Waschmaschine

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Waschmaschine mit durchsichtigem Gehäuse zu Ausstellungszwecken
Tonaufnahme des Waschvorgangs einer Waschmaschine

Eine Waschmaschine dient dem Reinigen von Waschgütern. In der Waschmaschine wirken mechanische Kräfte und Wasser kombiniert auf das zu waschende Gut ein. Dem Waschwasser werden meistens Waschmittel zugegeben, die ebenso wie die Waschwassertemperatur an das zu waschende Material und dessen Verschmutzungsgrad und -art angepasst werden. Am zahlreichsten sind Waschmaschinen in Haushalten und im Reinigungsgewerbe verbreitet, um Bekleidung und andere textile Fertigerzeugnisse zu reinigen.

Die Mechanisierung der „großen Wäsche“ durch Waschmaschinen war wohl der tiefste Einschnitt im Hausfrauenalltag. Bis allseitig zufriedenstellende Typen entwickelt waren, zog es sich allerdings bemerkenswert lange hin.[1]

Geschichte der Waschmaschine

Ab dem 17. Jahrhundert kam das Interesse an Waschmaschinen auf, bei denen durch eine mechanische Kraft das beim Handwaschen anstrengende Rubbeln, Reiben, Stauchen, Schlagen und Bürsten der Wäschestücke ersetzt oder zumindest erleichtert werden sollte. Es entstanden im Laufe der folgenden Jahrhunderte eine Vielzahl von verschiedenen Waschmaschinenkonstruktionen, bei denen entweder ein Bewegungselement auf direktem Weg die Wäsche in einem mit Waschlauge befüllten Behältnis rührte oder bewegte oder das Behältnis sich mit der Wäsche selbst bewegte, um ein Stauchen, Fallen und Aneinanderreiben der Wäsche zu erreichen.[2]

Am 22. August 1691 wird John Tizack (auch Tyzacke) das englische Patent No. 271 auf eine Maschine erteilt, die neben einer Vielzahl von Anwendungen auch für das Waschen von textilen Stoffen nutzbar sein sollte. Eine detaillierte Beschreibung der Konstruktion wird in der Patentschrift nicht gegeben[3]

Über die Anwendung einer Waschmühle, die wie eine Walkmühle betrieben wird, für das Waschen von Wäsche in einem Norbertiner-Kloster in der Eifel wird im Jahr 1757 berichtet.[4] Solche Art Waschmaschinen eigneten sich sicherlich vorrangig für Großhaushalte wie Klöster, Hospitäler und Militärstandorte.

Schon im Jahr 1752 wird eine Waschmaschine in einem Magazin beschrieben, die als Yorkshire Maiden bezeichnet wird und aus einem Holzbottich bestand, der mit einem Deckel verschließbar war und mit der Wäsche und heißen Seifenwasser befüllt wurde. Durch die Mitte des Deckels wurde ein Holzstange, die am oberen Ende einen Griff zum Drehen und am unteren Ende eine Holzscheibe mit eingelassen Holzzapfen besaß, die durch Hin-und Herdrehen die Wäsche in der Seifenlauge bewegten.[5] Die Größe dieser Waschmaschine und der Handbetrieb machten sie für kleinere Haushalte geeignet. Diese Art Waschmaschine soll zum Zeitpunkt des Berichtes schon lange Zeit in der Grafschaft Yorkshire in Gebrauch gewesen sein und sich auch über andere Grafschaften Englands ausgebreitet haben. Aus England ist dieser Waschmaschinentyp mit der einen oder anderen kleinen Variation auch nach Deutschland gekommen und dort wohl schon 1740 in Hannover Gebrauch gewesen, später in Braunschweig, Hamburg, Leipzig (1746) und Augsburg (1761) bekannt geworden.[6] Beschrieben wurde diese Art Waschmaschine nebst einer Zeichnung, wie sie in Braunschweig genutzt wurde, schon 1756.[7]

