Warnemünder Woche

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Die Warnemünder Woche ist eine internationale Segelveranstaltung im Ostseebad Warnemünde. Der in der ersten vollen Juliwoche stattfindende neuntägige, maritime Wettbewerb wird vor der Küste Warnemündes auf der Mecklenburger Bucht der Ostsee ausgetragen und zählt jährlich etwa 2.000 Segler aus 30 Nationen. Damit ist sie nach der Kieler Woche und der Travemünder Woche die drittgrößte Regattaveranstaltung in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Jahr nach der Gründung des Warnemünder Segel-Club e.V. (WSC) fanden im Jahre 1926 erstmals Verbands- und Ausgleichsfahrten vor Warnemünde statt; der WSC war dabei für die Dreiecksbahn vor Warnemünde am 11. Juli und für die Mecklenburgische Bäderwettfahrt am 14. Juli 1926 zuständig. Sie war gedacht als Zubringerregatta von der Kieler Woche zur Pommernwoche. Mit einer Teilnahme von insgesamt 47 Yachten ging diese Regatta als erste Warnemünder Woche in die Geschichte ein.

Nachdem die Warnemünder Woche in den ersten Jahren viele Besucher anzog und Begeisterung auslöste, erlitt der Segelsport mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 einen hohen Qualitätsverlust. Während die erwachsenen Mitglieder angehalten wurden, der Marine-SA beizutreten und die Jugendlichen in die Marine-HJ eingegliedert wurden, wurden Mitglieder jüdischer und nicht-arischer Abstammung aus den Vereinen gedrängt. Die vorerst letzte Warnemünder Woche fand 1939 statt. Minen in der Mecklenburger Bucht und ein Auslaufverbot für Warnemünder Yachten im Zweiten Weltkrieg machten das Segeln auf der Ostsee unmöglich.

Die erste Warnemünder Woche nach dem Krieg fand im Jahr 1951 statt. In der DDR hieß die Veranstaltung Ostseewoche bzw. Internationale Ostsee-Regatta, und neben den Regatten fanden auch Gewerkschaftsveranstaltungen statt. Die Veranstaltung gewann in dieser Zeit wieder mehr an Bedeutung. 1956 gab es mit fünf polnischen Seekreuzern zudem erstmals internationale Beteiligung. Neben den Regatten entwickelte sich auch das gesellschaftliche Leben drumherum. So gab es bis 1989 einen festlichen Begrüßungsabend und einen Regatta-Abschlussball.

Trotz der strikten Bedingungen beim Seesegeln in der DDR konnten die Seekurse erhalten bleiben und teilweise sogar erweitert werden. Die Teilnehmer hielten sich an eine Art ungeschriebenen Ehrenkodex, um sich und den anderen Teilnehmern die Möglichkeiten des Segelns auf dem größer angelegten Segelgebiet nicht zu verbauen. So wurde die Ostseewoche bzw. Internationale Ostsee-Regatta in 40 Jahren nur zweimal zur Flucht aus der DDR genutzt.

Nach den politischen Veränderungen 1989/90 entwickelte sich die nun wieder in „Warnemünder Woche“ umbenannte Veranstaltung zu einer internationalen Segelregattaserie. Die Ausfalljahre wurden weitergezählt, und zur 54. Warnemünder Woche im Jahr 1991 wurde die Bootsmesse hanseboot als neuer Hauptsponsor vorgestellt. In den nun folgenden Jahren wurden internationale Meisterschaften in verschiedenen Bootsklassen ausgetragen, und die Teilnehmerzahl stieg von Jahr zu Jahr. 1993 wurden 1000 Segler in 600 Booten aus 22 Nationen gezählt. Zehn Jahre später, zum Zeitpunkt der Olympiabewerbung von Leipzig und Rostock/Warnemünde für die Olympischen Spiele 2012, nahmen 2300 Teilnehmer in 950 Booten aus 29 Nationen an der Warnemünder Woche teil.

Veranstalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorbereitet und organisiert werden die Regatten vom Hauptveranstalter Warnemünder Segel-Club sowie den Mitveranstaltern und Unterstützern Berliner Yacht-Club, Hamburger Segel-Club, Joersfelder Segel-Club, Schweriner Segler-Verein, Segler-Verein Stössensee, Yachtclub Berlin-Grünau, Kuttersegelclub Warnemünde, Wassersport-Verein-Güstrow 1928 und dem Wassersport Verein Aumund. Die Veranstaltungen an Land organisieren der „Gemeinnützige Verein für Warnemünde“ und die Kongress- und Veranstaltungs-Service GmbH Rostock.

Segelregatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 7. bis 15. Juli 2012 fand die 75. Warnemünder Woche statt. Zu den sportlichen Höhepunkten gehörten der Laser Europa Cup, bei dem 250 internationale Laser-Segler mit ihrer olympischen Einhandjolle Regatten auf der Ostsee austrugen, die Internationale Deutsche Meisterschaft der OK-Jollen und der Katamaranklasse Hobie 16, sowie die German Open der Soling und der Katamaranklasse Hobie 14. Des Weiteren fanden zum zweiten Mal nach 2011 die Wettfahrten der paralympischen Bootsklasse 2.4mR statt. Auch vier Hochseeregatten gehörten zu der Segelveranstaltung. An der Mecklenburgischen Bäderregatta, der 2 Up & Down, dem Warnemünde-Cup, sowie an der Langstreckenregatta hanseboot Rund Bornholm nahmen 750 Dickschiffe teil. Premiere bei der 75. Warnemünder Woche hatte das Kuttersegeln.

Die 76. Warnemünder Woche fand vom 6. bis 14. Juli 2013 statt. Zu den sportlichen Höhepunkten gehören die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) Inshore & Offshore, der Laser Europa Cup und der Europa Cup in der Bootsklasse Skippi 650, die Nordische Meisterschaft der J/80, sowie die German Open der Platu 25. 2013 findet wieder die Wettfahrt der paralympischen Bootsklasse 2.4mR statt. Auch vier Hochseeregatten gehören zu der Segelveranstaltung: die Mecklenburgische Bäderregatta, der 2 Up & Down, dem Warnemünder-Cup und die Langstreckenregatta hanseboot Rund Bornholm. Ranglisten werden 2013 in folgenden Bootsklassen ausgetragen: BIC Techno, Raceboard, RS:X, Ixylon, 420er Jolle, Streamline, Finn, OK-Jolle, H-Boot, J/24, 505er, 29er, Kutter ZK10, Korsar, Pirat, A-Cat und Formula 18. Ein weiteres Highlight ist die Kitesurf-Trophy (Meisterschaftsserie) vom 11. bis 14. Juli 2013.

Die 77. Warnemünder Woche fand vom 4. bis 13. Juli 2014 statt.

An Land erfolgt traditionell der „Niege Ümgang“ durch Warnemünde, ein bunter Umzug in historischen Kostümen. Weiterhin finden das Waschzuberrennen, Beachparties, Drachenbootrennen, Beachhandball sowie Unterhaltung unterm Leuchtturm, am Alten Strom und am Strand statt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]