Wanda Brońska-Pampuch

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Wanda Brońska-Pampuch, Pseudonym Alfred Burmeister, (* 6. September 1911; † 9. Februar 1972) war eine deutsch-polnische Publizistin und Übersetzerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanda Brońskas Vater Mieczysław Bronski war ein bolschewistischer Revolutionär und enger Vertrauter Lenins. Von 1920 bis 1922 war Mieczysław Broński sowjetrussischer Botschafter in Österreich. Während der stalinschen Säuberungen wurde er 1938 hingerichtet - ebenso wie seine Frau. Wanda wuchs in Zürich und Berlin auf und ging 1931 nach Moskau. 1938 wurde sie zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die sie im Lager Magadan in Kolyma am Ochotskischen Meer absaß.

1946 holte sie die polnische Regierung nach Warschau und schickte sie dann in die Presseabteilung der Polnischen Militärmission in Westberlin. 1952 gingen sie und ihr Mann Bernhard Pampuch nach München. Dort arbeitete sie zunächst für die Amerikaner und dann für die westdeutsche Presse - vor allem für die Süddeutsche Zeitung, später auch für Radio und Fernsehen. Ihre ersten Artikel schrieb sie unter dem Pseudonym Alfred Burmeister, „weil politische Äußerungen von Frauen im Westen nicht ernst genommen würden.“[1] 1953 plante die Staatssicherheit der DDR Aktionen gegen Wanda Brońska-Pampuch mittels Józef Światło,[2] der jedoch in den Westen überlief.

1958 veröffentlichte Brońska-Pampuch ihr erstes Buch Polen zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Sie übersetzte aus dem Polnischen Werke des Philosophen Leszek Kołakowski und anderer Autoren, darunter Kazimierz Brandys und Stefan Kisielewski. 1963 erschien ihr autobiografischer Roman Ohne Maß und Ende.[3] Das Buch wurde mehrmals aufgelegt und ins Niederländische übersetzt.

1968 spielte sie in dem Film Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos die Rolle Frau Saizewa.

Der Schriftsteller Wolfgang Leonhard gilt als ihr Halbbruder.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Polen zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Verlag für Politik und Wirtschaft, Köln 1958
  • Ohne Maß und Ende. Piper, München 1963
    • In de rode maalstrom. Übersetzung ins Niederländische von Magdalena G. Schenk. Barn – De Boekerij, Antwerpen 1964
  • Blick über Grenzen – Europa im Osten. Verlag Mensch und Arbeit, München 1965

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wanda Bronska-Pampuch – Ein Glas Wasser. In: Der Spiegel. 4. Dezember 1963, abgerufen am 3. September 2015.
  2. Richard H. Cummings: Operation SPOTLIGHT: The Defection of Colonel Jozef Swiatlo and RFE. In: Cold War Radio Broadcasting. 10. Dezember 2010, abgerufen am 3. September 2015 (englisch).
  3. Wanda Bronska-Pampuch – Ein Glas Wasser. In: Der Spiegel. 4. Dezember 1963, abgerufen am 3. September 2015.