Diese Waschmaschinenkonstruktion, wie sie in Braunschweig genutzt wurde, war die Grundlage für den Nachbau durch Gotthard Friedrich Stender Anfang der 1760er Jahre, den er im Auftrag von Freyherrn von Korff in Kopenhagen vornehmen ließ.[8] Aufmerksam geworden durch einen Zeitschriftenartikel im Jahr 1766, in dem Stender seinen Nachbau der englischen Waschmaschine bekanntgab, beschaffte sich Jacob Christian Schäffer eine solche Waschmaschine und nahm nach Erprobungen bei Beibehaltung der Grundkonstruktion und des Waschprinzips einige Verbesserungen (z. B. Holzart, Anbau eines Ablauf des Zobers) für den Bau seiner eigenen Waschmaschine vor.[9] Das bei diesen ersten Waschmaschinen verwendete Prinzip der Wäschebewegung mit Holzzapfen blieb über Jahrzehnte ein immer wieder kopiertes Prinzip.[10] Selbst bis in den Zweiten Weltkrieg hinein waren Zapfenwaschmaschinen, teilweise sogar mit Elektroantrieb versehen, in Thüringen und Sachsen anzutreffen.[11]

Ab dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts nahm die Entwicklung von Waschmaschinen insbesondere in England stark zu, was sich in den Patentanmeldungen widerspiegelte. Allein in den Jahren zwischen 1780 und 1793 wurden 13 Patente für Waschmaschinen angemeldet, davon 10 in den Jahren 1789 und 1793 korrespondierend mit dem Bauboom im damaligen England.[12] Dieser Trend setzte sich auch im 19. und 20. Jahrhundert fort. Im US Patent Office sind zwischen 1790 und 1975 über 20 000 Patente mit Bezug auf Waschmaschinen registriert.[13]

Über viele Jahrzehnte blieb es bei der Nutzung von Waschmaschinen ohne eigene Heizung und mit Handbetrieb. Den Behältnissen wurde meist heiße Waschlauge zugegeben, die aber rasch auf Umgebungstemperatur abkühlte. Die Unterteilung erfolgte überwiegend nach der Art der mechanischen Wäschebearbeitung, vorwiegend nach dem Prinzip der Wäschebewegung. Dazu zählten neben den schon erwähnten Zapfenwaschmaschinen folgende Arten:[14]

  • Walzenwaschmaschinen, bei denen das Prinzip des Waschbrettes nachgeahmt wurde, wobei die Wäsche durch zwei geriffelte Walzen hindurchbewegt wurde.
  • Bürstenwaschmaschinen, bei denen man anstelle der Walzen Bürsten mit steifen Borsten verwendete.
  • Wiegenwaschmaschinen, bei denen ebenfalls die Wirkung des Waschbrettes nachgeahmt werden sollte ( Markenname. Eckarts Universal Waschmaschine), indem auf einem aus wellenförmig geschnittenen Holzstäben zusammengesetztem Boden ein korrespondieren Teil oben hin und her bewegt wurde.
  • Schaukelwaschmaschinen, auch Schlesische Waschmaschine, bei denen ein hölzerner Behälter mit einer Innenauskleidung aus Blech und geschlossenem Deckel, befüllt mit Wäsche und heißer Waschlauge hin und her geschaukelt wurde. Ab 1890 kam eine solche Art auch aus Vollmetall in den Handel.
  • Flügelradmaschinen, bei den an Stelle der Zapfen Flügelräder verwendet wurden, die damit schonender auf die Wäsche einwirkten und deshalb bis zum Zweiten Weltkrieg auf den Markt gebracht wurden.

