Walter Neusel

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Walter Neusel Boxer
Daten
Geburtsname Walter Neusel
Kampfname Der Blonde Tiger
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität Deutsch
Geburtstag 25. November 1907
Geburtsort Bochum
Todestag 3. Oktober 1964
Todesort Berlin
Stil Linksauslage
Größe 1,87 m
Kampfstatistik
Kämpfe 90
Siege 68
K.-o.-Siege 36
Niederlagen 13
Unentschieden 9
Profil in der BoxRec-Datenbank

Walter Neusel (* 25. November 1907 in Bochum; † 3. Oktober 1964 in Berlin) war ein deutscher Schwergewichtsboxer.

Amateurkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neusel begann 1927 mit dem Boxen zuerst beim Wanne-Eickeler Box-Sport-Klub 1926 (im Saal der ehemaligen Gaststätte Schulte-Berge in der Hindenburgstraße, heute Hauptstraße), später bei den Boxsportfreunden Heros Eickel und dem Bochumer BSK 19. 1928 verlor er noch im Finale der Deutschen Meisterschaften, 1929 wurde er jedoch Deutscher Meister und schlug dabei unter anderem Adolf Heuser.

Profikarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1930 wurde Neusel Profi und folgte Max Schmeling nach Amerika, wo er aufgrund seines offensiven Stils populär war. Er besiegte 1934 King Levinsky und die Halbschwergewichtslegende Tommy Loughran. Damit war er im Ring Magazine Top 10.

Am 26. August 1934 kam es in Hamburg zum größten Boxkampf der europäischen Geschichte, Neusel gegen Schmeling. Der Schauplatz war die Dirt-Track-Anlage, eine Sandrennbahn in unmittelbarer Nähe von Hagenbecks Tierpark, die der Box-Promoter Walter Rothenburg innerhalb weniger Wochen in eine Musteranlage umbauen ließ.[1] Die Zuschauerangaben schwanken zwischen 80.000 und 180.000 (Ring Magazine), eine nie wieder erreichte Anzahl von Zuschauern bei einer Boxveranstaltung in Deutschland. In der 9. Runde wurde Neusel durch den Ringrichter aus dem Kampf genommen, somit war Schmeling Sieger durch Technischen Knockout.

Er besiegte in der Folge den englischen Halbschwergewichtler Harrington dreimal durch K. o. (in England), unterlag aber Primo Carnera und dem walisischen WM-Herausforderer Tommy Farr. Den Halbschwergewichtler Adolf Heuser konnte er wiederholt ausknocken. Nach dem Krieg verlor er mehrfach gegen den ungeschlagenen Hein ten Hoff, besiegte aber im Nostalgie-Duell Schmeling nach Punkten. 1950 unterlag er in seinem letzten Kampf Conny Rux.

Er starb wenige Tage bevor sein Sohn Peter Neusel in Tokio Olympiasieger im Rudern wurde an einem Herzinfarkt in seiner Berliner Gaststätte „Zum blonden Tiger“. Er wurde auf dem Waldfriedhof Heerstraße, Feld II-W13-227/228, bestattet.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Max Schmeling: Max Schmeling Erinnerungen, Ullstein, Frankfurt/M-Berlin-Wien, 1977, S. 286 f, ISBN 978-3-5482-7508-6

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]