Walter Grundmann

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Walter Grundmann (* 21. Oktober 1906 in Chemnitz; † 30. August 1976 in Eisenach) war ein deutscher protestantischer Theologe in der Zeit des Nationalsozialismus und in der DDR.

Seit 1930 Mitglied der NSDAP und seit 1933 aktives Mitglied der Deutschen Christen, deren im ganzen Deutschen Reich gültige Richtlinien er verfasste, wurde Grundmann 1939 zum akademischen Direktor des neu gegründeten Instituts zur Erforschung jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben in Eisenach ernannt, das im Dienst des staatlichen Antisemitismus die „Entjudung“ der Bibel und der theologischen Ausbildung betrieb. Ungeachtet dieser aktiven NS-Vergangenheit erlangte Grundmann in der DDR als Theologe wieder einiges Ansehen; seine ab 1959 erschienenen Evangelienkommentare waren bis in die 1980er Jahre gefragte Standardliteratur. Darüber hinaus arbeitete er für das Ministerium für Staatssicherheit, unter dem Decknamen GM Berg.[1]

Ausbildung und theologische Entwicklung bis 1939[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundmanns Vater war Eisenbahninspektor. Er selbst war als Jugendlicher in christlichen Vereinen. Für ein Theologiestudium entschied er sich nach eigener Aussage nach der Lektüre von Johannes Müllers damals populärem Buch Die Bergpredigt. Darin wollte der Autor Jesus von Nazaret nicht als Juden, sondern als „deutsche Figur“ darstellen. Grundmann besuchte ihn einmal auf seinem Schloss Elmau.

Von 1926 bis 1930 studierte Grundmann in Leipzig, Rostock und Tübingen bei prominenten evangelischen Theologen wie Albrecht Alt, Adolf Schlatter, Karl Heim, Johannes Leipoldt und Paul Tillich. Nach seinem ersten theologischen Examen war er von Oktober 1930 bis März 1932 Assistent bei Gerhard Kittel, für dessen Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament er 20 Artikel verfasste. Bei Kittel schrieb er auch seine Dissertation über den Begriff der Kraft in der neutestamentlichen Gedankenwelt, die 1932 als Buch erschien.

Parallel zum Studium interessierte er sich für Politik und wurde am 1. Dezember 1930 Mitglied der NSDAP, seit 1934 auch förderndes Mitglied der SS. Am 1. Mai 1932 übernahm er eine Pfarrstelle als Hilfspfarrer in Oberlichtenau bei Kamenz und leitete zugleich den NS-Pfarrerbund in Sachsen. Die „MachtergreifungAdolf Hitlers begrüßte er im Januar 1933 mit seiner Schrift Totale Kirche im totalen Staat. Darin hieß es: „Die Christusbotschaft macht uns nicht undeutsch, sondern vollendet unser Deutschtum.“ Die Frage nach der Rassenzugehörigkeit Jesu Christi sei unwichtig: Er sei nur als „Wunderneuschöpfung Gottes von jenseits aller rassischen Zusammenhänge“ zu verstehen.

Im Frühjahr 1933 schloss er sich der Glaubensbewegung Deutsche Christen (DC) an und gründete für sie eine Untergruppe in Sachsen. Der ebenfalls dazugehörende sächsische Landesbischof Friedrich Coch machte ihn im November zu seinem Assistenten im Rang eines Oberkirchenrats. Als solcher gab Grundmann das Monatsjournal Christenkreuz und Hakenkreuz heraus. Er verfasste 28 Thesen, die von den DC und den von ihnen geführten Landeskirchen – neben Sachsen auch Braunschweig, Mecklenburg, Oldenburg und Schleswig-Holstein – als verbindliche Richtlinien angenommen wurden.

Darin erklärte Grundmann die Frage, ob Jesus Arier oder Jude sei, erneut als belanglos für seine Bedeutung. Er vertrete auf jeden Fall ein vom Judentum prinzipiell verschiedenes Gottesbild. Das Alte Testament (AT) sei ein gegenüber dem Neuen Testament (NT) minderwertiges religionsgeschichtliches Dokument, das den Verfall des Judentums durch seine Trennung vom wahren Gott veranschauliche. Seine „jüdische Volkssittlichkeit und Volksreligion“ sei überwunden und überholt; der Fluch Gottes laste auf diesem Volk bis heute. Um dieser Erkenntnis willen kann die Volkskirche das Alte Testament nicht aufgeben. Von dieser Beibehaltung des AT rückte Grundmann später aus demselben Grund – der angeblichen Verdorbenheit und Verfluchtheit des Judentums – ab.

Nach der vielbeachteten Rede von Reinhold Krause im Berliner Sportpalast am 13. November 1933 wurden einige DC-Kirchenleitungen, so auch die von Sachsen, entmachtet. Daher wurde auch Grundmann 1935 vorübergehend als Oberkirchenrat beurlaubt. Er blieb aber bei den nun zersplitterten DC aktiv und führte 1936 zwei ihrer Untergruppen, die Volksmissionarische Bewegung in Sachsen und die Kirchenbewegung Deutsche Christen in Thüringen, zusammen.

