Wanfried

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wanfried
Wanfried
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wanfried hervorgehoben
Koordinaten: 51° 11′ N, 10° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 46,9 km²
Einwohner: 4151 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37281
Vorwahlen: 05655, 05651 (Aue)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ESW, WIZ
Gemeindeschlüssel: 06 6 36 013
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstr. 18
37281 Wanfried
Webpräsenz: www.wanfried.de
Bürgermeister: Wilhelm Gebhard (CDU)
Lage der Stadt Wanfried im Werra-Meißner-Kreis
Werra-Meißner-Kreis Hessen Sontra Waldkappel Hessisch Lichtenau Gutsbezirk Kaufunger Wald Großalmerode Berkatal Meißner Neu-Eichenberg Witzenhausen Herleshausen Ringgau Wehretal Weißenborn Eschwege Wanfried Meinhard Bad Sooden-Allendorf Niedersachsen Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg Schwalm-Eder-Kreis Landkreis KasselKarte
Über dieses Bild

Wanfried [ˈvanfʁiːt] ist eine Landstadt im Werra-Meißner-Kreis in Hessen.

Wanfried Stadtkern
Hotel "Zum Schwan" (links) und Rathaus

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Osten des nordhessischen Werra-Meißner-Kreises direkt an der Landesgrenze zu Thüringen. Sie befindet sich im Tal der Werra nordöstlich des Schlierbachswalds; nordöstlich von Wanfried schließt sich jenseits der Landesgrenze der thüringische Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal an.

Die hessische Mittelstadt Eschwege liegt etwa 11 km flussabwärts im Westen. Weitere Städte in der Nähe sind Mühlhausen/Thüringen etwa 25 km östlich und Eisenach etwa 28 km im Südosten.

Wanfried ist die östlichste Stadt Hessens.

Panorama von Wanfried im Werratal

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frieda Döringsdorf Hildebrandshausen
Eschwege Nachbargemeinden Katharinenberg
Weißenborn Großburschla Treffurt

Wanfried grenzt im Norden an die Gemeinde Geismar, Ortsteil Döringsdorf (Landkreis Eichsfeld, Thüringen), im Osten an die Gemeinde Südeichsfeld im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen, im Südosten und Süden an die Stadt Treffurt (im thüringischen Wartburgkreis), sowie im Westen an die Stadt Eschwege und die Gemeinde Meinhard, Ortsteil Frieda (beide im Werra-Meißner-Kreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den Stadtteilen: Kernstadt Wanfried, Altenburschla, Aue, Heldra mit Siedlung Bahnhof Großburschla und Völkershausen mit dem Gut Marienhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanfried – Auszug aus dem Thesaurus Philopoliticus von Daniel Meisner und Eberhard Kieser, 1624.
Wanfried – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Wanfried ist eine uralte Siedlung. Als der Hl. Bonifatius in diese Gegend kam, bestand sie schon. Es gab dort auch schon Christen. Er baute die ersten Kirchen, auch auf dem Hülfensberg errichtete er eine Kirche und ein Kloster. Vom Hülfensberg blickend soll der Hl. Bonifatius einer Legende nach gesagt haben: „Wann wird endlich Frieden schweben über dieser schönen Aue“. Volksetymologisch erklärte man sich daraus die Ortsnamen Wanfried, Frieda, Schwebda, Aue.

Als Ort im Grenzgebiet war Wanfried, das schon vor 813 unter dem Namen „In wanen In Riden“ und auch als „Uuanenreodum“ erwähnt wurde,[2] häufig Versatz- und Pfandobjekt der hessischen und thüringischen Landgrafen, deren Interessensbereiche hier aneinander stießen. Der 1035 als Wenefridun erwähnte Ort wurde nach der Schlacht bei Wettin (1264) an Thüringen abgetreten. Um seine junge hessische Landgrafschaft auszuweiten, kaufte Heinrich I. im Jahr 1306 vom thüringischen Landgrafen die Orte Wanfried und Frieda und einige eichsfeldische Dörfer. Wenige Jahre später begannen mit einem Überfall Hermanns II. von Treffurt die kriegerischen Auseinandersetzungen um den Besitz Wanfrieds. Hermann konnte den Ort in einem Handstreich nehmen, sich jedoch dort nicht festsetzen, denn schon 1336 wurde Hermanns Burg Normannstein von einer Koalition hessischer, kurmainzischer und sächsischer Truppen eingenommen. Nachdem der Besitz unter den Siegern verteilt worden war, suchte der hessische Landgraf Otto I. die neuen, isolierten Besitzungen durch eine Landbrücke an sein Territorium zu binden. Zu diesem Zweck erwarb er 1365 von den benachbarten Herren zu Völkershausen deren Gericht mit den Dörfern Völkershausen, Altenburschla, Heldra, Helderbach, Rambach und Weißenborn. Zum Bezirk der Zent Wanfried gehörten seitdem außer Wanfried selbst die 6 Dörfern des benachbarten Gerichts Völkershausen und der eichsfeldische Ort Döringsdorf. Bevor Wanfried endgültig an die hessischen Landgrafen überging, kam es im Verlauf des Sternerkrieges zu Ende des 14. Jahrhunderts noch einmal zu erneuten Konflikten mit dem benachbarten Thüringen.

