Walter Schmitt (Chirurg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Walter Schmitt (* 30. Juli 1911 in Straßburg; † 6. Juni 2005 in Rostock) war ein deutscher Chirurg. Von 1957 bis 1976 war er Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Rostock.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einziges Kind seiner Eltern kam Schmitt im Reichsland Elsaß-Lothringen zur Welt. Er wuchs in Berlin auf und besuchte das Askanische Gymnasium. Im Anschluss studierte er von 1931 bis 1936 an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Nach Abschluss seines Studiums begann er als Medizinalpraktikant bei Willi Felix in Berlin-Britz. Nach Erhalt seiner Approbation widmete er sich endgültig der Chirurgie und begann bei Mathies am Krankenhaus im Wilke-Stift in Guben. Dort lernte er auch seine Frau Jutta kennen, mit der er drei Kinder hatte.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Schmitt als Chirurg im Krieg gebraucht. Zumeist war er an der russischen Front. Nach Kriegsende geriet er in Kriegsgefangenschaft, aus der er nach kurzer Zeit wieder entlassen wurde. Er arbeitete im Anschluss als Arzt in Thüringen, bis er 1946 zu Willi Felix ging, der mittlerweile Professor an der Universität Greifswald geworden war, um sich dort 1949 zu habilitieren. Er widmete sich neben der Allgemeinen Chirurgie auch der Kinder- und Säuglingschirurgie und den Wundinfektionen. Nachdem Felix 1950 Professor für Chirurgie an der Charité in Berlin wurde, übernahm Schmitt zunächst die kommissarische Klinikleitung und auch den Lehrstuhl für Chirurgie der Universität Greifswald. Ab 1953 erhielt er eine außerplanmäßige Professur, die er bis 1957 behielt. Sein Lehrbuch "Allgemeine Chirurgie" erschien erstmals 1955. Zwei Jahre später wurde der Lehrstuhl für Chirurgie der Universität Rostock frei, den Schmitt übernahm. Dort war er bis 1976 Professor für Chirurgie und Kinderchirurgie. Außerdem war er auch noch Direktor der Rostocker Chirurgischen Universitätsklinik. Er widmete sich der Entwicklung der Chirurgie, wie er sie sich vorstellte. Bis 1967 gründete er mehrere chirurgische Fachabteilungen, denen jeweils ein Hochschullehrer vorstand. Auch nach seiner Emeritierung 1976 widmete er sich der Weiterentwicklung seines Lehrbuchs "Allgemeine Chirurgie", welches bis 1991 in elf Auflagen erschien und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Er veröffentlichte insgesamt über 150 wissenschaftliche Arbeiten, schrieb aber auch in anderen Gebieten. Er veröffentlichte 1980 eine Aphorismensammlung und war von 1971 bis 1985 Chefredakteur der Fachzeitschrift "Zentralblatt für Chirurgie". In seinen letzten Jahren reiste er viel durch West- und Osteuropa, um Vorträge zu halten. Sein letztes Werk folgte 2003: unter dem Titel "Eilig verschwindet die Zeit" veröffentlichte er seine Autobiografie.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]