Zwar versuchte man ab Anfang des 19. Jahrhunderts Waschmaschinen nicht nur öffentlichen und gewerblichen Wäschereien und Großhaushalten anzubieten, sondern auch privaten Käuferinnen, speziell Berufswäscherinnen, allerdings ohne größeren Erfolg. Die Waschmaschine wurde zunächst in zahlreichen Variationen im Wesentlichen auf Industrieausstellungen vorgeführt. [15] Selbst in solch einer europäischen Metropole wie Paris waren noch in den 1860er Jahren die Waschschiffe auf der Seine mit den mit Keulen und Bürsten arbeitenden Waschfrauen zu sehen. Zwar gab es in Deutschland in dieser Zeit schon Gebiete, wo die Anwendung der Waschmaschine verbreitet war, aber eine allgemeine Verwendung ist nicht zum Durchbruch gekommen.[16] Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden in großen Städten sogar Probewaschtage mit Schauwaschen abgehalten, um Werbung für die damals neue Technik zu machen.[17]

1858 wurde von Hamilton Smith eine Trommelwaschmaschine entwickelt.[18][19] Um 1902 entwickelte der Deutsche Karl Louis Krauß eine mechanische Waschmaschine mit gelochter Waschtrommel[20] und produzierte sie in der Folge ab 1906 in Serie.[21] 1910 wurde von dem Amerikaner Alva J. Fisher eine elektrische Waschmaschine entwickelt.[22]

Universalwaschmaschine anno 1888;
„Ohne Kochen und Brühen, ohne Reiben oder Rumpeln wird die Wäsche durch einfaches Schwemmen in heissem Wasser, welchem nur gewöhnliche Wasch- oder weiche Seife zugesetzt wird, […] in kurzer Zeit gründlich gereinigt …“[23]

Die erste vollautomatische Waschmaschine kam in Amerika 1946 und in Deutschland im Jahr 1951 auf den Markt. Mitte der 1950er Jahre kamen einige Geschäftsleute auf die Idee, Waschmaschinen tageweise an Privathaushalte zu vermieten (geschieht heute noch in einigen Ländern der Erde, bspw. in der Dominikanischen Republik); schließlich konnten sich damals nur wenige Familien eine eigene Waschmaschine kaufen.

Die Verbreitung von Waschmaschinen führte in Haushalten zu einer „dramatischen Verminderung“ der für die Wäschepflege eines bestimmten Quantums Wäsche erforderlichen Zeit, allerdings wurde diese Verminderung dadurch kompensiert, dass zugleich die hygienischen und ästhetischen Ansprüche an die Sauberkeit der Wäsche gestiegen sind, die Wäsche häufiger gewechselt und (sie) häufiger gewaschen wird.[24]

In den 1960er und 1970er Jahren entwickelten sich Waschmaschinen zum preisgünstigen Standard. Um sich abzuheben, gehen Premiummarken heute z. B. in Richtung vernetzte Hausgeräte, meist über Powerline-Lösungen. Das Ziel der Hersteller ist dabei, den Mehrwert bei der Gerätenutzung zu steigern und neue (Fern-)Bedienmöglichkeiten zu schaffen.

Haushaltsmaschinen

Eine moderne Waschmaschine
Elektromotor einer Waschmaschine

Eine Waschmaschine benötigt in der Regel einen Strom-, Frischwasser- und Abwasseranschluss. Einige Waschmaschinen vermeiden das Erhitzen des Wassers mit Strom und verwenden stattdessen Erdgas oder werden (zusätzlich oder ausschließlich) an die zentrale Warmwasserversorgung der Hausinstallation angeschlossen.

Der Zyklus eines Waschvorgangs wird Waschgang genannt. Er ist in verschiedene zeitliche Phasen aufgeteilt. Die heute in Deutschland ausschließlich üblichen Waschvollautomaten besorgen die Abfolge selbsttätig, wobei meist eine Elektronik mit Microcontroller die Steuerung übernimmt, im preiswerten Segment aber auch noch mechanische Programmschalter vorkommen. Der Ablauf des Waschvorgangs:

