Walsdorf (Idstein)

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Walsdorf
Stadt Idstein
Wappen der früheren Gemeinde Walsdorf
Koordinaten: 50° 16′ 15″ N, 8° 16′ 51″ O
Höhe: 237 (231–253) m ü. NHN
Einwohner: 1550 (31. Dez. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 65510
Vorwahl: 06434
Evangelische Christuskirche
Evangelische Christuskirche

Walsdorf ist ein Stadtteil von Idstein im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walsdorf liegt im Taunus, einem deutschen Mittelgebirge, und ist der nördlichste Stadtteil der Stadt Idstein. Er grenzt an Würges, den südlichsten Stadtteil der Stadt Bad Camberg.

Östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 8, westlich die Bundesautobahn 3. Durch den Ort führen die Landesstraße 3026 und der hessische Radfernweg R8.

Von Süd nach Nord fließt durch Walsdorf der Knallbach, ca. 100 Meter östlich der Bebauungsgrenze fließt der Emsbach, in welchen der Knallbach noch vor Erreichen von Würges mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 774 als Schenkung an das Kloster Lorsch.

1156 gründete Gottfried von Beselich in Walsdorf ein Benediktiner-Kloster für Mönche, das in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in ein Nonnenkloster umgewandelt wurde und bis zu seiner Plünderung durch spanische Truppen im Jahre 1634 bestand.

Um 1200 ging die Herrschaft über Walsdorf an die Nassauer als Vögte von Limburg. 1355 fiel Walsdorf bei der Teilung des Walramschen Besitzes an die Grafschaft Nassau-Idstein.

Im 14. Jahrhundert erhielt Walsdorf durch Graf Adolf I. von Nassau-Idstein stadtähnliche Rechte. Die Siedlung wurde vom Tal auf einen Hügel verlegt und durch eine Stadtmauer mit Türmen umgeben. Die beiden Stadttore aus dieser Befestigungsanlage wurden erst 1822 abgebrochen.

Die erste Kirche wurde 1396 als Marienkapelle erwähnt. Am Anfang des 16. Jahrhunderts entstand die spätgotische Pfarrkirche, die allerdings zusammen mit dem Ort 1644 von bayerischen Truppen niedergebrannt wurde. Die heutige evangelische Kirche ist daher ein Wiederaufbau aus den Jahren 1652 bis 1663.

Auch nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort noch mehrmals durch Großbrände zerstört. 1692 vernichtet ein Großbrand nahezu das ganze Dorf. Beim Neuaufbau wurden der ehemalige Klosterbezirk einbezogen und die heutige Straßenführung im alten Dorf angelegt. Nach dem letzten Brand von 1831 errichtete man die Scheunen weiter außen auf der ehemaligen Stadtmauer, wodurch die heutige charakteristische Ortsansicht aus einer geschlossenen Front von Fachwerkhäusern entstand.

1730 wird das erste Haus außerhalb der Stadtmauer errichtet.

Am 1. Oktober 1971 wurde Walsdorf im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Idstein eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteherin ist Ellen Maurer-Genc (SPD), (Stand September 2016).[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Januar 1967 wurde der Gemeinde Walsdorf im damaligen Untertaunuskreis ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Silber ein roter Turm, über dem offenen Tor belegt mit einem freistehenden goldenen Löwen.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Kirche mit Decken- und Wandmalereien aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind heute Reste der ehemaligen Stadtmauer, aber vor allem der 24 Meter hohe Hutturm aus dem 14. Jahrhundert sowie zwei weitere Türme erhalten. Vom Kloster gibt es keine Überreste mehr.

Die geschlossene Scheunenfront aus dem 19. Jahrhundert stellt sich dem Besucher aus Richtung der östlich verlaufenden Bundesstraße 8 als auffälligstes Merkmal des Ortes dar. Zum Teil sind die Scheunen heute zu Wohnhäusern umgebaut.

Ortsansicht von Walsdorf mit Scheunenfront (2009).

Von 1907 bis 1951 belieferte die Walkmühle, heute ein beliebtes Ausflugsziel, den Ort mit 110 V Gleichstrom.

Dolles Dorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Jahr 2013 konnte Walsdorf beim Wettbewerb Dolles Dorf, der jedes Jahr vom Hessischen Rundfunk ausgetragen wird, gewinnen. Hierbei wird jeden Donnerstag in der Hessenschau ein Dorf gezogen, das am folgenden Samstag vorgestellt wird. Vier Dörfer kommen ins Finale und treten auf dem Hessentag im hr-Treff an. Walsdorf gewann am 16. Juni 2013 in Kassel gegen Nonnenroth, Röhrenfurth und Neukirchen und bekam von hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier den goldenen Onkel Otto überreicht.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Walsdorf (Idstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen-Daten-Fakten der Stadt Idstein, abgerufen im Juli 2016.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 377.
  3. Ortsbeitrat von Walsdorf
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Walsdorf, Untertaunuskreis, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 10. Januar 1967. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1967 Nr. 5, S. 154, Punkt 108 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,4 MB]).