Wallhausen (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wallhausen
Wallhausen (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wallhausen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 13′ N, 10° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 469 m ü. NHN
Fläche: 25,47 km2
Einwohner: 3618 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km2
Postleitzahl: 74599
Vorwahl: 07955
Kfz-Kennzeichen: SHA, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 091
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Seestraße 2
74599 Wallhausen
Webpräsenz: www.gemeinde-wallhausen.de
Bürgermeisterin: Rita Behr
Lage der Gemeinde Wallhausen im Landkreis Schwäbisch Hall
Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Ostalbkreis Rems-Murr-Kreis Blaufelden Braunsbach Bühlertann Bühlerzell Bühlerzell Crailsheim Fichtenau Fichtenberg Frankenhardt Gaildorf Gerabronn Ilshofen Ilshofen Kirchberg an der Jagst Kreßberg Langenburg Mainhardt Michelbach an der Bilz Michelfeld Oberrot Obersontheim Rosengarten (Landkreis Schwäbisch Hall) Rot am See Satteldorf Schrozberg Schwäbisch Hall Stimpfach Sulzbach-Laufen Untermünkheim Vellberg Wallhausen (Württemberg) WolpertshausenKarte
Über dieses Bild

Wallhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallhausen liegt etwa elf Kilometer nördlich von Crailsheim am Rande der Hohenloher Ebene. Die östlichen Ortsteile grenzen an den Trauf der Frankenhöhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Wallhausen, bestehend aus den ehemaligen Gemeinden Hengstfeld, Michelbach an der Lücke und Wallhausen, gehören acht Dörfer und Weiler. Zur ehemaligen Gemeinde Hengstfeld gehören das Dorf Hengstfeld und die Weiler Asbach, Roßbürg und Schönbronn. Zur ehemaligen Gemeinde Michelbach an der Lücke gehört das Dorf Michelbach an der Lücke. Zur ehemaligen Gemeinde Wallhausen im Gebietsstand vom 30. Juni 1974 gehören das Dorf Wallhausen und die Weiler Limbach und Schainbach.

Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen, heute nicht mehr bestehenden Ortschaften Bach, Hart und Siechheim (im Gebiet der früheren Gemeinde Hengstfeld) sowie Eulenhof, Kreusseldorf,[2] Lutzenweiler und Weibermühle (im Gebiet der Gemeinde Wallhausen vor der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg).[3]

In den beiden früheren Gemeinden Hengstfeld und Michelbach an der Lücke sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Wallhausen angrenzende Kommunen sind die Gemeinde Satteldorf im Süden, die Kleinstadt Kirchberg an der Jagst kurz im Südwesten, die Gemeinde Rot am See im restlichen Westen und Norden – alle bisherigen im baden-württembergischen Landkreis Schwäbisch Hall – sowie die Gemeinde Schnelldorf im bayerisch-mittelfränkischen Landkreis Ansbach im Osten.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtgemeinde Wallhausen besteht in der jetzigen Form seit dem 1. Juli 1974. An diesem Datum vereinigte sich die Gemeinde Wallhausen mit den ebenfalls zuvor selbständigen Gemeinden Hengstfeld und Michelbach an der Lücke zur neuen Gemeinde Wallhausen.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 besteht der Gemeinderat aus 18 Mitgliedern.

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rita Behr wurde 2006 zur Bürgermeisterin gewählt und im Juli 2014 mit 92 Prozent im Amt bestätigt.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss in Michelbach
Synagoge in Michelbach
  • Das Schloss in Michelbach an der Lücke geht auf eine Wasserburg aus dem 10. Jahrhundert zurück und bildete mit vier Urhöfen den ältesten Siedlungskern des Ortes. Nach der Schlacht bei Herbsthausen 1645 zerstört, wurde das Schloss 1709 in seiner heutigen Gestalt neu erbaut. Im Schlosshof befand sich einst eine katholische Kapelle.
  • Die Synagoge im Ortsteil Michelbach gehört zu den wenigen, die beim Novemberpogrom 1938 nicht zerstört wurden. Nach einem Verkauf diente sie als Munitionsdepot und Getränkelager, wurde später restauriert und fungiert seit 1984 als Gedenkstätte und Ort der Begegnung und Weiterbildung zur Thematik Jüdisches Leben in Baden-Württemberg.[8] Auf dem jüdischen Friedhof Michelbach an der Lücke wurden von 1840 bis 1939 die Toten der jüdischen Gemeinde bestattet.
  • In Schainbach gibt es die romanische Jakobuskirche, in Hengstfeld die Kirche St. Lambert von 1837 mit Resten eines älteren Vorgängerbaus (beide evangelisch).
  • Weidenbach-Versickerung - Rund ein Kilometer nordwestlich von Wallhausen kann man ein seltenes Naturereignis betrachten. Im zerklüfteten und porösen Muschelkalk versickert der Weidenbach über den größten Teil des Jahres. Ein großer Teil des im verkarsteten Gestein verschwindenden Wassers fließt fast 18 km unterirdisch und tritt bei Sulzdorf-Neunbronn an der Bühler aus neun Quellen im Talgrund wieder aus, die heute von einem Mühlenweiher überstaut sind.[9]
  • Historische Pumpstation – Im Ortsteil Schainbach steht eine Pumpstation aus dem Jahre 1912. Es handelt sich um eine der ältesten Pumpstationen Württembergs.
  • Der Wasser- und Aussichtsturm wurde 1974 erbaut und 2001 saniert. Er hat eine Höhe von 33 m; die obere Wasserkammer befindet sich damit 507 m über NN. Sie fasst 350 m³ Wasser, die untere 250 m³. Damit ist die Wasserversorgung von etwa 400 Menschen gesichert. Der Turm ist im Geschmack seiner Entstehungszeit bemalt.
  • Historischer Ortsarrest – Im Ortsteil Hengstfeld steht noch der historische Ortsarrest.
  • Dorfschulmuseum Hengstfeld