Einweichen
soweit erforderlich; bei manchen Geräten automatisch, sonst händisch: zum Lösen von einweichbaren (v. a. eiweißhaltigen) Verunreinigungen
Vorwäsche
dient zum Ausspülen größerer Schmutzmengen (Staub, Sand) aus stark verschmutzter Arbeits- und Kinderkleidung (in Europa heute selten)
Hauptwäsche oder Hauptwaschgang
Waschflotte und Mechanik wirken ein, der Schmutz wird aus der Wäsche herausgelöst
Spülen
Reste der Waschflotte samt gelöstem Schmutz werden in mehreren Spülgängen ausgespült
Weichspülen/Stärken
Textilpflegemittel, die in der Wäsche verbleiben sollen (Weichspüler, Wäschestärke, Imprägnierungen) werden im letzten Spülgang eingespült
Endschleudern
entwässert die triefnasse Wäsche

Trommelwaschmaschine

Waschmaschine: Toplader mit geöffneter Klappe

Die in Europa am meisten verbreitete Bauform ist die Trommelwaschmaschine, bei der sich eine Wäschetrommel um eine horizontale Achse dreht.

Toplader und Frontlader

Man unterscheidet Toplader, bei denen die Ladeluke an der Oberseite liegt, und Frontlader, bei denen ein Bullauge als Ladeluke an der Vorderseite dient. Vorteil des Topladers ist, dass die Abdichtung der Tür einfacher ausgeführt und die Trommel auf zwei Seiten durch Wälzlager abgestützt sein kann, ein Toplader lässt sich auch in sehr engen Räumen aufstellen, wo nicht genügend Platz zum Öffnen einer vorderen Tür zur Verfügung steht. Ein Frontlader hingegen bietet auf der Oberseite Platz für z. B. einen Wäschetrockner oder für eine Arbeitsfläche und wird deswegen gelegentlich anstelle eines Unterschranks in eine Küchenzeile eingebaut.

Aquasensor

Miele, Gorenje-, Siemens- und Bosch-Geräte werden mit einem sogenannten Aquasensor angeboten. Dazu wird die Waschlauge durchleuchtet, um die Anzahl der Spülgänge in Abhängigkeit von der Trübung oder Verschmutzung des Spülwassers zu minimieren.[25]

Aquastop

Um Wasserschäden vorzubeugen, werden höherwertige Geräte mit Aquastop angeboten. Bei einem Leck im Zulaufschlauch unterbricht ein Sicherheitsventil, welches sich direkt beim Wasserhahn befindet, die Wasserzufuhr.[25] Manche Geräte haben zusätzlich einen Schwimmschalter in einer Bodenwanne eingebaut, der bei Wasseraustritt im Gerät die Wasserzufuhr unterbricht und gleichzeitig die Laugenpumpe aktiviert.

Beladungssensor

Bei einem Beladungssensor handelt es sich um eine Funktion bei Waschmaschinen, welche Auskunft gibt über den jeweiligen Beladungsgrad der Waschmaschine und der daraus resultierenden benötigten Waschmittelmenge.[26]

Echte Beladungssensoren ermitteln das Absenken des Laugenbehälters während des Bestückens der Trommel. Daraus kann u.A. die erforderliche Waschmittelmenge als auch die Waschzeit bestimmt werden.

Ist der Beladungssensor mit einer Anzeige verbunden, lässt sich Energie sparen. Auf einen Blick ist erkennbar, ob die Beladungskapazität der Waschmaschine voll ausgenutzt ist oder ob noch Wäsche nachgeladen werden kann. Die optimale Beladungskapazität ist abhängig vom gewählten Wäscheprogramm und der jeweiligen Wäscheart.

Flusensieb

Flusensieb nach dem Reinigen mit Auffangwanne (tiefes Backblech) und Putzwerkzeug
Hauptartikel: Flusensieb

Das Flusensieb dient dem Rückhalt von Grobteilen aus dem Spülwasser, um mechanischen Beschädigungen der Laugenpumpe vorzubeugen. Es sollte also regelmäßig gereinigt werden, dies erhöht auch die Geschwindigkeit, Leistung, Zuverlässigkeit und Energieeffizienz der betreffenden Waschmaschine. In einigen Maschinen werden durch entsprechende Ausbildung durch 180°-Umlenkung statt des Sieb nur noch sehr grobe oder lange Fremdkörper wie Zahnstocher Schrauben oder Nägel zurückgehalten, Flusen können ungehindert passieren.