Wanfried wurde durch Privileg des Landgrafen Moritz von Hessen am 30. August 1608 zur Stadt erhoben und erhielt Marktgerechtigkeit.

Im Jahr 1616 wird die Stadt Wanfried im „Verzeichnis der fürnembsten Städte Europas“ als bedeutender Handelsplatz genannt.[3] Als Ausgangspunkt der Werraschifffahrt, deren Flusssystem durch Schleusen in Eschwege und Allendorf gesichert worden war, erwuchs der Ort zu einem Handelszentrum, in dem Waren aller Art umgeschlagen wurden. Nachdem die gelöschten Güter das Zollamt „Auf der Schlagd“ passiert hatten, wurden sie in die Lagerhäuser der Stadt verfrachtet und später auf dem Landweg weitertransportiert. Die Fuhrleute brachten die zumeist aus den Küstenstädten kommende Ware vor allem nach Thüringen und Bayern; wichtige Anlaufstellen waren die dortigen Handelszentren Leipzig und Nürnberg.

Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Stadt am 25. Juni 1626 von Truppen Tillys geplündert und niedergebrannt. Ab 1627 gehörte Wanfried zum Herrschaftsbereich des Rotenburger Quart und war ab 1667 Residenz der katholischen Seitenlinie Hessen-Wanfried der Hessen-Kasseler Landgrafen. 1667 zog Landgraf Karl als Begründer der Linie im dortigen Schloss ein. Die Söhne Karls, Wilhelm und Christian regierten dort bis zum Erlöschen der Linie im Jahr 1755. Entsprechend dem Hausvertrag fiel die Landgrafschaft Hessen-Wanfried an Hessen-Rotenburg zurück. 1834 fiel auch Hessen-Rotenburg an die Hauptlinie Hessen-Kassel zurück.

Die Stadt begann 1665 mit dem Bau einer Stadtmauer, die das bisherige Verteidigungswerk aus Erdwall und hölzerner Palisade ersetzte.

Die ehemalige Bedeutung Wanfrieds als Umschlagplatz belegt eine Handelsbilanz von der Wende vom 17. ins 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit betrug die Schiffsausfuhr ca. 80.000 Zentner, die Abfuhr bemaß sich auf 132.000 Zentner im Jahr. Bevorzugtes Handelsgut waren Kaffee, Zucker, Öl, Gewürze, Tabak, Wollwaren, Wein, Honig und Fisch. In dieser Zeit entstanden die prächtigen Handelshäuser an der Marktstraße, stattliche Bürger- und Wirtshäuser, Herbergen, eine Börse und ein Brauhaus. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Bedeutung der Werraschifffahrt mehr und mehr zurück, da sich der Gütertransport auf die Schiene verlagerte. Wanfried wurde im Jahr 1902 an die Werratalbahn angeschlossen.

Eine kuriose Geschichte um Wanfried entstammt dem Tagebucheintrag von Cosima Wagner vom 4. Mai 1874. Daraus, sowie aus dem Kommentar der Herausgeber des Bandes, geht deutlich hervor, dass die Benennung des neuen Wohnhauses der Familie Wagner in Bayreuth, dem sog. Haus Wahnfried, auf den Ort Wanfried zurückgeht:[4]

„… in Hessen gäbe es einen Ort Wahnfried, es habe ihn (gemeint ist ihr Ehemann, Richard Wagner) so mystisch berührt, diese Zusammensetzung der beiden Worte, und wie das Gedicht von Goethe, was nur zu dem Weisen gesprochen sei, so würde nur der Sinnige ahnen, was wir darunter verstehen.“

Cosima Wagner in Die Tagebücher

Im 19. Jahrhundert verblühte der Reichtum der Handelsstadt Wanfried. Die Wälle und Türme wurden geschleift, das alte Rathaus abgerissen. Den ehemaligen Glanz der Stadt haben die prächtigen Fachwerkhäuser im Stadtkern überdauert, die ein nahezu ungestörtes Ensemble bilden.

Die Bevölkerung ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die kleine katholische Pfarrgemeinde (gegründet 1908 als Kuratiegemeinde) wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg durch Flüchtlinge stark an.

1945 wurde auf dem Wanfrieder Herrensitz „Kalkhof“ das Wanfrieder Abkommen, ein Gebietstausch zwischen der US-amerikanischen und sowjetischen Besatzungszone entlang der so genannten „Whisky-Wodka-Linie“, geschlossen.

