War (Bob-Marley-Lied)

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War (zu deutsch "Krieg") ist ein Song von Bob Marley und seiner Band The Wailers. Es wurde auf dem Studioalbum Rastaman Vibration (1976) als neuntes von zehn Liedern veröffentlicht.

Liedtextbeschreibung[Bearbeiten]

War ist weniger als klassisches Lied mit Strophen und Refrain aufgebaut, als vielmehr eine Art Sprechgesang; dies ist kein Zufall, denn Marley schrieb den Text nicht selbst, sondern entnahm ihn einer Passage aus der Rede Haile Selassies an die Vereinten Nationen in New York am 4. Oktober 1963.

Der Text, der in der ursprünglichen Formulierung Selassies ein einziger Satz bildete, stellt eine Feststellung dar, dass der afrikanische Kontinent keinen Frieden kennen wird, bis:

  • die Philosophie, in der eine Rasse der anderen bevorzugt wird, endgültig und dauerhaft verrufen und abgeschafft sei,
  • der Hautfarbe nicht mehr Bedeutung zugesprochen würde als der Augenfarbe,
  • die fundamentalen Menschenrechte jedem Mensch, ohne Rücksicht auf die Rasse, gleichmäßig garantiert seien,
  • die unehrenhaften und unglücklichen Regimes, die die Brüder in Angola, Mosambik und in Südafrika (stellvertretend für ganz Afrika) in untermenschlicher Knechtschaft halten, gestürzt und zerstört seien,
  • Engstirnigkeit, Vorurteile und boshaftes, unmenschliches Selbstinteresse ersetzt worden sei durch Verständnis, Toleranz und gutem Wille,
  • alle Afrikaner stehen und sprechen als freie Menschen, gleichwertig in den Augen der Menschheit, wie sie es sind in den Augen des Himmels.

Bis zu jenem Tag werde der Traum von dauerhaftem Frieden und weltlicher Bürgerschaft und die Herrschaft internationaler Moral nichts als eine flüchtige Illusion bleiben, die zu erstreben, aber niemals zu erlangen sei. Zum Schluss folgt der warnende Aufruf, die Afrikaner werden kämpfen, denn es sei notwendig, und sie sind sich ihres Sieges sicher, da sie überzeugt sind vom Triumph vom Guten über das Böse.

Marley fügte zwischen jedes Statement ein "War" ein (in der Form von "me say: War" (ich sage: Krieg), "it is a war" (es ist ein Krieg), etc.). Wenngleich der Text nicht von Marley selbst stammt, gilt er als einer der kraftvollsten und dichterisch besten Kompositionen Marley, der die Worte von Selassie, der von dem gläubigen Rastafari Marley als wiedergekehrter Messias (Jehova, "Jah Rastafari") anerkannt wurde, brillant vertonte.

Übersetzung des Liedtextes[Bearbeiten]

Bis die Ideologie,
die eine Rasse hervorhebt
und die Andere erniedrigt,
schließlich und dauerhaft verdammt
und abgeschafft ist,
wird überall Krieg sein, ich sage Krieg!

Bis es keine Bürger
erster und zweiter Klasse
in keiner Nation mehr gibt,
bis die Hautfarbe eines Menschen
nicht von größerer Bedeutung ist
als die Farbe seiner Augen,
sage ich Krieg!

Bis die grundlegenden Menschenrechte
allen gleich garantiert werden,
ohne auf die Rasse zu schauen,
gibt es Krieg.

Bis zu diesem Tag,
wird der Traum von dauerhaftem Frieden,
Weltbürgerschaft, Herrschaft des internationalen Anstands
eine vergängliche Illusion bleiben,
die verfolgt, aber nie erreicht wird.
Nun ist überall Krieg, Krieg!

Und bis die schändlichen und elenden Regime,
die unsere Brüder in Angola,
in Mosambik und Südafrika
in unmenschlicher Knechtschaft halten,
gestürzt und absolut zerstört sind,
Hey, überall ist Krieg, ich sage Krieg!

Krieg im Osten, Krieg im Westen,
Krieg oben im Norden, Krieg unten im Süden,
Krieg! Krieg! Gerüchte vom Krieg

Und bis zu dem Tag,
wird Afrika keinen Frieden kennen.

Wir Afrikaner werden kämpfen,
wir finden dies unumgänglich,
und wir wissen:
wir werden gewinnen,
Weil wir in den Sieg vertrauen,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse,
des Guten über das Böse.

Musikbeschreibung[Bearbeiten]

Musikalisch gesehen ist das Lied sehr einfach aufgebaut, es wechseln sich taktweise b-Moll- und as-Dur-Akkorde ab, dazu kommt hin und wieder eine Steigerung, wenn Marley das Wort "War" singt. Im Hintergrund ist das ganze Lied hindurch der auf jeden Taktbeginn gesetzte "War"-Ruf der Hintergrundsängerinnen (The I-Threes) zu hören. Der E-Bass spielt nicht konsequent nur abwechslungsweise zwei Akkorde, sondern spielt teilweise einige eigene Improvisationen; das Gleiche gilt auch für die Bläser. Trotzdem verliert die Musik dadurch nicht an Wirkung, da sie eine hervorragende Untermauerung des im Vordergrund stehenden Textes bildet.

Statistische Daten[Bearbeiten]

War zählt zu den bekannten Songs von Marley. Der Song war durchgehend fester Bestandteil auf Konzerten der Tourneen von 1976 bis 1980. Eine Live-Aufnahme wurde auf dem Live-Album Babylon By Bus (1978) veröffentlicht. Der Song wurde nie als solcher einzeln gespielt, bis auf einige Konzerte in Jamaika und dem One Love Peace Concert 1978, sondern ihm folgte meistens das Lied No More Trouble, welches sich musikalisch wie auch inhaltlich nahtlos an War anfügt. Auf der Tournee 1976 und vereinzelt auch in folgenden Jahren wurde noch Get Up, Stand Up ebenfalls angefügt, woraus dann ein Medley aus jenen drei Songs entstand.

Die Albumversion hat die Tonart b-Moll; bei Live-Auftritten wurde der Song immer in h-Moll gespielt. Die Dauer der Albumversion beträgt dreieinhalb Minuten. Die Dauer von Live-Versionen variiert von dreieinhalb bis acht Minuten.

Andere Versionen[Bearbeiten]

Eine zusätzliche alternative Version existiert, in der Marley am Schluss noch einige weitere Worte aus Selassies Rede anfügt; sie wurde jedoch live nie gesungen. Die Tonart ist ebenfalls b-Moll, die Dauer beträgt etwas mehr als vier Minuten.

Sepultura coverten das Lied 1996 bei den Aufnahmen für das Album Roots, es erschien jedoch erst auf der Kompilation Blood Rooted und einer späteren Label-Bonusveröffentlichung.

Sinéad O’Connor coverte das Stück auf ihrem in Jamaika mit jamaikanischen Musikern aufgenommenen Roots-Reggae Album Throw Down Your Arms in 2005.

Bobs Sohn Ziggy Marley präsentiert auf seinem Live-Album In Concert (erschienen im Januar 2013) ein Medley, bei dem er auch War neu interpretiert hat.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Rezension bei Popshot Abgerufen am 19. Januar 2013.