Luftfalle

Mithilfe eines nach oben führenden und dort verschlossenen Wasserschlauchs wird der Wasserstand ermittelt: steigt der Wasserstand in der Maschine, steigt auch der Luftdruck im Schlauchstück oberhalb des dortigen Wasserspiegels. Der erhöhte Luftdruck in dieser Luftfalle (auch als Dom bezeichnet) wird je nach Modell mit Druckschaltern (mehrere Druckschalter für verschiedene Wasserstände) oder mit einem Drucksensor ausgewertet.

Die gleiche Technik zur Wasserstandsermittlung nutzt auch die Mehrzahl der Geschirrspülmaschinen.

Innerhalb der Luftfalle steigt der Wasserstand immer nur sehr gering an, Wasserzirkulation tritt nicht auf. Durch diesen Umstand kann sich hier Schmutz ablagern. Fehler, die sich auf den Wasserstand beziehen, lassen sich daher bei manchen Geräten durch Reinigen der Luftfalle beheben. Um die Auswirkung solcher Ablagerungen zu vermeiden, sind die Einlässe der Luftfalle oft besonders groß, sodass Ablagerungen nicht stören können.

Mengenautomatik

Einige Modelle besitzen eine sogenannte Mengenautomatik. Diese sorgt für eine genaue Dosierung des benötigten Wassers und Waschmittels bzw. Weichspülers, sofern diese über den integrierten Waschmittelbehälter zugeführt werden. Die Steuerung erfolgt elektromechanisch oder elektronisch und ist abhängig von der Füllmenge und dem gewählten Waschprogramm.

Funktionsweise der Mengenautomatik (herstellerübergreifend): Sobald die beladene Maschine gestartet wird, holt die Maschine zeitgesteuert eine gewisse Menge Wasser. Der Wasserstand wird mit einem Druckwächter genau überwacht. Abhängig von der zu waschenden Kleidung und der eingefüllten Wäschemenge saugt die Wäsche einen gewissen Teil des eingelaufenen Wassers auf. Nach einer gewissen Laufzeit, üblicherweise während der Pausenzeiten zwischen der Drehrichtungsumkehr der Waschtrommel, wird der Zustand des Druckwächters durch die Steuerung ermittelt. Ist der Wasserstand zu gering, erfolgt weitere Wasserzufuhr bis zum Erreichen des Sollniveaus. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis das Sollniveau nicht mehr unterschritten wird. Durch die aufsummierte Zulaufzeit des Differenzwassers ermittelt die Steuerung durch eine hinterlegte Tabelle hinreichend genau, um welche Wäschemenge es sich handelt und welche Programmlaufzeit zu erwarten ist.

Technisch angewandt wird auch die Methode, die Trägheit der zu bewegenden Trommel aus einer Strommessung zu ermitteln und daraus einen Rückschluss auf die Wäschemenge zu ziehen.

Die erweiterte Mengenautomatik steuert nicht nur den Wasserstand, sondern auch die Anzahl der Spülgänge: mittels des Temperatursensors (meist ein Heißleiter(NTC)) wird beim ersten Spülgang die Laugentemperatur nach dem Einlaufen des Wassers ermittelt. Von der Hauptwäsche befindet sich noch eine gewisse Menge warmen Wassers in der Kleidung, die langsam in das Spülwasser übergeht. Abhängig von der Zeit, die das Wasser zum Erreichen des höchsten Temperaturwertes benötigt, bestimmt die Steuerung die Anzahl der noch folgenden Spülgänge.

Senken der Waschmittelverluste

1986 führte AEG die erste Waschmaschine mit sogenannter „Öko-Schleuse“ zur Waschmitteleinsparung ein. Je nach Hersteller verhindert ein Kugelventil oder eine Klappe, dass sich das Wasser, das als allererstes in das Gerät eingelassen wird, in der Laugenpumpe und deren Anschlussschläuchen sammelt.[27] Es enthält die meiste Menge an Waschmittel aus der Einspülkammer und würde beim Waschen ungenutzt bleiben. Mit dieser Bauart wird Waschmittel gespart.