Im Wintersemester 1936 erhielt Grundmann an der Universität Jena zunächst auf Probe den Lehrstuhl des Neutestamentlers Erich Fascher, dessen Entlassung die DC betrieben hatten. Die Universität Jena sollte zu einer reichsweit wirkenden Hochschule des Nationalsozialismus werden. 1938 ernannte der Rektor Wolf Meyer-Erlach Grundmann ohne Habilitation, fachliche Leistungsnachweise und Zustimmung des Dekans der Theologischen Fakultät zu einem ordentlichen Professor für Neues Testament und Völkische Theologie und empfahl ihn als Vorbild für alle Fakultäten: Seine wissenschaftliche Arbeit werde „bahnbrechend sein für eine nationalsozialistische Haltung auf dem Gebiet der Theologie“. Seine Ernennungsurkunde trug Hitlers eigenhändige Unterschrift.

Am 11. Februar 1939 hielt Grundmann seine Antrittsvorlesung zur Frage der ältesten Gestalt und des ursprünglichen Sinnes der Bergrede Jesu. Darin behauptete er, die älteste Fassung der Bergrede (Lk 6,20–49) habe keine jüdischen oder alttestamentlichen Motive enthalten; diese habe erst der Evangelist Matthäus hineingebracht. Jesu Anliegen sei der Kampf gegen das Judentum gewesen. Er habe die rabbinische Auslegung alttestamentlicher Gebote in der Halacha (mündlichen Auslegungstradition der Tora) abgelehnt und dem „jüdischen Vergeltungsgedanken“ einen persönlichen „Abba-Gott“ der individuellen Vergebung und zwischenmenschlichen Liebe ohne Bindung an das jüdische Volk gegenübergestellt. Deshalb hätten die jüdischen Führer Palästinas seine Kreuzigung betrieben.

Leiter des Instituts zur „Entjudung“ von Kirche und Theologie (1939–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walter Grundmann: Die Entjudung des religiösen Lebens als Aufgabe deutscher Theologie und Kirche

Seit Anfang 1938 forcierten deutschchristliche Kirchenführer die Durchsetzung ihrer Richtlinien und gründeten dazu im Februar auf der Wartburg einen akademischen Bund für deutsches Christentum. Dabei wurde auch die Gründung eines antisemitischen Instituts zur „Entjudung der Kirche“ beraten. Der Vorschlag dazu kam von dem thüringischen Landessuperintendenten Hugo Pich. Seine Forderungen wurden am 15. November 1938 – eine Woche nach den Novemberpogromen – an alle Landesbischöfe weitergereicht; am 21. November antwortete Grundmann darauf mit der konkreten Planung einer „Zentralabteilung zur Entjudung des religiösen und kirchlichen Lebens“. Denn die „Judenfrage“ sei nun in ihr „akutestes Stadium“ getreten; die Kirchen müssten die Trennung von allem Jüdischen nun konsequent in allen ihren Tätigkeitsbereichen vollziehen. Die Zentralabteilung sollte daher drei Bereiche abdecken:

  • ein Forschungsinstitut in Jena, das eine wissenschaftliche Zeitschrift herausgeben sollte
  • eine Bibelgesellschaft, die eine „entjudete Volksbibel“ vorbereiten und herausgeben sollte
  • eine Schule zur Fortbildung für Pfarrer, Lehrer und Kirchenvertreter, die ihnen die neuesten Erkenntnisse der anderen beiden Abteilungen vermitteln sollte.

Die Evangelische Kirche sollte dieses Institut in ständiger enger Abstimmung mit dem Reichspropagandaministerium, dem Reichskirchenministerium, dem Reichserziehungsministerium, der Reichsleitung der NSDAP und dem Gauleiter Julius Streicher einrichten.

Nach weiteren Beratungen und mit der Unterstützung der meisten Landeskirchen wurde das Institut am 6. Mai 1939 auf der Wartburg gegründet. Leiter war der Oberregierungsrat Siegfried Leffler; Grundmann wurde zum akademischen Direktor ernannt. In seiner Eröffnungsrede verglich er die Aufgabe mit der Reformation: Wie Martin Luther den internationalistischen Katholizismus habe überwinden müssen, so müsse der Protestantismus heute das Judentum überwinden, um Jesu wahre Botschaft zu verstehen. Dessen geistige Elemente versperrten den Deutschen den Zugang zur Bibel. So wie Hitler ein „judenreines“ Deutschland wolle, so wolle man ihm mit einem „judenreinen“ Christentum zur Seite stehen.

Das Institut wurde aber entgegen Grundmanns Plan nicht an der Universität Jena, sondern in Eisenach errichtet. Träger war die Nationalkirchliche Einung Deutsche Christen, die 11 von 16 evangelischen Landeskirchen finanzierten.

