Wandelröschen

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Wandelröschen
Blütenstände einer Sorte des Wandelröschens (Lantana camara)

Blütenstände einer Sorte des Wandelröschens (Lantana camara)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Gattung: Wandelröschen (Lantana)
Art: Wandelröschen
Wissenschaftlicher Name
Lantana camara
L.

Das Wandelröschen (Lantana camara) ist eine Pflanzenart aus der der Gattung Wandelröschen (Lantana) innerhalb der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae). Ihre Zuchtformen sind beliebte Zierpflanzen. Es ist in den Tropen und Subtropen eine sich stark ausbreitende invasive Pflanze.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wildform mit gegenständigen Laubblättern und Blütenständen
Illustration aus Flore médicale des Antilles, ou, Traité des plantes usuelles, Tafel 370

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Lantana camara handelt es sich um Sträucher. Die oft langen, leicht herabhängenden Zweige sind durch abwärtsgerichtete Borsten oder kurze Stacheln rau.[1]

Die meist gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der flaumig behaarte Blattstiel ist 1 bis 2 Zentimeter lang. Die einfache, pergamentartige Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 8,5 Zentimetern sowie einer Breite von 1,5 bis 5 Zentimetern eiförmig bis länglich mit gerundeter bis fast herzförmiger Spreitenbasis.[1] Der Blattrand ist gekerbt[1] bis gesägt. Die Blattoberfläche ist runzlig und ist durch steife kurze Haare rau. Wenn die Laubblätter zerdrückt riechen sie aromatisch.[1] Es sind fünf Paare deutlich erhabene Seitennerven vorhanden.[1]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In endständigen köpfchenförmigen Blütenständen mit Durchmessern von 1,5 bis 2,5 Zentimetern stehen viele Blüten zusammen.[1] Die Blüten sind gelb oder orangefarben, später oft rötlich bis violett. Durch die sich mit der Zeit ändernde Blütenfarbe bekommen die Blütenköpfchen ein charakteristisches, buntes Aussehen mit verschiedenen Farben innen und außen. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit einer doppelten Blütenhülle. Der Fruchtknoten ist kahl.[1]

Die wenigsamigen, giftigen Steinfrüchte sind bei einem Durchmesser von etwa 4 Millimetern kugelig und färben sich bei Reife metallisch dunkel-purpurfarben bis schwarz.[1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 44.[1]

Blütenbesuch
Blütenstand einer Sorte

Giftigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die reifen und unreifen Früchte. Hauptwirkstoffe im Blatt sind Lantaden A und B, Icterogenin sowie Triterpene.

Die Symptome der Vergiftung ähneln z. T. denen einer Tollkirschenvergiftung (Pupillenerweiterung). Einige Tierarten fressen trotzdem Pflanzenteile des Wandelröschens.

So spielt der Samen des Wandelröschens beispielsweise im Nahrungsspektrum der Dunklen Kuckuckstaube eine Rolle, obwohl diese Pflanzenart in Australien - dem Lebensraum dieser Taube - eine eingeführte Art ist.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Unterarten von Lantana camara reicht von Mexiko bis Zentralamerika sowie nördliche Südamerika und sie kommt auf Karibischen Inseln. Sie ist aber in alle warmen Gebiete der Welt ein Neophyt und kann sich insbesondere in feuchtwarmen Gegenden auf Ödland, auf Weiden und in Wäldern stark ausbreiten, wozu auch die Ausbreitung der Samen durch Vögel beiträgt. Manchmal wird sie aber auch gerade deshalb auf erosionsgefährdeten Hängen angepflanzt. In Südafrika ist die Kultur des Wandelröschens wegen seines invasiven Charakters in Gärten verboten worden.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Lantana camara erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, Seite 627.[3][4]

Je nach Autor gibt es von Lantana camara sechs Unterarten:[4]

  • Lantana camara subsp. aculeata (L.) R.W.Sanders (Syn.:Lantana aculeata L., Lantana coccinea Weigel, Lantana sanguinea Medik., Lantana mutabilis Salisb. nom. illeg., Lantana suaveolens Desf. nom. illeg., Lantana variegata Otto & A.Dietr.): Diese Neukombination erfolgte 2006. Sie kommt ursprünglich in Mexiko und auf Karibischen Inseln vor.[4]
  • Lantana camara L. subsp. camara (Syn.: Lantana annua C.B.Clarke, Lantana asperata Vis. nom. nud., Lantana crocea Jacq., Lantana formosa K.Koch & Fintelm., Lantana mixta Medik., Lantana undulata Raf., Lantana urticifolia Mill., Lantana viburnoides Blanco nom. illeg.): Sie kommt ursprünglich vom mexikanischen Bundesstaat Veracruz bis Nicaragua und auf Karibischen Inseln vor.[4]
  • Lantana camara subsp. glandulosissima (Hayek) R.W.Sanders (Syn.: Lantana glandulosissima Hayek): Den Rang einer Unterart hat sie seit 2012. Sie kommt von Mexiko über Zentralamerika bis ins nördliche Venezuela und auf Kuba sowie Puerto Rico vor.[4]
  • Lantana camara subsp. moldenkei (R.W.Sanders) R.W.Sanders (Syn.: Lantana urticifolia subsp. moldenkei R.W.Sanders): Diese Neukombination erfolgte 2012. Sie kommt nur im östlichen Kuba und in der Dominikanischen Republik vor.[4]
  • Lantana camara subsp. moritziana (Otto & A.Dietr.) R.W.Sanders (Syn.: Lantana moritziana Otto & A.Dietr., Lantana camara var. moritziana (Otto & A.Dietr.) López-Pal.): Diese Neukombination erfolgte 2012. Sie kommt von Costa Rica über Panama bis ins tropische Südamerika vor.[4]
  • Lantana camara subsp. portoricensis (Moldenke) R.W.Sanders (Syn.: Lantana arida var. portoricensis Moldenke, Lantana urticifolia subsp. portoricensis (Moldenke) R.W.Sanders): Diese Neukombination erfolgte 2012. Sie kommt nur auf Puerto Rico und den Jungferninseln vor.[4]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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In kühleren, trockeneren Gebieten wird es als Zierpflanze dagegen gerne gesehen. Auch in den gemäßigten Gebieten wird es überall verwendet und auch beispielsweise im Kalthaus überwinternd kultiviert.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Shou-liang Chen, Michael G. Gilbert: Verbenaceae.: Lantana camara, S. 2 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 17 - Verbenaceae through Solanaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1994, ISBN 0-915279-24-X.
  2. David Gibbs, Eustace Barnes, John Cox: Pigeons and Doves – A Guide to the Pigeons and Doves of the World. Pica Press, Sussex 2001, ISBN 90-74345-26-3, S. 273.
  3. Lantana camara bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  4. a b c d e f g h Rafaël Govaerts (Hrsg.): Lantana camara. In: World Checklist of Selected Plant Families = WCSP - The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 31. Dezember 2017.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wandelröschen (Lantana camara) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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