Unwuchtkontrolle

Handelsübliche Haushaltswaschmaschinen ziemlich aller Marken sind mit einer Unwuchterkennung ausgestattet. Bei Geräten von Bosch und Siemens wird dafür das Motor-Tachosignal ausgewertet. Vor dem Schleuderhochlauf wird die Trommel mit 100/min angesteuert, dann wird auf 75/min reduziert. Durch das Motortachosignal (Istwertgeber im Motor) wird das Abtourverhalten über die Elektronik ausgewertet. Diese Abfrage kann mehrmals erfolgen, gefolgt von Wäscheauflockern. Die Unwucht der Trommel bestimmt die Schleuderenddrehzahl (stufenweise Reduzierung) bis zum Schleuderabbruch bei zu großen Unwuchten.[28] Geräte von V-Zug nutzen ein System, in dem extra eingelassenes Wasser im Trommelbereich (getrennt von der Wäsche) die Unwucht beim Schleudern ausgleicht. Damit entfällt eine Reduzierung der Schleuderdrehzahl.[29] Kleine, alte Eudora-Waschmaschinen ohne Gewichte haben ein Pendel, welches bei starker Vibration der Maschine so weit auslenkt, dass ein Kontakt geschlossen wird, wodurch die Maschine den Schleudervorgang abbricht, die Wäsche versucht umzuschichten und den Schleudervorgang erneut startet.

Spülstopp

Die Spülstopp-Funktion (auch Spül-Stopp) dient dazu, das Waschprogramm vom automatischen Abpumpen des letzten, recht sauberen Spülwassers abzuhalten. Dabei verbleibt die Wäsche im Spülwasser. So kann verhindert werden, dass empfindliche Textilien unbeaufsichtigt fertig geschleudert werden und verknittern, während sie in der Waschmaschine liegen bleiben. Der Waschgang kann nun durch erneutes Aktivieren (per Hand) beendet werden, oder Wäsche kann tropfnass entnommen und aufgehängt werden, um Knitterbildung zu mindern.

Umflutsystem

Vereinzelt sind Waschmaschinen mit einem Umflutsystem ausgestattet. Eine Umflutpumpe fördert während des Waschvorgangs die Lauge oft über einen Durchlauferhitzer. Das Wasser wird danach oft über der Wäsche verteilt.[30] So kann das Niveau der Waschlauge reduziert werden, somit der Wasserverbrauch und der Strombedarf zum Aufheizen der Lauge gesenkt werden. Darüber hinaus wird das Waschmittel effizienter genutzt, möglicherweise in den Pumpensumpf gelangtes Waschmittel wird mitgenutzt. In einem kleinen Sumpf, etwa dem Schlauchstück zur Ablaufpumpe sollen sich gröbere Verunreinigungen absetzen können, weshalb die Umflutpumpe die Lauge von etwas höher entnimmt.

Warmwasseranschluss

Einige Geräte können zusätzlich zum herkömmlichen Kaltwasseranschluß auch an eine zentrale Warmwasserversorgung angeschlossen werden. Damit kann Energie eingespart werden. Ein möglicher Nachteil ist, dass einerseits eiweißhaltige Verschmutzungen durch Denaturierung im Gewebe fixiert werden und dann nur noch schwer auswaschbar sind, wenn Wasser gleich zu Beginn des Waschvorgangs mit Temperaturen über 40 °C einläuft, andererseits die dem Waschmittel zugesetzten Enzyme zur Hydrolyse von Eiweißen und Fetten zerstört und damit unwirksam werden.

Da heute ohnehin eher mit niedrigeren Temperaturen und Wasserständen gewaschen wird, ist die mögliche Einsparung gegenüber der herkömmlichen Methode allerdings nicht mehr so erheblich wie noch in den 1990er Jahren.