Das Institut stand in enger Beziehung zu anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, die sich der Gegnerforschung für die rassistisch orientierte NS-Politik widmeten, so das Reichsinstitut für die Geschichte des Neuen Deutschland mit einer Abteilung Judenforschung, in welcher der Tübinger Neutestamentler Gerhard Kittel und der spätere Heidelberger Neutestamentler und Qumranforscher Karl Georg Kuhn antisemitisch tätig waren, und das Institut zur Erforschung der Judenfrage in Frankfurt. Grundmanns Institut verstand sich als Teil dieses wissenschaftlichen Engagements („Kampfes“) auf explizit rassistisch-biologistischer Grundlage (Einfluss von Hans F. K. Günther). So formuliert Grundmann in seiner theologischen Programmschrift, gedruckt unter dem Titel Völkische Theologie:

Völkische Theologie unterscheidet sich darin von der bisherigen Theologie, dass sie nicht anders denken kann und will, als von der Grundlage einer völkisch-politischen Anthropologie aus. … Völkisch-politische Anthropologie aber sieht den Menschen als organisch-gliedhafte Einheit, organische Einheit nach Leib und Seele, bestimmt durch seine Rasse; gliedhaft als eingeordnet in die übergreifende Einheit des Volkes.“[2]

Grundmann persönlich erstellte Gutachten für das Reichssicherheitshauptamt (RSHA), das die „Endlösung der Judenfrage“ plante und leitete.[3] Grundmann teilte die Ziele der genannten wissenschaftlichen Einrichtungen ausdrücklich: die „Ausschaltung des Judentums“ und die „endgültige Lösung der Judenfrage“. Inwieweit er über die unterschiedslose und massenhafte Ermordung von jüdischen Kindern, Frauen und Männern informiert war, ist nicht sicher festzustellen. Sein Lehrer Kittel zumindest hatte bereits 1933 die „Ausrottung des Judentums“ und das „Totschlagen“ der Juden in Erwägung gezogen, allerdings wegen der ethischen Folgen für das Deutschtum abgelehnt.[4] Jedenfalls war Grundmann wie alle Mitarbeiter der genannten Institute über den Informationsdienst des RSHA, der die Grundlage für die entsprechenden Mitteilungen in der Zeitschrift Weltkampf (ab 1941 „Wissenschaftliche Vierteljahresschrift des Instituts zur Erforschung der Judenfrage“) war, detailliert über die Entrechtung, Ghettoisierung und „Umsiedlung“ des europäischen Judentums informiert. Er selbst schrieb im Vorwort zum 3. Band der Veröffentlichungen des Instituts am 25. März 1943:

„Der entscheidende Kampf um Freiheit und Leben unseres Volkes offenbart sich immer deutlicher als Kampf gegen die zersetzenden und zerstörenden Mächte auf allen Gebieten des Lebens. Überall wird hinter diesen zersetzenden Mächten der Jude sichtbar.“[5]

Grundmanns grundsätzlicher Antisemitismus und die Bedeutung, die er der wissenschaftlichen Arbeit im Kampf gegen das Judentum beimaß, wurde besonders deutlich in seiner Schrift Das religiöse Gesicht des Judentums (Veröffentlichungen des Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben, 1942):

„Aber die eine Tatsache wird durch alle Zeiten unverrückbar bleiben: ein gesundes Volk muß und wird das Judentum in jeder Form ablehnen. … Deutschland hat dennoch die geschichtliche Rechtfertigung und die geschichtliche Berechtigung zum Kampf gegen das Judentum auf seiner Seite. Diesen Satz zu beweisen, ist das besondere Anliegen dieser Schrift; und an diesem Satz wird auch spätere Forschung nichts mehr ändern können! So dient diese Arbeit dem großen Schicksalskampf der deutschen Nation um seine politische und wirtschaftliche, geistige und kulturelle und auch um seine religiöse Freiheit.“[6]

Am Ende seines Beitrags hielt Grundmann fest:

„Der Jude muß als feindlicher und schädlicher Fremder betrachtet werden und von jeder Einflußnahme ausgeschaltet werden. In diesem notwendigen Prozeß fällt der deutschen Geisteswissenschaft die Aufgabe zu, das geistige und religiöse Gesicht des Judentums scharf zu erkennen …“[7]

Eine wissenschaftliche Arbeit über ihn kommt zu dem Schluss: „Auch Grundmann gehörte zu jenen Universitätstheologen, denen ausreichendes Wissen um die Konsequenz ihres theologischen und kirchenpolitischen Handelns unterstellt werden kann.“[8]

Aus heutiger Sicht erscheinen daneben die eher praktisch-theologischen Arbeiten als vergleichsweise harmlos, wenn sie auch unter theologischen Gesichtspunkten als besonders fatal zu bewerten sind (Hermann Sasse nannte Grundmann bereits 1944 den „Totengräber unserer Kirche in Thüringen“).[9] Dazu gehören die Zusammenstellung, Neuformulierung und „Neudichtung“ eines „unjüdischen“ Neuen Testaments im Sinne von Alfred Rosenbergs Forderung nach einem „Fünften Evangelium“, die er in seinem von vielen DC begeistert begrüßten Buch Der Mythus des 20. Jahrhunderts aufgestellt hatte. Auch viele Bekenntnischristen befürworteten diese Arbeit des Instituts in der Hoffnung, dass eine dichterische Popularisierung biblischer Inhalte der Kirchenaustritts­bewegung der Jahre 1937 bis 1940 begegnen und die Menschen zum Verbleib in den Kirchen bewegen könnte.

