Gemeindeergebnis Wallerfangen, Endgültiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2014 Auf: www.statistikextern.saarland.de, abgerufen am 23. März 2015
  11. Gemeindeergebnis Wallerfangen, Endgültiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2014, Sitzverteilung Auf: www.statistikextern.saarland.de, abgerufen am 23. März 2015
  12. Hermann Lehne; Horst Kohler: Wappen des Saarlandes (Saarbrücken 1981; ISBN 3-922807-06-2), S. 166.
  13. http://typo3.lpm.uni-sb.de/jhw-saarlouis/index.php?id=91, abgerufen am 27. Mai 2016.
  14. http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.kunstlexikonsaar.de/typo3temp/pics/2c52e1a7fd.jpg&imgrefurl=http://www.kunstlexikonsaar.de/artikel/-/kirchenbau-und-kunst-im-sakralen-raum-nach-1945-im-saarland-katholische-kirchen-landkreis-saarloui-6/&h=600&w=364&tbnid=5lMLSC19GlbbMM:&tbnh=97&tbnw=59&docid=C--lOt70jHj9WM&client=firefox-b-ab&usg=__q5Gmk1Kdx5zNwtlKup9nGaAKxI0=&sa=X&ved=0ahUKEwjShJi95_rMAhXqC5oKHX8IBWcQ9QEIKDAB, abgerufen am 27. Mai 2016.
  15. http://www.wallerfangen-typo3.de/startseite/kirche/
  16. Rainer Darimont: Veilchen auf dem Limberg, auf: http://www.wallerfangen-typo3.de/fileadmin/wallerfangen/medien/02_rathaus/Amtsblatt/2013/KW_16-14.pdf, abgerufen am 9. Juli 2015.