Walschbronn

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Walschbronn
Wappen von Walschbronn
Walschbronn (Frankreich)
Walschbronn
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Sarreguemines
Kanton Bitche
Gemeindeverband Pays de Bitche
Koordinaten 49° 9′ N, 7° 29′ OKoordinaten: 49° 9′ N, 7° 29′ O
Höhe 247–387 m
Fläche 10,11 km2
Einwohner 496 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 49 Einw./km2
Postleitzahl 57720
INSEE-Code
Website www.walschbronn.fr

Blick auf Walschbronn
Walschbronn und Umgebung
Walschbronn Mitte des 20. Jahrhunderts

Walschbronn ist eine französische Gemeinde mit 496 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Moselle in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen. Sie war im Mittelalter ein bedeutender Badeort. Die Einwohner nennen sich Walschbronnois.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in den Nordvogesen als Grenzort zur Pfalz an der Trualbe, die auf diesem Abschnitt auch „Schwarzbach“ genannt wird, einem Nebengewässer des Hornbachs, und an der Straße D 962 von Volmunster nach Pirmasens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Grabhügel am Hohen Hübel und direkt an der Staatsgrenze im Stausteinerwald weisen auf eine dauerhafte keltische Besiedelung der Gegend schon um etwa 5. Jahrhundert v. Chr. hin.

Gallo-römische Funde sind ab dem 2. Jahrhundert vorhanden. So ist eine Römerstraße nachgewiesen. Als Stanislaus I. Leszczyński 1755 die Instandsetzung der schadhaften Badeanlagen veranlasste, kamen ein römischer Votivstein und viele Münzen zum Vorschein. Es wird angenommen, dass die Heilquellen von Walschbronn den Römern bereits bekannt waren.

Nach der Gründung des Klosters Hornbach durch den heiligen Pirminius im Jahre 742, wurde auch das Gebiet um Walschbronn von dort aus urbanisiert.

Eine erste konkrete Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahr 1080 noch unter dem Namen Galesburas (Gales = Gallert, Buras = „Brunnen“), was als Hinweis auf die petroleumhaltigen Quellen gilt. Bereits 1170 wurde allerdings schon Walsburn geschrieben. Nach Rohr soll dies Waldbrunnen heißen, nach anderer Ansicht ist es vom germanischen Vornamen Walo abzuleiten. Wie der ganze heutige Kanton Volmunster gehörte Walschbronn im Mittelalter zu Zweibrücken-Bitsch. Graf Friedrich vermachte den Grundbesitz und die Kirchenrechte jedoch im Jahr 1196 an die neugegründete Abtei Sturzelbronn.

Um 1490 errichtete Graf Simon Wecker IV. von Zweibrücken-Bitsch in Walschbronn ein Jagdschloss, heute „Weckerburg“ genannt. Als nach seinem Tod 1534 das Gebiet um Lemberg abgetrennt wurde, gab sein Sohn Simon Wecker V. das Gebäude auf und so verfiel es im Laufe der Zeit.

Im 15. und 16. Jahrhundert muss die Heilquelle bereits einen weiten Ruf genossen haben, denn die deutschen Kaiser Friedrich III. und Karl V. waren Förderer des Bades. Der Badebetrieb war eine bedeutende Einnahmequelle für das Haus Zweibrücken-Bitsch, bevor die Quelle in den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges versiegte.

Nach den Schrecken dieses Krieges waren in dem vorher über vierhundert Häuser zählenden Dorf nur noch 11 Einwohner verblieben. Herzog Leopold Josef von Lothringen ordnete 1713 den Wiederaufbau der Bäder und die Errichtung von Häusern im Baustil des Wasgau an. 1756 veranlasste Stanislaus Leszcynski noch einmal eine Renovierung, doch schon zehn Jahre später versiegte der Brunnen endgültig.

Mit der Grenzlage, in die Walschbronn im 18. Jahrhundert zunehmend geriet, verlor der einst ansehnliche Ort mehr und mehr an Bedeutung. Von fast 1.000 Einwohnern an der Wende zum 19. Jahrhundert ist die Bevölkerungszahl bis heute auf noch gut die Hälfte zurückgegangen. Durch einen steigenden Anteil Deutscher, die wegen der niedrigeren Immobilienpreise ihren Wohnsitz hierher verlegt haben, ist in den letzten Jahren der Abwärtstrend aber gestoppt worden.

Kirchlich hatte Walschbronn einst eine große Bedeutung. Zu der Pfarrei gehörten Ortschaften beiderseits der heutigen Staatsgrenze, nämlich Waldhouse, Hanviller, Roppeviller, Liederschiedt, Kröppen, Trulben, Hilst, Schweix, Eppenbrunn, Vinningen, Riedelberg, Großsteinhausen, Kleinsteinhausen und Niedersimten vor den Toren von Pirmasens. Nach der französischen Revolution änderten sich die Bistumsgrenzen und Walschbronn verlor die Gemeinden jenseits der lothringischen Grenze.

Von 1790 bis 1801 gehörte Walschbronn politisch zum nicht mehr bestehenden Kanton Breidenbach, danach von 1801 bis 2015 zum auch nicht mehr bestehenden Kanton Volmunster und seither zum Kanton Bitche.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2014
Einwohner 542 552 539 532 478 525 548 496

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vom Jagdschloss sind noch zwei runde Wehrtürme und Mauerreste mit Schießscharten vorhanden.
  • Vier Meter hohe Herz-Jesu-Statue von 1909 auf einem 10 m hohen Sockel.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walschbronn ist Grenzübergang an der D 962, einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen Pirmasens und Bitche.
  • Die Landwirtschaft geht zurück, es ist jedoch noch etwas Milchviehhaltung vorhanden. Die Milch wird großteils in der örtlichen Käserei verarbeitet.
  • Die Gastronomie ist ein wichtiger Erwerbszweig im Ort.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Walschbronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Rohr: Aus Wasgau und Westrich. Band 1, Kleinsteinhausen 1993, S. 65–73