1940 erschien das „Volkstestament“ mitsamt einem Katechismus. Es griff die seit dem 19. Jahrhundert üblich gewordene antijudaistische Bibelkritik auf, etwa indem es die paulinische Rechtfertigungslehre als jüdische „Lohn-Straf-Moral“ verwarf und damit eine Trennung von der Tora des Gottes Israels JHWH betrieb. Es verkündete nunmehr einen „arischen Jesus“, der nicht aus dem Judentum stamme und sein Gottesbild gegen dieses gestellt habe. Die dichterische Textfassung stammte von der bekannten Balladendichterin und Inhaberin des Eugen Diederichs-Verlages Lulu von Strauß und Torney. Das von den damaligen evangelischen Landeskirchen geförderte Volkstestament fand jedoch nicht den erhofften Anklang unter den deutschen Protestanten.

1943 wurde Grundmann zum Militär einberufen und übergab die Institutsleitung daher an Georg Bertram.

Tätigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 geriet Grundmann in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er aber schon im Herbst des Jahres entlassen wurde. Sein Gesuch um Übertragung einer Pfarrstelle in der sächsischen Landeskirche wurde von der vorläufigen Kirchenleitung wegen seiner führenden Stellung bei den Deutschen Christen abgelehnt.[10] Wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP verlor er zunächst seine Professur. Die alliierten Behörden ließen seine Werke aus den öffentlichen Bibliotheken aussondern.

1947 gelang es Grundmann, eine Anstellung bei der Inneren Mission in Waltershausen zu erhalten. Dort wurde er 1950 auch als Pfarrer eingestellt. Das Katechetische Oberseminar Naumburg (Saale) erteilte ihm 1954 einen Lehrauftrag; ein weiterer kam am lutherischen Theologischen Seminar Leipzig hinzu. 1954 wurde er Rektor des Eisenacher Katechetenseminars, wo er zugleich als Dozent für Bibel wirkte. Damit erhielt er erneut Verantwortung für die theologische Ausbildung der Pfarrer in der Thüringer Landeskirche. Darüber hinaus prägte er auch die Ausbildung der Studierenden der Kirchenmusikschule Eisenach.

An den Universitäten Leipzig, Jena und Greifswald wurde eine Berufung Grundmanns erwogen, aber jeweils mit Verweis auf seine Tätigkeit in der NS-Zeit verworfen.[11] In den 1960er Jahren berief ihn die evangelische Kirche in der DDR außerdem zum Berater in die Evangelische Verlagsanstalt in Berlin. Diese gab seine in Ost- und Westdeutschland oft verkauften Evangelienkommentare heraus, die in ihrer Überarbeitung durch Wolfgang Wiefel bis heute als Standardliteratur der Bibelwissenschaften geführt werden. Inzwischen werden auch seine antisemitischen Schriften aus der Zeit vor 1945 in rechtsextremen Kreisen wieder aufgelegt.[12]

In der DDR galt Grundmann bis zu seiner Emeritierung 1975 trotz seiner NS-Vergangenheit als angesehener theologischer Lehrer. Ein Jahr zuvor verlieh die Kirchenleitung ihm nochmals den Titel eines „Kirchenrats“, um seine Arbeit anzuerkennen und um seine Pension zu erhöhen. Er behielt auch seine Verbindungen zur anerkannten Studiorum Novi Testamenti Societas, in die er 1938 auf Vermittlung von Gerhard Kittel berufen worden war. Nach der Wende in der DDR (1989) wiesen Nachforschungen im Aktenmaterial der Staatssicherheit nach, dass Grundmann dort als Inoffizieller Mitarbeiter geführt worden war. Seine Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) unter dem Decknamen „GI Berg“ geschah aus Überzeugung und erstreckte sich über den Zeitraum von 1956 bis 1969.[13] Grundmann war der Ansicht, dass jeder Staat das Recht habe, die volle Loyalität seiner Bürger einzufordern. Er arbeitete konspirativ mit dem MfS zusammen, übernahm Aufträge, erstellte Memoranden, übergab kircheninterne Materialien, gab Einsicht in private Schreiben und nahm Geld an. Das MfS wollte seine Abneigung gegen Mitglieder der früheren Bekennenden Kirche nutzen.[14] Grundmann lieferte verdeckt Informationen über Bischöfe in den höchsten Reihen in West- wie Ostdeutschland und „Bestandsanalysen zu kirchlichen Angelegenheiten breitester Art“.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1 Selbstständige Veröffentlichungen