Unter dem Pseudonym „Friedheim“ trat die kleine Zonengrenzstadt in den Spielfilmen „Willi-Busch-Report“ und „Deutschfieber“ des Regisseurs Niklaus Schilling auf, die 1979 und im Jahr nach der Wiedervereinigung produziert wurden. Wanfried bzw. „Friedheim“ stand darin für einen äußerst ruhigen und nachrichtenarmen Ort, in den der Lokalredakteur einer Heimatzeitung durch heimlich von ihm selbst initiierte Ereignisse an der Grenze Leben bringen wollte, über das er dann in seinem Journal berichten konnte.

Die Stadt Wanfried feierte im Jahr 2008 das Jubiläum „400 Jahre Stadtrechte“ und im Jahr 2013 die 1200-jährige urkundliche Ersterwähnung.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Völkershausen eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 kam Aue hinzu. Altenburschla und Heldra folgten am 1. April 1972.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen:
Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834–1967. Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.
„Wanfried, Werra-Meißner-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Bevölkerung in Hessen (Atlas beim Statistischen Landesamt Hessen)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7][8][9]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
   
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 55,0 10 53,0 12 44,7 10 40,8 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,1 8 43,0 10 50,0 12 59,2 14
FDP Freie Demokratische Partei 4,9 1 4,0 1 5,3 1
Gesamt 100,0 19 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 61,6 66,7 65,5 66,4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Oktober 2007 Wilhelm Gebhard (CDU). Er setzte sich mit 51,7 % gegen seinen Vorgänger Otto Frank (SPD) durch, der seit 1989 amtierte. Bei der Wiederwahl im Mai 2013 war Gebhard einziger Kandidat. Er wurde mit 92,52 % im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In silber ein rotes Feld im Herzbereich des Schildes. Davor die Büste eines gerüsteten Ritters.“

Schon das älteste bekannte Siegel von 1578 zeigte einen Ritter. Es kann sich hier um eine Rolandsfigur handeln, die hier als Zeichen der Gerichtsstätte, in das Wappen kam. Es ist jedoch auch eine ortseigene Wappenbildung denkbar, demnach steht der Ritter als Friedenswahrer (Wahr’n Fried) in der ständig umkämpften grenznahen Stadt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften bestehen mit Plouescat im Département Finistère in Frankreich und mit Schörfling in Österreich. Der Stadtteil Altenburschla ist verschwistert mit Villeneuve-les-Sablons im Département Oise in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ev. Stadtkirche Wanfried 1884-88
Blick aus Süd/Ost
Kirchturm – Blick aus Süd/West
Innenraum – Blick auf den Altar
Innenraum – Blick auf Orgel und Eingang
Orgel frontal
Orgel links
Kath. Stadtkirche Wanfried 1907-08
Blick aus Süd
Blick aus West
Blick aus SüdOst
Der Plesseturm erbaut 1963/1964
Blick aus Ost
Blick aus West

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wanfrieder Heimatmuseum und "Dokumentationszentrum zur deutschen Nachkriegsgeschichte" Keudellschen Schloss
  • Heimatmuseum im Stadtteil Heldra

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neogotische evangelische Stadtkirche 1884–1888 mit reicher originaler Ausmalung und Ausstattung (Architekt Hermann Rüppel 1845–1900)
  • neogotische katholische Stadtkirche 1907–1908
  • Landgrafenschloss 16. Jahrhundert Landgrafenschloss
  • Schlagd, alter Werrahafen mit Fachwerk-Lagerhäusern
  • Bahnhof-Wanfried, Eröffnung 1902, Einstellung Personenverkehr 1981, Güterverkehr 1996
  • Postamt 1906–1998
  • Gut Kalkhof – am 17. Sept. 1945 wurde hier das Wanfrieder Abkommen verhandelt
  • Keudellsches Schloss
  • Rathaus, erbaut im 17. Jahrhundert
  • Harm’sches Haus aus der Schifffahrtszeit
  • Hotel „Zum Schwan“, aufwändig restauriertes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1690
  • Alte Post, ehemaliges Thurn- und Taxisches Posthaus, erbaut 1751
  • Plesseturm, erbaut 1964
  • "Kapelle der Einheit" und Eichsfelder Kreuz, errichtet unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Döringsdorf

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wanfried und Stadtteilen sind 5 Gesamtanlagen, sowie 149 Kulturdenkmäler ausgewiesen[10].

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler
Plessefelsen 2014 – Blick aus Südost
Plessefelsen 2013 – Blick aus Südost (Hintergrund Hülfensberg)
Taterloch 2012 – Auf der Plesse
Taterloch 2012 – Auf der Plesse
Im Inneren eines Taterlochs 2012 – Auf der Plesse
Wasserfall 2012 im Elfengrund
Wasserfall 1987 im Elfengrund
Wasserfall im Elfengrund 2012

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schützenverein Wanfried 1568 e. V.
  • Schützenverein Aue 1927 e.V
  • VfL Wanfried e. V.
  • Angelsportverein Wanfried e. V.
  • Reitverein Wanfried e. V.