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad Hengstfeld: kleines Familien-Freibad
  • Naturerlebnisbad in Wallhausen (seit Juni 2006)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Wallhausen (Württ) liegt an der Taubertalbahn von Crailsheim nach Wertheim. Im Stunden-Takt verkehren die Züge nach Aschaffenburg und Crailsheim. Wallhausen liegt recht verkehrsgünstig drei Kilometer von der Bundesautobahn 6 HeilbronnNürnberg und zehn Kilometer von der Bundesautobahn 7 WürzburgKempten entfernt. Über den Teilort Michelbach an der Lücke führt der niedrigste Übergang zwischen den beliebten Radwanderstrecken Kocher-Jagst-Radweg und Taubertalradweg.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Jandorf (* 7. Februar 1870 in Hengstfeld, † 12. Januar 1932 in Berlin), Gründer des Kaufhauses des Westens (KaDeWe) in Berlin
  • Julius Wengert (* 16. Oktober 1871 in Wallhausen, † 7. Oktober 1925 in Lugano), Pädagoge, Komponist, Gauchormeister und königlicher Hofmusikdirektor

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Wallhausen. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 90 (franconica.uni-wuerzburg.de).
  • Lothar Schwandt: Das Dorf im Wandel – am Beispiel der Gemeinde Wallhausen, bestehend aus Wallhausen - Hengstfeld - Michelbach/Lücke. Baier, Crailsheim 2006, ISBN 3-929233-59-2
  • Gottfried Stieber: Wallhaußen. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 896–898 (Digitalisat).
  • Otto Ströbel: Wallhausen: die Geschichte einer Landgemeinde. Hohenloher Druck + Verlagshaus, Crailsheim 1987
  • Otto Ströbel: Hengstfeld: Leben in der ritterschaftlichen Pfarrgemeinde. Hohenloher Druck + Verlagshaus, Crailsheim 1990
  • Otto Ströbel: Michelbach an der Lücke: Geschichte einer Dorfgemeinschaft zwischen Christen und Juden. Hohenloher Druck + Verlagshaus, Crailsheim 1993

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wallhausen (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Die Topographische Karte 1:25.000 zeigt ein Gewann Kreuseldorf nahe der westlichen Spitze des Gemeindegebiets in einer nordwestlich ziehenden Flurbucht zwischen Drachenholz im Nordosten und Hornberger Wald im Südwesten.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 520–524
  4. Gemeinde Wallhausen - Ortschaftsräte, abgerufen am 15. März 2009
  5. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Wallhausen.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 467.
  7. http://www.swp.de/crailsheim/lokales/crailsheim/grosses-lob-fuer-wallhausens-buergermeisterin-rita-behr-10809276.html
  8. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0. S. 102
  9. „… Aber damit nicht genug! Auch der Weidenbach, der nordwestlich Wallhausens am Bahndamm in einem leider unschön ausgebauten Schluckloch versinkt, fließt unter der Jagst in Richtung Südwesten zum Bühlertal, wo Zander nach 480 Stunden in den rund 18 km entfernten Quellen von Neunbronn den Wiederaustritt des in die Bachschwinde gegebenen Farbstoffes beobachtete. Nur bei starker Wasserführung überwindet der Weidenbach die Versickerungsstelle und erreicht entsprechend den orographischen Gefällsverhältnissen über Reinach–Seebach die Brettach. …“ (Hans Mattern: Das Jagsttal von Crailsheim bis Dörzbach, Baier BPB Verlag, Crailsheim 1995, ISBN 3-929233-04-5, p. 126f.)
    Mit Zander bezieht sich Mattern offenbar auf J. Zander: Hydrogeologische Untersuchungen im Muschelkalk-Karst von Nord-Württemberg (östliche Hohenloher Ebene). Arb. Inst. Geol. Paläont. Univ. Stuttgart N. F. 70, 1973, S. 87–182.