1.1 Nationalsozialistisch

  • Im Kampf um Gott. Ein Wort zur Gottlosenbewegung. Chemnitz 1931; 32 S.
  • Der Begriff der Kraft in der neutestamentlichen Gedankenwelt. Als: Beiträge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament, Band 60. Kohlhammer, Berlin 1932.
  • Gott und Nation. Ein evangelisches Wort zum Wollen des Nationalsozialismus und zu Rosenbergs Sinndeutung. Als: Stimmen aus der deutschen christlichen Studentenbewegung, Heft 81. Furche, Berlin 1933.
  • Gott und Nation. Ein evangelisches Wort zum Wollen des Nationalsozialismus und zu Rosenbergs Sinndeutung. 2., erw. Aufl. Reihe Stimmen aus der deutschen christlichen Studentenbewegung, Heft 81. Furche, Berlin 1933; 124 S.
  • Religion und Rasse. Ein Beitrag zur Frage „nationaler Aufbruch“ und „lebendiger Christusglaube“. Reihe Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Pfarrer, Heft 3. Meister, Werdau 1933; 24 S.
  • Totale Kirche im totalen Staat. Mit einem Geleitwort von Friedrich Carl Coch. Als: Kirche im Dritten Reich. o. B, Günther, Dresden 1934; 80 S.
  • Die 28 Thesen der Deutschen Christen. Reichsausgabe. Erläutert von Walter Grundmann. Deutsch-christlicher Verlag, Dresden 1934; 64 S.
  • Der Weg der Deutschen Christen zu deutschem Christentum. Predigt zum Morgengottesdienst sowie Vorträge zur Landesschulungstagung der Deutschen Christen in Dresden am 24. Juni 1934. Als: Schriften der Deutschen Christen, Heft 6. Deutsch-christlicher Verlag, Dresden 1934; 48 S.
  • Die Losung. Der weitere Weg der Deutschen Christen. Deutsch-christlicher Verlag, Dresden 1935; 30 S.
  • Deutsches Christentum oder Konfessionalismus. Verlag Deutsche Christen, Weimar 1936; 16 S.
  • Der Gott Jesu Christi. Verlag Deutsche Christen, Dresden 1936; 68 S.
  • Die Passion des Heilands, der deutschen Gegenwart verkündigt. Eine homiletische Studie zur Passionsverkündigung. Reihe Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Pfarrer und Lehrer, Heft 13. Welzel, Dresden 1936; 44 S.
  • Völkische Theologie. Reihe Schriften zur Nationalkirche, Heft 1. Verlag Deutsche Christen, Weimar 1937; 24 S.
  • Die Gotteskindschaft in der Geschichte Jesu und ihre religionsgeschichtlichen Voraussetzungen. Reihe Studien zu deutscher Theologie und Frömmigkeit, Band 1. Verlag Deutsche Christen, Weimar 1938; 168 S.
  • Die Entjudung des religiösen Lebens als Aufgabe deutscher Theologie und Kirche. Schriften zur Nationalkirche, Band 11. Verlag Deutsche Christen, Weimar 1939; 22 S.
  • Die Frage der ältesten Gestalt und des ursprünglichen Sinnes der Bergrede Jesu. Schriften zur Nationalkirche, Band 10. Verlag Deutsche Christen, Weimar 1939; 20 S.
  • Jesus, der Galiläer, und das Judentum. Reihe Veröffentlichungen des Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben, o. B., Wigand, Leipzig 1940; 246 S.
  • Wer ist Jesus von Nazareth? Verlag Deutsche Christen, Weimar 1940; 72 S.
  • Aufnahme und Deutung der Botschaft Jesu im Urchristentum. Als: Studien zu deutscher Theologie und Frömmigkeit, Band 3. Verlag Deutsche Christen, Weimar 1941; 200 S.
  • mit Karl Friedrich Euler: Das religiöse Gesicht des Judentums. Entstehung und Art. Als: Germanentum, Christentum und Judentum, Beihefte, Heft 2. Wigand, Leipzig 1942; 176 S.
  • Das Reich der Deutschen. Schriftenreihe zur Truppenbetreuung, Heft 52. o. O. 1944; 104 S.

1.2 Das Übergangswerk

  • Paul Gerhardt „Nun lasst uns gehn und treten. Als: Das Lied der Kirche, Heft 1. Wartburg-Verlag. Jena 1953; 8 S.
  • Paul Eber „Wenn wir in höchsten Nöten sein“. Als: Das Lied der Kirche, Heft 2. Wartburg-Verlag. Jena 1953; 8 S.
  • Paul Speratus „Es ist das Heil uns kommen her“. Als: Das Lied der Kirche, Heft 3. Wartburg-Verlag. Jena 1953; 8 S.
  • Nikolaus Selneker „Lass’ mich dein sein und bleiben“. Als: Das Lied der Kirche, Heft 4. Wartburg-Verlag, Jena 1953; 8 S.
  • Philipp Nikolai „Wie schön leucht’ uns der Morgenstern. Als: Das Lied der Kirche, Heft 5. Wartburg-Verlag, Jena 1953; 8 S.
  • Johann Heermann „O Gott, du frommer Gott“. Als: Das Lied der Kirche, Heft 6/7. Wartburg-Verlag, Jena 1953; 16 S.
  • Georg Neumark „Wer nur den lieben Gott lässt walten. Als: Das Lied der Kirche, Heft 8/9. Wartburg-Verlag, Jena 1951; 16 S.
  • Martin Rinkart „Nun danket alle Gott. Als: Das Lied der Kirche. Heft 10. Wartburg-Verlag, Jena 1951; 8 S.
  • Martin Luther „Nun freut euch, lieben Christen g’mein. Als: Das Lied der Kirche, Heft 11. Wartburg-Verlag, Jena 1951; 8 S.
  • Martin Luther „Ein feste Burg ist unser Gott. Als: Das Lied der Kirche, Heft 12. Wartburg-Verlag, Jena 1951; 8 S.
  • Martin Luther „Vom Himmel hoch, da komm’ ich her. Als: Das Lied der Kirche. Heft 13. Wartburg-Verlag, Jena 1954; 8 S.
  • Michael Altenburg „Verzage nicht, du Häuflein klein“. Als: Das Lied der Kirche. Heft 14. Wartburg-Verlag, Jena 1954; 8 S.
  • Valerius Herberger „Valet will ich dir geben. Als: Das Lied der Kirche. Heft 15. Wartburg-Verlag, Jena 1954; 8 S.
  • Josua Stegmann „Ach bleib’ mit deiner Gnade. Als: Das Lied der Kirche. Heft 16. Wartburg-Verlag, Jena 1954; 8 S.
  • Paul Fleming „In allen meinen Taten“. Als: Das Lied der Kirche. Heft 17. Wartburg-Verlag, Jena 1954; 8 S.
  • Der Erfurter Regler-Altar. Ein Bildbuch. Mit Photographien von Alix Krahmer. Als: Kostbarkeiten aus Thüringer Kirchen. [Band 1] Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1957; 24, 40 S.
  • Schnitzaltäre um den Hexengrund. Mit Photographien von Günter Ziegler. Als: Kostbarkeiten aus Thüringer Kirchen. Band 2, Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1957; 16, 48 S.