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schmandfest jährlich im August
  • Volks-, Schützen- und Heimatfest jährlich am zweiten Wochenende im Juli, dabei tritt seit 1948 der Brombeermann auf
  • Weihnachtsmarkt am 2. Samstag im Dezember
  • Strohbärenfest in Heldra (am Aschermittwoch)
  • Jazz-Matinee; Kalkhof im Frühsommer
  • Wanfrieder Lesung; im Sommer
  • Weinfest; jährlich am 3. Samstag im September

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. April 1861 wurde die Druckerei Israel & Avenarius in Wanfried gegründet. Peter Israel leitete 1872 den Buchdruck ein, Schwerpunkt der Produktion blieb jedoch bis heute die Bedruckung und Veredlung von Verpackungsmaterialien, zunächst Tüten und Beuteln. 1938 wurde das Unternehmen in eine OHG umgewandelt und änderte den Namen in Wanfried-Druck Arthur und Wilhelm Kalden OHG. Nach dem Krieg wurde die Fabrikation und Bedruckung von Verpackungskartonagen und Etiketten zum Hauptgeschäftsfeld.[11]

Am 28. Februar 1889 wurde am östlichen Stadtrand die Wanfrieder Schmiergelwerk Gottlob Gries KG gegründet. Das Werk produzierte für Großkunden der Holz- und Metallverarbeitung die durch zahlreiche Patente geschützten ELEFANT-Schmirgelpapiere.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das an der Deutschen Fachwerkstraße liegende Wanfried führen die Bundesstraßen B 249 und B 250.

Wanfried lag an der 1700 eingerichteten Fahrpostroute LeipzigKassel im Rahmen der Fernpostlinie MoskauAmsterdam. Nachdem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bedeutung der Werraschifffahrt mehr und mehr zurückging und sich der Gütertransport zunehmend auf die Schiene verlagerte, wurde Wanfried im Jahre 1902 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die 1902 in Betrieb genommene Bahnstrecke Schwebda–Wartha verband Wanfried mit Eschwege im Westen sowie Treffurt, Creuzburg und Eisenach im Süden. Am 3. Juli 1945 wurde wegen der Grenzziehung der Verkehr zwischen Heldra und Treffurt eingestellt. Auf der Strecke Schwebda–Wanfried wurde der Personenverkehr am 31. Mai 1981 beendet, der Güterverkehr nach Wanfried endete am 1. Oktober 1994, die kaum noch genutzte Weiterführung nach Großburschla war schon am 23. Mai 1993 eingestellt worden. Die Gleise in und um Wanfried wurden bis 1998 abgebaut, zwischen Wanfried und Altenburschla wird die Trasse heute als Radweg genutzt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt verfügt über eine Grundschule (Gerhart-Hauptmann-Schule) und eine Integrierte Gesamtschule (Elisabeth-Selbert-Schule), welche seit dem Schuljahr 2006/07 als Außenstelle der Eschweger Anne-Frank-Schule fungiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wanfried. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 16, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 382.
  • Reinhold Strauß: Chronik der Stadt Wanfried. Carl Braun, Wanfried 1908 (archive.org [abgerufen am 5. Mai 2015]).
  • Wilhelm Dilich: Hessische Chronica. 1608, S. 135–136 (mdz-nbn-resolving.de [abgerufen am 16. Mai 2015]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Wanfried – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Wanfried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. „Wanfried, Werra-Meißner-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 26. Januar 2016)
  3. Der "Führer durchs Werratal und die angrenzenden Gebiete, Eschwege 2. Aufl. 1930 gibt S.177 als Veröffentlichungsdatum dieses Verzeichnisses 1550 an.
  4. Cosima Wagner: Die Tagebücher. Ediert und kommentiert von Martin Gregor-Dellin und Dietrich Mack. Band 2. Piper, München/Zürich 1982, S. 814f. (Eintrag vom 4. Mai 1874). Auch Kommentar der Hg. S. 1206
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 388 und 389.
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 18. März 2001
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  10. Peer Zietz: Kulturdenkmäler in Hessen. Werra-Meißner-Kreis I. Altkreis Eschwege – 1991. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Vieweg&Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1999, ISBN 3-528-06240-1.
  11. Wanfried-Druck-Kalden. Abgerufen am 31. Januar 2010.
  12. Wanfrieder Schmiergelwerk Gottlob Gries KG (Hrsg.) 100 Jahre Wanfrieder Schmiergelwerk. Festschrift. Wanfried 1989. 18S.