Waschmaschine mit Wärmepumpe

Frontansicht einer Waschmaschine mit Wärmepumpe
Schematische Darstellung der Integration einer Wärmepumpe in einer Waschmaschine
Wärmepumpenaggregat einer Waschmaschine

Energieeffiziente Waschmaschinen mit Entwicklungsstand von 2013[31] setzen für die Wassererwärmung eine Wärmepumpe anstelle einer elektrischen Widerstandsheizung ein. Dadurch wird der Bedarf an elektrischer Energie reduziert.

Während des Aufheizprozesses wird das mit Waschmittel versetzte Reinigungswasser durch den Kondensator der Wärmepumpe (warme Seite) gefördert. Dabei wird ein Wärmestrom vom Kältemittel auf das Reinigungswasser übertragen und erwärmt. Anschließend fließt das erwärmte Reinigungswasser in den Vorratsbehälter zurück. Der Verdampfer der Wärmepumpe (kalte Seite) ist in einem Abwassertank angeordnet. Das darin gespeicherte Abwasser dient als Wärmequelle, d. h. es fließt ein Wärmestrom vom Abwasser zum Kältemittel, welches verdampft. Das Abwasser kühlt ab und gefriert. Nach dem Waschprogramm fließt das noch warme Abwasser in den Abwassertank und schmilzt das gefrorene Abwasser. Dadurch wird ein Teil der Wärmeenergie des warmen Abwassers zurückgewonnen. Durch das Aufschmelzen kann das Reinigungswasser des nächsten Waschprogramms wieder mit Hilfe der Wärmepumpe erwärmt werden und dadurch der Dauerbetrieb sichergestellt. Alle Komponenten für das Wärmepumpenaggregat sind im Standardgehäuse einer Waschmaschine untergebracht.[32]

Der Nutzen dieser Wärmepumpe ist der Wärmestrom im Kondensator, welcher das Prozesswasser aufwärmt. Der Aufwand ist die elektrische Leistung des Kompressors der Wärmepumpe, des Trommelantriebs sowie der Reinigungswasserpumpe. Ein wesentlicher Schlüssel für die Effizienzsteigerung und den Betrieb der Wärmepumpe ist das Zurückgewinnen der normalerweise „verlorenen“ Wärmeenergie im abgepumpten Abwasser mit der Wärmepumpe.

Waschmaschinen mit Wärmepumpentechnologie für ein Einfamilienhaus reduzieren den Bedarf an elektrischer Energie gegenüber herkömmlichen Waschmaschinen um 17 % bis 60 % (Stand 2015). Diese Waschmaschinen entsprechen der Energieeffizienzklasse „A+++“.[33]

Zum Kapitel Energieeffizienz gehört auch die Anzeige der voraussichtlich benötigten Energiemenge. Dieser ECO-Monitor wurde ca. 2012 eingeführt[34] und ein erweitertes Verfahren unter GM1 2012 in Österreich zum Schutz eingereicht.

Waschtrockner

Eine besondere Bauform ist die Kombination der Waschmaschine mit einem Wäschetrockner in einem Gerät, ein sogenannter Waschtrockner.

Agitator in einer Bottichwaschmaschine
Historische Waschmaschine aus den USA

Bottichwaschmaschine

Bei dieser Bauform, hauptsächlich in den USA, Asien und Australien gebaut und verwendet, gibt es einen feststehenden Waschbottich. Die Waschfunktion erfolgt durch einen mittig angeordneten und um die vertikale Achse drehenden Rührarm, der die Waschlauge bewegt oder mithilfe von rotierenden Rippen am Boden, die die Wäsche in der Waschlauge bewegen. Bottichwaschmaschinen waren früher auch in Deutschland bekannt, sind hierzulande inzwischen aber nahezu „ausgestorben“, das letzte verbreitete Modell war die in der DDR produzierte WM 66.

