Walter Klaiber

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Walter Klaiber

Walter Klaiber (* 17. April 1940 in Ulm) ist Ev. Theologe, Bischof i.R. der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland und war bis Anfang März 2007 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walter Klaiber studierte Evangelische Theologie am Theologischen Seminar der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Reutlingen, an der Universität Tübingen und an der Universität Göttingen. Von 1969 bis 1971 war er Wissenschaftlicher Assistent bei Ernst Käsemann in Tübingen. Klaiber promovierte dort 1972 über Die Bedeutung der iustificatio impii für die Ekklesiologie des Paulus.

1966 wurde Klaiber zum Pastor der Evangelischen Gemeinschaft ordiniert. 1968 vereinigte sich die Evangelische Gemeinschaft mit der Bischöflichen Methodistenkirche zur Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Von 1971 bis 1989 war er Dozent für Neues Testament und Griechisch am Theologischen Seminar in Reutlingen und wurde 1977 zum Direktor bestellt.

Klaiber ist Autor von Werken zur evangelischen Gegenwartstheologie, insbesondere des Methodismus. Seit vielen Jahren ist er Mitherausgeber der ökumenischen Bibelauslegung Mit der Bibel durch das Jahr. Es ist das Standardwerk der praktischen ökumenischen Bibelauslegung für das Leben als Christ in der heutigen Zeit (1. Auflage 1994). Die Auslegungen mit kurzen Gebeten für jeden Tag folgen dem ökumenischen Bibelplan und sind verfasst von katholischen, evangelischen und evangelisch-freikirchlichen Autoren.

Von 1989 bis 2005 war er Mitglied im Präsidium der Vereinigung Evangelischer Freikirchen und neun Jahre lang deren Präsident. Von 1989 und 2007 engagierte er sich im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland und war zwischen 2001 und 2007 deren Vorsitzender. 1999 bis 2009 war er Präsident der Deutschen Bibelgesellschaft.

Im Frühjahr 2009 lehrte er als Gastprofessor an der Emory University in Atlanta (USA). 2012 wurde ihm der Ökumenische Predigtpreis des Verlags für die Deutsche Wirtschaft für sein Lebenswerk verliehen.[1]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walter Klaiber ist mit der Ärztin Annegret Klaiber verheiratet. Das Ehepaar hat drei Kinder und lebt in Tübingen.

Bischofsamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 wurde Klaiber zum Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland und West-Berlin gewählt und 1992 zum Bischof der EmK im nunmehr vereinigten Deutschland gewählt. Von 1986 bis 1992, bis zur ersten Zentralkonferenz der EmK in Deutschland nach der Wiedervereinigung, war Rüdiger Minor Bischof der EmK in der DDR.

In seiner Eigenschaft als Bischof vertrat Klaiber die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland (56.000 Methodisten) beim Weltrat methodistischer Kirchen. Zum Weltrat methodistischer Kirchen gehören 76 methodistische Kirchen in 132 Ländern, mit insgesamt etwa 70 Millionen Menschen. Der Methodismus zählt zu den weltweit großen evangelischen Konfessionen.

Bischof Klaiber ist in der Ökumene engagiert. Von 2001 bis März 2007 war Walter Klaiber Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) mit Sitz in Frankfurt am Main, von 1999 bis 2009 Präsident der Deutschen Bibelgesellschaft. Er ist Kuratoriumsmitglied bei ProChrist, dem Organisator einer Evangelisationsveranstaltung mit evangelikaler Orientierung, die dem CVJM nahesteht.

Mit dem 31. März 2005 ist Klaiber in den Ruhestand getreten. Seine Nachfolgerin wurde am 1. April 2005 Bischöfin Rosemarie Wenner.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theologische Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenlieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walter Klaiber hat etliche Kirchenlieder des methodistischen Gesangbuches vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Die Ausgabe von 2002 weist ihn bei 10 Liedern als Textautor aus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaiber: Predigtpreis 2012; Vita, predigtpreis.de