Wallersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wallersdorf
Wallersdorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wallersdorf hervorgehoben
Koordinaten: 48° 44′ N, 12° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 334 m ü. NHN
Fläche: 71,17 km2
Einwohner: 6799 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94522
Vorwahl: 09933
Kfz-Kennzeichen: DGF, LAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 137
Marktgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 19
94522 Wallersdorf
Webpräsenz: www.markt-wallersdorf.de
Bürgermeister: Ottmar Hirschbichler (CSU/Liste Junge Bürger)
Lage des Marktes Wallersdorf im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
360° Panorama von Wallersdorf - aufgenommen vom Volksfestplatz
als Kugelpanorama anzeigen



Wahlbeteiligung: 66,4 %
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Freie Wählervereinigung
d Liste Junger Bürger
e Freie Wählergemeinschaft
f Frauenliste
h Wählergemeinschaft Moosfürth

Wallersdorf ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallersdorf liegt in der Region Landshut und am Südrand des Gäubodens.

Es existieren folgende Gemarkungen: Altenbuch, Haidenkofen, Haidlfing, Wallersdorf, Ettling.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde der Ort 741 als Walhinesdorf schriftlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert war Wallersdorf eine Hofmark unter adeliger Verwaltung, die Gerichtsbarkeit oblag dem Landesherrn. Der Ort gehörte zum Landgericht Natternberg. 1613 wurde die erste Pfarrschule errichtet, 1792 und 1860 wurden neue Schulhäuser gebaut.

Am 20. September 1849 brannten die Kirche und mehrere Häuser ab. 1859 wurde die neue Kirche geweiht.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1902 wurden ein Teil der Gemeinde ausgegliedert und aus ihm die neue Gemeinde Lailling gebildet.[3]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde an der Straße nach Ganacker ein KZ-Friedhof angelegt, auf dem mindestens 149 jüdische Opfer von Zwangsarbeit vom KZ-Außenlager Ganacker begraben wurden. Diese Häftlinge hatten unter erbärmlichen Bedingungen Schanz- und Reparaturarbeiten auf dem dortigen Fliegerhorst zu leisten. An die Toten, die später exhumiert und teils in ihre belgische Heimat überführt und teils auf dem KZ-Ehrenfriedhof Flossenbürg beigesetzt wurden, erinnern zwei Grabsteine.[4]

1953 wurde Wallersdorf zum Markt erhoben und erhielt 1954 ein Wappen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der großen Gebietsreform wurde Wallersdorf am 1. Januar 1972 deutlich vergrößert. Die bis dahin selbständigen Gemeinden Haidlfing und Haidenkofen wurden eingegliedert.[3] Am 1. Mai 1978 schlossen sich die Gemeinde Altenbuch und Teile der aufgelösten Gemeinde Ettling an.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 5604 Einwohner
  • 1970: 5378 Einwohner
  • 1987: 5646 Einwohner
  • 1991: 5887 Einwohner
  • 1995: 6460 Einwohner
  • 2000: 6597 Einwohner
  • 2005: 6758 Einwohner
  • 2010: 6739 Einwohner
  • 2015: 6799 Einwohner
Altenbuch
Wallersdorf: Kirche St. Johann

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2008, Ottmar Hirschbichler (CSU), Zweiter Bürgermeister ist Daniel Schneider.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 48, im produzierenden Gewerbe 386 und im Bereich Handel und Verkehr 292 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 218 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2278. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 217 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 5923 Hektar, davon waren 5568 Hektar Ackerfläche und 346 Hektar Dauergrünfläche.

Im Ortsteil Ettling liegt das gleichnamige Isarkraftwerk.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arndt Autoglas-Fachbetrieb, Kraftfahrzeug-Zubehör
  • Füessl GmbH – Werkmarkt (Handelsbetrieb ansässig seit mehr als 260 Jahren)
  • Lung Lufttechnische Anlagen GmbH (Radialventilatoren und Absauganlagen)
  • Josef Hochleitner KG (Bettwarenfabrik)
  • Schöfer Schlosserei GmbH (Metallbearbeitung)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallersdorf hat einen Bahnhof an der Strecke 931 (München–)Landshut–Plattling(–Passau) und zwei Autobahnausfahrten an der A 92 sowie einen Busbahnhof am Volksfestplatz im Herzen der Gemeinde. Zwischen Wallersdorf und Münchshöfen fuhr von 1926 bis Ende 1949 eine Schmalspurbahn, die Kleinbahn Wallersdorf–Münchshöfen zur Versorgung des ländlichen Gebiets.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 195 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 25 Lehrern und 478 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wallersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=279&suchbegriff=2
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 505.
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 197
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 634.