Wanken

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RPY-Winkel von Autos und anderen Landfahrzeugen
Roll-Nick-Gier-Winkel (Eulerwinkel)
Rollpitchyawplain deutsch.png
0 Rotationsachsen: Bewegung:
Längsachse (Roll-/Wankachse): Rollen, Wanken
Aileron roll.gif
Querachse (Nickachse): Nicken, Stampfen
Vertikalachse (Gierachse): Gieren (Schlingern)

Wanken ist die fachsprachliche Bezeichnung für die Drehbewegung eines Landfahrzeugs um die Längsachse des fahrzeugfesten Koordinatensystems.

Bei Wasser- und Luftfahrzeugen wird diese Bewegung als Rollen bezeichnet.[1] Umgangssprachlich wird der Begriff zum Beispiel auch im Sinne von „sich schwankend bewegen“ verwendet.[2]

Bei Kurvenfahrt beispielsweise neigt sich ein Fahrzeug aufgrund der Fliehkraft gewöhnlich nach außen. Der sich dabei einstellende Wankwinkel ist abhängig von Querbeschleunigung, Fahrzeugmasse, Schwerpunktshöhe und Fahrwerksaufbau.

Das Wankzentrum ist der Momentanpol der Wankbewegung des Aufbaus eines Fahrzeugs bezüglich des Fahrzeugkoordinatensystems. Wegen der Kinematik der Radaufhängung wird die Lage der Wankachse und des Wankzentrums von den auf das Fahrzeug wirkenden Kräften beeinflusst. Sie verändert sich daher ständig entsprechend den wechselnden Belastungsfällen während der Fahrt.

Wankstabilisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heutzutage werden elektronisch kontrollierte, härteverstellbare, aktive Stabilisatoren in Serienautos eingebaut, um das Wanken zu vermeiden (Wankstabilisierung), zum Beispiel bei BMW der sogenannte ARS (Aktiver Rollstabilisator) in der Sonderausstattung Dynamic Drive[3] (alternative Bezeichnung Adaptive Drive[4], Active Roll Stabilization), bei Mercedes (Active Curve System)[5], oder bei Porsche (Porsche Dynamic Chassis Control PDCC[6]).

Die Active Body Control (ABC) von Mercedes kommt ohne Stabilisatoren aus. Die Karosserie des Fahrzeugs wird durch ein Hydrauliksystem waagrecht gehalten, was im Automobilbau einzigartig ist. In jedem Federbein ist ein einseitig wirkender Hydraulikzylinder (Plunger) angebracht. Durch den veränderlichen Druck im Zylinder lässt sich kontinuierlich die jeweilige Federvorspannung verstellen. Der Druck wird von einem Rechner geregelt, der dazu Signale von Beschleunigungssensoren im Fahrzeug auswertet. Höherfrequente Schwingungen werden durch herkömmliche Schwingungsdämpfer (Stoßdämpfer) gedämpft. Der Systemdruck wird durch eine riemengetriebene Radialkolbenpumpe bereitgestellt. Das System ist nur für Modelle mit Hinterradantrieb verfügbar.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  1. Vorlesung Embedded Software Engineering im Bereich Automotive der Technischen Universität Dresden, Rotationsbewegungen, S. 24 (PDF; 2,3 MB)
  2. Online-Duden Online-Duden, Bibliographisches Institut GmbH 2012
  3. http://www.bmw.com/com/de/insights/technology/technology_guide/articles/dynamic_drive.html?source=categories&article=dynamic_drive Dynamic Drive
  4. http://www.bmw.com/com/de/insights/technology/technology_guide/articles/adaptive_drive.html Adaptive Drive
  5. http://techcenter.mercedes-benz.com/de_DE/active_curve_system/detail.html ACTIVE CURVE SYSTEM
  6. https://www.heise.de/autos/artikel/Gedaempfter-Wankelmut-Ideen-aus-der-Fahrwerkstechnik-445333.html Gedämpfter Wankelmut: Ideen aus der Fahrwerkstechnik