1.3 Das Werk ab 1956

  • Die Geschichte Jesu Christi. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1956.
  • Das Evangelium nach Markus. 2. Aufl. der Neub. Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament. Hrsg. von Erich Fascher. Band 2. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1959.
  • Das Evangelium nach Lukas. 2. Aufl. der Neub. Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament. Hrsg. von Erich Fascher, Band 3. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1961.
  • Zeugnis und Gestalt des Johannes-Evangeliums. Eine Studie zur denkerischen und gestalterischen Leistung des vierten Evangelisten. Als: Aufsätze und Vorträge zur Theologie und Religionswissenschaft. Band 19. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1961.
  • Der Römerbrief des Apostels Paulus und seine Auslegung durch Martin Luther. Böhlau, Weimar 1964.
  • Dem Ursprung neu verbunden. Auskunft des Glaubens für den fragenden Menschen der Gegenwart. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1965.
  • Die Sprache des Altars. Zur Glaubensaussage im deutschen Flügel- und Schreinaltar. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1966; 166 S.
  • Das Evangelium nach Matthäus. Als: Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament. Herausgegeben von Erich Fascher. Band 1. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1968; XX, 580 S.
  • Die Entscheidung Jesu. Zur geschichtlichen Bedeutung der Gestalt Jesu von Nazareth. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1972; 66 S.
  • Die frühe Christenheit und ihre Schriften. Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft, Altenburg 1973; 152 S.
  • Der Brief des Judas und der zweite Brief des Petrus. Als: Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament. Herausgegeben von Erich Fascher. Band 15. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1974; XIV, 126 S.
  • Jesus von Nazareth. Bürge zwischen Gott und Menschen. Als: Persönlichkeit und Geschichte. Band 83. Verlag Musterschmidt, Göttingen 1975. 112 S.
  • Der Meister H. W. Das Schaffen Hans Wittens, mit Aufnahmen von Klaus G. Beyer. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1976; 70 S.
  • Wandlungen im Verständnis des Heils. Drei nachgelassene Aufsätze zur Theologie des Neuen Testaments. Als: Aufsätze und Vorträge zur Theologie und religionswissenschaft. Band 65. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1980; 58 S.
  • Die frühe Christenheit und ihre Schriften. Umwelt, Entstehung und Eigenart der neutestamentlichen Bücher. Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Klaus Haacker. Verlag Calwer, Stuttgart 1983; 142 S.
  • Der Zeuge der Wahrheit. Grundzüge der Christologie des Johannesevangeliums. Herausgegeben und mit einer Einführung versehen von Wolfgang Wiefel. Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1985.
  • Weisheit im Horizont des Reiches Gottes. Erwägungen zur Christusbotschaft und zum Christusverständnis im Lichte der Weisheit in Israel. Stuttgart 1988.

2 Unselbstständige Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die nationale Bewegung unter dem Worte Gottes. In: Pastoralblätter. 75. Jahrgang. 6. Heft. Verlag C. Ludwig Ungelenk, Dresden 1933.
  • Das Wort von Jesu Freunden (Joh. XV, 13–16) und das Herrenmahl. In: Jan Willem Doeve, Willem Cornelis van Unnik (Hrsg.): Novum Testamentum. An international quarterly for New Testament and related studies. Band 3. Verlag E. J. Brill, Leiden (Niederlande) 1959, S. 62–69.
  • ´Verkündigung und Geschichte in dem Bericht vom Eingang der Geschichte Jesu im Johannes-Evangelium. In: Helmut Ristow, Karl Matthiae (Hrsg.): Der historische Jesus und der kerygmatische Christus. Beiträge zum Christusverständnis in Forschung und Verkündigung. Evangelische Verlagsanstalt Berlin, Berlin 1960, S. 289–309; 710 S.
  • Verständnis und Bewegung des Glaubens im Johannes-Evangelium. In: Gerhard Gloege, Regin Prenter, Edmund Schlink (Hrsg.): Kerygma und Dogma. Zeitschrift für theologische Forschung und kirchliche Lehre. Band 6. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1960, S. 131–154.
  • Zur Rede Jesu vom Vater im Johannes-Evangelium. Eine redaktions- und bekenntnisgeschichtliche Untersuchung zu Joh 20,17 und seiner Vorbereitung. In: Walther Eltester (Hrsg.): Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der älteren Kirche, 52. Alfred Töpelmann, Berlin 1961, S. 213–230.
  • Rez. von Friedrich Büchsel, Jesus der Galiläer und das Judentum, Leipzig 1940. In: Theologische Literaturzeitung, 1940 Bd. 65.
  • Rez. von Friedrich Büchsel, Wer ist Jesus von Nazareth? Weimar 1940. In: Theologische Literaturzeitung, Bd. 67, 1942, S. 91–94.

