Wanderrudern

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Wanderrudern auf der Elbe 1959, Schülerruderverein des Matthias-Claudius-Gymnasiums
Wanderrudern auf der Flensburger Förde 1960, im Hintergrund das Feuerschiff Flensburg.

Wanderrudern ist eine Ausprägung des Rudersports, bei der längere Strecken – oft über mehrere Tage – auf Flüssen und größeren Binnengewässern zurückgelegt werden. Im Flachland sind auch Wanderfahrten in verzweigten Kanalsystemen beliebt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sport kam Ende des 19. Jahrhunderts auf und hat speziell in Norddeutschland zahlreiche Anhänger. Viele um die Jahrhundertwende gegründete Vereine hatten das Ziel, im Gegensatz zu vornehmen Ruderklubs auch weniger begüterten Kreisen diese Sportart zu ermöglichen. Neben dem Rudern als erlebnisreichem Volkssport förderten sie insbesondere das Jugend- und Frauenrudern, was oft zu angeregter öffentlicher Debatte führte. Zu den ersten dieser Rudervereine gehörten in der Umgebung Berlins der Märkische Ruderverein (gegründet 1901) und der Ruder-Verein Preußen (1903). Marie von Bunsen war vermutlich die erste Frau in Deutschland, die allein in ihrem Ruderboot Wanderrudertouren unternahm. Von ihren Erlebnissen zwischen 1905 und 1915 auf Flüssen und Kanälen berichtet sie in ihrem Buch „Im Ruderboot durch Deutschland“[1], das 1914 im Fischer Verlag erschien.

Bootsmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wanderruderei bevorzugt Boote, die breiter als die normalen Wettkampfboote sind, wobei heute faserverstärkte Kunststoffe überwiegen. Typische Wanderboote sind oft mit wasserdichtem Stauraum ausgestattet. Die Ausdehnung der Wanderfahrten über einen Tagesausflug hinaus ermöglicht das Erkunden ganzer Flussläufe, Kanäle und interessanter Uferlandschaften.

Touren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut trainierten Personen sind flussaufwärts Tagesleistungen von einigen Dutzend Kilometern möglich, flussabwärts je nach Strömung bis zu 100 km. Übernachtet wird im Freien, auf Campingplätzen oder in Herbergen. Üblich ist auch das Übernachten in Vereinsbootshäusern entlang des Gewässerverlaufs. Viele Vereine bieten dies gegen ein geringes Entgelt an.

Viele Schulen haben eigene Vereine für das Wanderrudern und führen regelmäßige Wanderfahrten oder Regatten durch. Da Wanderrudern keine olympische Sportart ist, zielen Großveranstaltungen wie Wanderrudertreffen weniger auf den Spitzen- als auf den Breitensport. Wichtigster Vereinspreis im Wanderrudern ist in Deutschland der Georg-Winsauer-Wanderruderpreis[2]. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch Familienurlaube im Bereich der norddeutschen oder polnischen Seenplatten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Ruderboot durch Deutschland. Abgerufen am 3. August 2016.
  2. Wanderruderpreis. Abgerufen am 30. September 2020.