Wallstawe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wallstawe
Wallstawe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wallstawe hervorgehoben
Koordinaten: 52° 48′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Verbandsgemeinde: Beetzendorf-Diesdorf
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 44,09 km2
Einwohner: 874 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29413
Vorwahl: 039033
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 545
Adresse der Verbandsverwaltung: Marschweg 3

38489 Beetzendorf

Webpräsenz: www.beetzendorf-diesdorf.de
Bürgermeister: Frank Wulff
Lage von Wallstawe im Altmarkkreis Salzwedel
Apenburg-WinterfeldArendsee (Altmark)BeetzendorfDähreDiesdorfGardelegenJübarKalbe (Milde)KlötzeKuhfeldeRohrbergSalzwedelWallstaweKarte
Über dieses Bild
Dorfkirche Wallstawe

Wallstawe ist eine Gemeinde im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Wallstawe liegt rund elf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Salzwedel an der Beeke, die im Norden des Dorfes in die Salzwedeler Dumme fließt.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu der am 1. Juli 2009 gegründeten Gemeinde Wallstawe gehören folgende Ortsteile:[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallstawe hat auf den Urmesstischblatt 1823 die Form eines Straßenangerdorfs,[5] war aber ursprünglich rund gebaut (Rundling).

Im Jahre 1251 wird Bodo de Walstawen in Salzwedel erwähnt.[6]

Die erste urkundliche Erwähnung von Wallstawe stammt aus dem Jahre 1306, als Burchard von Wallstawe in walstawe seine Schenkung an das Kloster Diesdorf beurkundet.[7] Das Adelsgeschlecht von Wallstawe wohnte bis ins 14. Jahrhundert in Wallstawe.

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort als Valstove[8] und als Walstove[9] aufgeführt. Später ging der gesamte Besitz der von Wallstawe an die von der Schulenburg zu Beetzendorf und Apenburg über.[5]

Die Landeshoheit lag zunächst beim Markgrafen von Brandenburg, vor 1402 teilweise bzw. später ganz und bis 1692 beim Herzog von Braunschweig-Lüneburg. Im Jahre 1687 hieß es: „Ist nicht märkisch, auch nicht lüneburgisch, steht im Streit, wird dahero mit keiner Kontribution belegt, sind also freie Leute.“[5]

Mit dem Vertrag von Wallstawe von 1692 kam Wallstawe als ehemalige lüneburgische Exklave im Kurfürstentum Brandenburg an Brandenburg.

1823 wurde das Dorf durch einen großen Brand verwüstet.

Noch zu in der Mitte 20. Jahrhunderts waren zwei Mühlen an der Beeke in den Mühlenwiesen nördlich des Dorfes auf dem Messtischblatt verzeichnet,[10] eine Wassermühle am Nordende des Dorfes (Wallstawer Mühle) und eine Windmühle weiter im Norden.

Im Jahre 1954 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „IV. Parteitag“

Burgwälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Zahn berichtet:[11] Unmittelbar westlich vor dem Dorfe Wallstawe liegt ein kleines Ackerstück, die Willerburg genannt… Der Name kommt urkundlich nicht vor. In Wallstawe hat im Miltelalter eine Burg gelegen, der Stammsitz der von 1351 bis in den Anfang des 15. Jahrhunderts blühenden altmärkischen Ritterfamilie von Walstawe. Aber es ist nicht nachweisbar, ob die Willerburg die Stätte dieser Ritterburg ist.

Paul Grimm berichtete 1958 darüber:[5][12] Am Ostende der Beekeaue im Nordwestteil des Dorfes lag nach örtlicher Tradition der Stammsitz der Familie von Wallstawe. Am westlichen Ufer der Beeke gegenüber der Dorflage lagen die Ruinen der Burg Knesebeck, ein 1823 noch als deutliche Erhöhung gezeichneter Burghügel.

Die „Niebitzburg“, auch „Nieberburg“ genannt, ist ein stark eingepflügter prähistorischer Burgwall von etwa 100 Meter Durchmesser. Er liegt auf dem westlichsten Teil der Feldmark von Wallstawe, auf dem rechten Ufer des Molmker Baches.[13][2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Gieseritz (am 18. November 2008), Wallstawe (am 19. November 2008) und Ellenberg (am 20. November 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Wallstawe vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[14][15]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 199
1774 398
1789 272
Jahr Einwohner
1798 263
1801 264
1818 232
Jahr Einwohner
1840 483
1864 513
1871 543
Jahr Einwohner
1885 541
1895 567
1905 555
Jahr Einwohner
1925 625
1939 613
1946 891
Jahr Einwohner
1964 571
1971 567
1981 544
Jahr Einwohner
1993 501
2006 462

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche in Wallstawe ist ein spätromanischer Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert.[16] 1328 wird ein Altar in honorem dei et Beate Katherine in Ecclesia Walstoue[17] (ein Altar zu Ehren der heiligen Katharina in der Kirche Wallstawe) genannt. Im Jahre 1350 wird die St. Catharinen Kirche in Wallstawe erwähnt.[18] 1341 wird ein Altar Johannis des Täufers genannt. Der hölzernen Kanzelaltar mit seitlichen Durchgängen und zierlichen ornamentalen Schnitzereien stammt aus dem Jahr 1735. 1895 wurde eine Orgel eingebaut.
  • Etwa ein Kilometer östlich des Dorfes liegt der Friedhof.
  • In Wallstawe steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, ein Obelisk mit Lorbeerkranz und Kreuz.[19]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Wallstawe e.V.
  • Jagdhornbläsergruppe Wallstawe
  • Schützenverein Wallstawe 1870 e.V.
  • Sportgemeinschaft Wallstawe e.V.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Wallstawe gehörte früher zur Pfarrei Wallstawe.[20] Im Jahre 1978 wurde aus den Kirchengemeinden Wallstawe, Gieseritz, Groß Wieblitz, Hilmsen, Peckensen und Tylsen das Kirchspiel Wallstawe gebildet, das heute zum Pfarrbereich Diesdorf[21] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehört.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wallstawe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2016 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. a b Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Hauptsatzung der Gemeinde Wallstawe. 15. Jahrgang, Nr. 9. Salzwedel 16. September 2009, S. 263–265 (PDF; 0,4 MB [abgerufen am 30. März 2018]).
  4. Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt (Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile), Gebietsstand Januar 2014, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2016
  5. a b c d Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2342–2346.
  6. Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 168, Nr. 734 (uni-potsdam.de).
  7. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 22, 1862, S. 105–106 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038_00114~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  8. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 383 (uni-potsdam.de).
  9. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 402 (uni-potsdam.de).
  10. Messtischblatt 3132: Salzwedel. Ministerium des Innern, 1955, abgerufen am 30. März 2018.
  11. Wilhelm Zahn: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Die Wüstungen der Altmark. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 432, Nr. 561.
  12. Paul Grimm: Handbuch der vor- und frühgeschichtlichen Wall- und Wehranlagen. Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg (= Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte. Band 6). Berlin 1958, S. 381, Nr. 1025 und 1026.
  13. Wilhelm Zahn: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Die Wüstungen der Altmark. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 380, Nr. 389.
  14. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009 Seite 31-33 (PDF; 397 kB)
  15. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  16. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 520.
  17. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 17, 1859, S. 236 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000995_00244~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  18. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 5, 1845, S. 293 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000983_00305~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  19. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Wallstawe auf www.denkmalprojekt.org. 30. November 2006, abgerufen am 30. März 2018.
  20. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 100 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 30. März 2018]).
  21. Pfarrbereich Diesdorf. Abgerufen am 30. März 2018.