Literatur über Grundmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Selbstständige Veröffentlichungen

  • Roland Deines u.a. (Hrsg.): Walter Grundmann: Ein Neutestamentler im Dritten Reich (Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte, Bd. 21). Leipzig 2007
  • Hans-Joachim Döring, Michael Haspel (Hrsg.): Lothar Kreyssig und Walter Grundmann. Zwei kirchenpolitische Protagonisten des 20. Jahrhunderts in Mitteldeutschland (scripturae 4). Weimar 2014.
  • Susannah Heschel: The Aryan Jesus. Christian Theologians and the Bible in Nazi Germany. Princeton University Press, 2008, ISBN 978-0-691-12531-2 (Online-Informationen).

2. Unselbstständige Veröffentlichungen

  • Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war was im Dritten Reich. Arndt, Velbert 1967.
  • Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament. Begr. Gerhard Kittel, Hg. Gerhard Friedrich. Band 10.1: Register. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1978; 944 S., S. 94.
  • Klaus-Peter Adam: Der theologische Werdegang Walter Grundmanns bis zum Erscheinen der 28 Thesen der sächsischen Volkskirche zum inneren Aufbau der Deutschen Evangelischen Kirche Ende 1933. In: Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus. Theologische und kirchliche Programme deutscher Christen. Hrsg. von Leonore Siegele-Wenschkewitz. Arnoldshainer Texte, Band 85. Haag & Herchen, Frankfurt 1994, S. 171–190
  • Susannah Heschel: Theologen für Hitler. In: Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus. Theologische und kirchliche Programme deutscher Christen. Hrsg. von Leonore Siegele-Wenschkewitz. Arnoldshainer Texte. Schriften aus der Arbeit der Evangelischen Akademie Arnoldshain, Band 85. Haag & Herchen, Frankfurt 1994, S. 125–170.
  • Susannah Heschel: Die Nazifizierung der christlichen Theologie. Walter Grundmann und das Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben. In: Texte und Kontexte, Band 19, 1996, S. 33–52.
  • Kurt Meier: Die Theologischen Fakultäten im Dritten Reich. de Gruyter Studienbuch. o. B., Walter de Gruyter, Berlin 1996.
  • „Beseitigung des jüdischen Einflusses“. Antisemitische Forschung, Eliten und Karrieren im Nationalsozialismus. Hrsg. von Andreas Hofmann. Jahrbuch des Fritz-Bauer-Instituts zur Geschichte und Wirkung des Holocaustes, 1998/1999. Campus, Frankfurt 1999.
  • Leonore Siegele-Wenschkewitz: „Meine Verteidigung“ von Gerhard Kittel und eine Denkschrift von Walter Grundmann. In: Persönlichkeit und Wirksamkeit. Hrsg. von Hermann Düringer und Karin Weintz. Arnoldshainer Texte. Schriften aus der Arbeit der Evangelischen Akademie, 112. Haag & Herchen, Frankfurt 2000, S. 135–183.
  • Wolfgang Schenk: Der Jenaer Jesus. Zu Werk und Wirken des völkischen Theologen Walter Grundmann und seiner Kollegen. In: Das missbrauchte Evangelium. Studien zu Theologie und Praxis der Thüringer Deutschen Christen. Hrsg. von Peter von der Osten-Sacken. Studien zu Kirche und Israel, Band 20. Berlin 2002, S. 167–279.
  • Peter von der Osten-Sacken: Walter Grundmann. Nationalsozialist, Kirchenmann und Theologe. In: Das missbrauchte Evangelium. Studien zu Theologie und Praxis der Thüringer Deutschen Christen. Hrsg. von Peter von der Osten-Sacken. Studien zu Kirche und Israel, Band 20. Berlin 2002; 432 S., S. 280–312.
  • Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, Synchron, Heidelberg 2004, ISBN 978-3-935025-68-3, S. 65 f.
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945? 2. Auflage, Fischer, Frankfurt 2005.
  • Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945? 2., üb. Auflage, Fischer, Frankfurt 2009.
  • Christoph Schmitt: Walter Grundmann. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 26, Bautz, Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8, Sp. 536–544.
  • Lukas Bormann: Walter Grundmann und das Ministerium für Staatssicherheit. Chronik einer Zusammenarbeit aus Überzeugung. 1956–1969. In: Kirchliche Zeitgeschichte, Band 22. Göttingen 2009, S. 595–632.
  • Jochen Eber: Das Volkstestament der Deutschen. Die Botschaft Gottes – ein deutsch-christliches Neues Testament im Dritten Reich. In: European Journal of Theology 18 (2009), S. 29–46.
  • Oliver Arnhold: „Entjudung“: Kirche im Abgrund. Studien zu Kirche und Israel, 25. Institut Kirche und Judentum an der Humboldt-Universität, Berlin 2010.
    • Bd. I: Die Thüringer „Kirchenbewegung Deutsche Christen“ 1928–1939. ISBN 978-3-938435-00-7.
