Walzenwehr

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Konstruktionszeichnung des Walzenwehrs am Mississippi River, 1937
Ein dreiteiliges Walzenwehr: Die Staustufe Griesheim in Frankfurt am Main
Wehrpfeiler mit der Walzenaufhängung an der Staustufe Offenbach
Das weltweit erste Walzenwehr am Grundablass in Schweinfurt.

Ein Walzenwehr ist ein bewegliches Wehr. Die Technik des Walzenwehrs wurde vom deutschen Ingenieur Max Carstanjen (1856–1934) für die Wehranlage Schweinfurt entwickelt. Sie wurde durch die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg patentiert und gebaut und 1902 am so genannten Grundablass erstmals in Betrieb genommen. Es wird auch als Trommelwehr bezeichnet.

Das Wehr besteht, je nach Breite des Gewässers, aus zwei oder mehr Wehrpfeilern, in deren Flanken die zylindrischen Hohlwalzen mittels eines Kettenantriebs höhenverstell- und drehbar gelagert sind. Die Führungen sind üblicherweise geneigt ausgeführt, um die Betätigungskräfte zu verringern. Außerhalb der Führung sind die Walzen meist exzentrisch, so dass durch Absenken oder Anheben bei gleichzeitigem Drehen der Stau des Oberwassers und der Wasserdurchfluss über und unter dem Wehrverschluss geregelt werden kann.

Im Gegensatz zu den nur noch selten verwendeten Nadelwehren sind Walzenwehre deutlich einfacher zu bedienen und wesentlich leistungsfähiger. Sie können einem höheren Wasserdruck standhalten und so einen höheren Stau – somit auch eine größere Wassertiefe – erzeugen, was gegebenenfalls auch größere Abstände der Staustufen ermöglicht. Beim Ausbau der Wasserstraßen seit den 1920er Jahren wurden die Staustufen daher hauptsächlich mit Walzenwehren ausgestattet. Walzenverschlüsse sind heute auf Wasserstraßen die meistverwendeten, werden aber zunehmend durch Schlauchwehre verdrängt.

Über das weltweit größte Walzenwehr verfügt die Anlage Lock and Dam No. 15 im US-amerikanischen Rock Island.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Walzenwehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien