Umschlag (Logistik)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Warenumschlag)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Umschlag oder das Umschlagen ist in der Logistik neben dem Lagern und dem Transport einer der drei Hauptprozesse (TUL-Prozesse). Der Umschlag ist ein Vorgang, bei dem Güter das Transportmittel wechseln, also beispielsweise von einem LKW auf ein Schiff oder die Bahn verladen werden. Die Begriffe Be- und Entladen werden teils synonym zum Umschlag gebraucht, teils stehen sie für das Verladen. Teilweise werden zum Umschlagen auch noch das Sortieren, Einlagern, Auslagern und Kommissionieren hinzugezählt. Bei Personen spricht man vom Umsteigen. In der DIN 30781-1 wird das Umschlagen definiert als „Gesamtheit der Förder- und Lagervorgänge beim Übergang der Güter auf ein Transportmittel, beim Abgang der Güter von einem Transportmittel und wenn Güter das Transportmittel wechseln.“ Der Umschlag kann manuell, maschinell oder automatisch durchgeführt werden. Die Umschlagleistung ist die Menge der pro Zeiteinheit (z. B. Jahr, Monat, Tag, Stunde) umgeschlagenen Güter. Die Umschlagrate gibt an, wie oft der mittlere Jahresbestand eines Lagers umgeschlagen wird. Der Bestand kann dabei wertmäßig (z. B. in Euro) oder mengenmäßig (z. B. in Tonnen) angegeben werden.[1]

Umschlagpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort des Umschlages wird Umschlagpunkt genannt. Der Umschlagpunkt kann sich innerhalb eines Betriebes befinden, als Teil des innerbetrieblichen Materialflusses. Er kann auch die Schnittstelle zwischen dem inner- und dem außerbetrieblichen Transport sein, zum Beispiel wenn Waren vom Fertigteilelager auf einem LKW geladen und zu Kunden transportiert werden. An Häfen, Flughäfen, Bahnhöfen (etwa auf Umschlagbahnhöfen) und Güterverkehrszentren können außerbetriebliche Umschläge stattfinden. Oft werden dabei die Liefermengen mehrerer Sender gebündelt und dann gemeinsam transportiert, wobei Transportkosten eingespart werden. Dabei kann es zu einem Wechsel des Verkehrsträgers kommen.

Transportketten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Transportketten werden danach eingeteilt, ob es in ihnen zu einem Umschlag kommt (mehrgliedrige Transportkette) oder nicht (eingliedrige Transportkette). Im zweiten Fall wird der gesamte Transport mit einem einzigen Transportmittel (LKW, Flugzeug) durchgeführt. Im ersten Fall wird unterschieden, ob auch der Verkehrsträger gewechselt wird. Erfolgt der Umschlag zwischen zwei Transportmitteln verschiedener Verkehrsträger (z. B. von einem LKW auf einen Schiff), spricht man von intermodalem Verkehr. Meist wird nur der Ladungsträger (Container) umgeladen; manchmal fährt auch der LKW samt in das Schiff oder auf den Zug (Huckepackverkehr).

Umschlaggeräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umschlaggeräte sind technische Einrichtungen, mit denen der Umschlag durchgeführt wird. Es kann sich dabei um einfache Gabelhubwagen oder Krane handeln. Für den Containerumschlag in Häfen und Bahnhöfen werden häufig Portalkrane eingesetzt, die meist auf Schienen verfahren. Der Transport einzelner Container innerhalb eines Hafens oder Bahnhofgeländes erfolgt mit Portalhubwagen (Straddle Carrier). Daneben gibt es noch Schwerstapler (Reach-Stacker), Schwergabelstapler und Seitenlader.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold et al. (Hrsg.): Handbuch Logistik. Springer, 3. Auflage, 2008, S. 7, 17, 407 f., 504, 508, 739.
  • Michael ten Hompel, Volker Heidenblut: Taschenlexikon Logistik. Springer, 2. Auflage, 2006, S. 296 f.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.logistik-info.net/aufgaben-kult/umschlag