    • Bd. II: Das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ 1939–1945. ISBN 978-3-938435-01-4.
  • Susannah Heschel: Die zwei Karrieren des Theologen Walter Grundmann. Der Neutestamentler als Nazi-Propagandist und Stasi-Informant. In: Manfred Gailus: Täter und Komplizen in Theologie und Kirchen 1933–1945. Wallstein, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1649-2, S. 171–196.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Grundmann hatte keine Bedenken zu berichten, hatte sich bereit erklärt und dann ist alles sozusagen seinen ganz normalen IM-Weg gegangen: Beauftragungen, Erfüllungen, Abrechnungen und so weiter (...) Sein Niveau, das als ziemlich hoch eingeschätzt werden kann vor 1945 und danach, hat er auch hier gezeigt. Er brauchte nicht sehr viele Seiten, um zu berichten, sondern er war im Grunde genommen nach 3 Seiten fertig mit umfangreichen Bestandsanalysen zu kirchlichen Angelegenheiten breitester Art.“ (Reinhardt Buthmann) Siehe auch seine antisemitische Antrittsvorlesung Zur Frage der ältesten Gestalt und des ursprünglichen Sinnes der Bergrede Jesu als Professor für Neues Testament und Völkische Theologie der Universität Jena 1939. Leiter des „Entjudungsinstituts“ und Stasi-IM – Ausstellung im Thüringer Landtag erinnert an Walter Grundmann, Deutschlandradio. 2. Februar 2013. Abgerufen am 17. November 2014. 
  2. Grundmann, Walter: Völkische Theologie, Weimar 1937, S. 5 f.
  3. Michael Wildt: Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes, Hamburg 2002, S. 376.
  4. Gerhard Kittel: Die Judenfrage, 2. Aufl. 1934, S. 13 f.: „Die Frage, was mit dem Judentum zu geschehen hat, kann auf vierfache Weise beantwortet werden: 1. Man kann die Juden auszurotten versuchen (Pogrome)“; S. 14: „Die gewaltsame Ausrottung des Judentums kommt für eine ernsthafte Betrachtung nicht in Frage: wenn sie den Systemen der spanischen Inquisition oder den russischen Pogromen nicht gelungen ist, wird sie für das 20. Jahrhundert erst recht nicht möglich sein. … Alle Juden totschlagen aber heißt nicht, die Aufgabe meistern.“
  5. Walter Grundmann (Hrsg.): Germanentum, Christentum und Judentum 3, Leipzig 1943, Vorwort.
  6. Das religiöse Gesicht des Judentums: Entstehung und Art. Veröffentlichungen des Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben, 1942, Vorwort.
  7. Das religiöse Gesicht des Judentums – Entstehung und Art. Veröffentlichungen des Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben, 1942, S. 161.
  8. Birgit Gregor: Zum protestantischen Antisemitismus. Evangelische Kirchen und Theologen in der Zeit des Nationalsozialismus. Fritz-Bauer-Institut, Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust 1998/99, Darmstadt 1999, S. 171–200, speziell S. 191
  9. Eberhard Röhn, Jörg Thierfelder: Juden – Christen – Deutsche, Band 4/II 1941–1945; Calwer, Stuttgart 2007, S. 353.
  10. Markus Hein: Die sächsische Landeskirche nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Leipzig 2002, S. 173–176.
  11. Friedemann Stengel: Die theologischen Fakultäten in der DDR als Problem der Kirchen- und Hochschulpolitik des SED-Staates bis zu ihrer Umwandlung in Sektionen 1970/71, Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte, Bd. 3, Leipzig 1998, S. 431.
  12. Karl Friedrich Euler und Walter Grundmann: Das religiöse Gesicht des Judentums. Eine Veröffentlichung aus dem im Jahre 1939 gegründeten und 1945 aufgelösten, u.a. von elf evangelischen Landeskirchen getragenen Institut zur Erforschung des Jüdischen Einflusses auf das Deutsche Kirchliche Leben, Faks. [der Ausg.] Verl. Grenze und Ausland, 1940, 3. Aufl. Materialien zur Geschichtsforschung, Folge 18, Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur (Verlag der Ludendorffer), Viöl 1997. Laut Bundes-Verfassungsschutzbericht 1998 ist er ein Teil "rechtsextremistischer Bestrebungen" und hat sich "auf den Nachdruck von völkischer und nationalsozialistischer Literatur aus der Zeit zwischen 1918 und 1945 spezialisiert: Seite 75 (PDF; 729 kB)
  13. Lukas Bormann: Walter Grundmann und das Ministerium für Staatssicherheit. Chronik einer Zusammenarbeit aus Überzeugung (1956 bis 1969). In: Kirchliche Zeitgeschichte 22 (2009), S. 595–632.
  14. Clemens Vollnhals (Hrsg.): Die Kirchenpolitik von SED und Staatssicherheit. Eine Zwischenbilanz. Berlin 1996, S. 215–217, 266.