Wallersdorf (Ansbach)

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Wallersdorf
Stadt Ansbach
Koordinaten: 49° 16′ 15″ N, 10° 36′ 41″ O
Höhe: 409 m ü. NHN
Einwohner: 233 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91522
Vorwahl: 0981
Neubaugebiet
Raubkatzenasyl

Wallersdorf (umgangssprachlich: „Waləʳschdorf“[2]) ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dorf fließt der Silberbach, ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat, der Brodswindener Bach mündet dort als rechter Zufluss in den Meinhardswindener Graben. Im Norden liegt der Lehmberg, im Osten das Weiherfeld und im Süden das Göttelhoffeld. Der Ort ist mit dem südlich gelegenen Brodswinden zusammengewachsen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals namentlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1254 als „Wahlhestorf“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Walh, der sich von dem Volksnamen Walhos, der germanischen Bezeichnung für die Kelten, ableitet. Im übertragenen Sinne wurden damit auch Personen bezeichnet, die fremdländisch aussahen. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wallersdorf 14 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 12 Anwesen dem Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1, Stiftsamt Ansbach: 10, Ansbacher Rat: 1), 1 Anwesen dem Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens und ein Anwesen den Nürnberger Herren von Haller. Neben den Haushalten gab es noch das Hirtenhaus, das ein kommunales Gebäude war.[4]

1804 gab es im Ort zwölf Haushalte, von denen elf dem Oberamt Ansbach und einer einem anderen Grundherren untertan waren.[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wallersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brodswinden zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brodswinden an.[6] Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in die Stadt Ansbach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 77 83 101* 78 90 93 87 150 112 187 233
Häuser[7] 14 14 16 17 15 24 24 58
Quelle [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [1]
inklusive Hammerschmiede

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemalige Hammerschmiede

Baubeschreibung: → Liste der Baudenkmäler in Ansbach#Wallersdorf

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Bartholomäus (Brodswinden) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Ludwig (Ansbach).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Höfstetten, Brodswinden, Ratzenwinden und Steinbach.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wallersdorf (Ansbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 323 (Digitalisat).
  2. a b E. Fechter, S. 192.
  3. Wallersdorf im BayernAtlas
  4. M. Jehle, Bd. 2, S. 922.
  5. J. K. Bundschuh, Bd. 6, Sp. 90.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 961.
  7. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  8. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 99 (Digitalisat).
  9. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 36 (Digitalisat).
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 983, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1147, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1087 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1151 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1187 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1023 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 753 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 167 (Digitalisat).