Walther Schreiber

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Briefmarke der Deutschen Bundespost Berlin (1960) zum zweiten Todestag Schreibers
Schreibers Grab auf dem Waldfriedhof Dahlem

Walther Carl Rudolf Schreiber (* 10. Juni 1884 in Pustleben im Kreis Nordhausen; † 30. Juni 1958 in West-Berlin) war ein deutscher Politiker. Zunächst war er Mitglied der liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und als solches von 1925 bis 1932 preußischer Handelsminister. In den 1950er Jahren war Schreiber als Mitglied der CDU für knapp 15 Monate Regierender Bürgermeister von Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn eines Rittergutsbesitzers besuchte er das Gymnasium in Weimar. In München, Halle, Berlin und Grenoble studierte er Rechts- und Staatswissenschaften und wurde 1910 in Halle zum Dr. jur. promoviert.[1] Von 1911 bis 1925 arbeitete er als Rechtsanwalt und Notar in Halle (Saale). Im Ersten Weltkrieg kriegsfreiwilliger Offizier, wurde er im November 1918 in den Soldatenrat bei der Obersten Heeresleitung gewählt. Als Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei war er ab 1919 Mitglied des Preußischen Landtages.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schreiber Christdemokrat und Mitbegründer der CDU am 26. Juni 1945 in Berlin und in der SBZ. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 1950 war er Spitzenkandidat seiner Partei. Während die SPD mit 44,7 % die absolute Mandatsmehrheit nur um zwei Sitze verfehlte, erreichte die CDU 24,6 % der Stimmen und die FDP 23,0 %.

Ernst Reuter, bis dato amtierender Regierender Bürgermeister, war bemüht, die bisherige Drei-Parteien-Koalition aus SPD, CDU und FDP fortzuführen, was zwar auf Zustimmung der CDU stieß, jedoch Schreiber nicht daran hinderte, sich dem Abgeordnetenhaus neben Reuter zur Wahl zu stellen. Nachdem beide je 62 Stimmen erhalten hatten, verzichtete Schreiber zugunsten Reuters auf eine Aufrechterhaltung seiner Kandidatur. Nach Reuters Tod am 29. September 1953 zerbrach die Koalition, die SPD ging in die Opposition und Schreiber wurde Regierender Bürgermeister. Bei der Wahl 1954 steigerte sich die CDU zwar auf 30,4 % der Stimmen, jedoch sackte die FDP auf 12,8 % der Stimmen ab, so dass die 44,6 %, welche die SPD erhielt, zum Gewinn der absoluten Mandatsmehrheit ausreichten. Die SPD ging eine Koalition mit der CDU ein und neuer Regierender Bürgermeister wurde Otto Suhr (SPD).

Schreiber ist auf dem Waldfriedhof Dahlem bestattet. Sein Grab ist als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.

Der Walther-Schreiber-Platz[2] an der Grenze zwischen Steglitz und Friedenau wurde 1958 nach ihm benannt. Dort wurde 1971 der U-Bahnhof Walther-Schreiber-Platz eröffnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Walther Schreiber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walther Schreiber im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. a b Walther-Schreiber-Platz. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)