Die bereits Mitte der 1940er Jahre in Amerika vermarkteten Maschinen haben sich im Wesentlichen bis heute nicht verändert. Der Waschbottich besteht aus einem Kunststoffgefäß, das in einer Trommel aus emailliertem und mit Löchern versehenen Metall oder aus Edelstahl und diese in einem wasserdichten Bottich integriert ist. In der Mitte des Bottichs befindet sich der mit Lamellen oder sonstigen Konstruktionen versehene Agitator (Rührer) und der Wasserzufluss. Wenn der Wasserstand erreicht ist, wird der Agitator gestartet. Dieser führt in schneller Abfolge jeweils eine halbe Drehung nach rechts und nach links durch und bewegt die Waschlauge oder die Wäsche, wodurch ein mechanischer Waschprozess stattfindet. Die Lauge wird über eine elektrische Pumpe entsorgt.[35] Zum Schleudern der Wäsche dreht sich die gesamte Waschtrommel.

Die Geräte sind viel leichter als europäische Waschvollautomaten, sie müssen keine Betonblöcke zur Reduzierung von Schwingungsamplituden aufweisen. Denn durch die größere Waschtrommel wird die zum Schleudern der Wäsche notwendige Zentrifugalkraft schon bei geringer Drehzahl erreicht, dabei treten Unwuchten bzw. damit verbundene Vibrationen und mögliches „Wandern“ einer freistehenden Maschine kaum in Erscheinung (siehe dazu Vibrationswendelförderer und Schwingförderer). Das führt zu reduzierter Lagerbelastung. Das Kippmoment von Frontlader-Waschtrommeln entfällt bei vertikaler Drehachse. Die klassischen amerikanischen Maschinen verfügen über keine eigene Heizung, sondern werden entweder von der Warmwasserversorgung des Hauses gespeist oder waschen kalt. Die Bottiche sind meist für eine größere Wäschemenge (von 6 kg und mehr) ausgelegt und verfügen zur Vermeidung von Unfällen über einen Klappdeckel.

Nachteile von Bottichwaschmaschinen

Bottichwaschmaschinen haben gegenüber Trommelwaschmaschinen einige gravierende Nachteile, werden aber immer noch verkauft.

  • Bei Bottichwaschmaschinen ist mehr Wasser je Wasch- oder Spülgang notwendig, Der Wasserverbrauch pro Waschgang beläuft sich dabei auf ca. 100 bis 150 Liter gegenüber Trommelwaschmaschinen, die mit weniger als 50 Liter auskommen (beide Werte aliquotiert bezogen auf 5 kg Wäsche), bei (durchaus üblichen) Bottichen für 9 kg Wäsche dementsprechend mehr. Bei Trommelwaschmaschinen ist weniger Wasser je Wasch- oder Spülgang notwendig, weil sämtliche Wäschestücke durch die Trommelbewegung mit wenig Wasser benetzt/versetzt werden können. Bei Bottichwaschmaschinen wird hingegen viel Wasser beim Waschen und bei jedem Spülvorgang benötigt, um die Wäsche vollständig mit Wasser zu bedecken bzw. in das Wasser einzutauchen.
  • Sie verbrauchen mehr Strom. Der Environmental Protection Agency zufolge benötigt eine Waschmaschine mit vertikaler (V-)Achsen-Maschine etwa doppelt so viel Strom wie eine der in Europa üblichen mit horizontaler (H-)Achse-Maschinen, obwohl sie das Wasser nicht aufheizen müssen. Seit den 2000er Jahren sind Frontladerwaschmaschinen vermehrt auch in Nordamerika in Gebrauch. Sie werden unter der Bezeichnung HE-Waschmaschinen vermarktet. („HE“ steht für high efficiency).
  • Bottichwaschmaschinen haben oft keine elektrische Heizung eingebaut. Die übliche Ausführung verfügt jedoch über zwei Wasseranschlüsse. Damit lassen sich die Temperaturen "heiß" (nur Warmwasser), "warm" (Kalt- und Warmwasser gemischt) und "kalt" (nur Kaltwasser) einstellen. Zwingend ist jedoch das Vorhandensein einer separaten Warmwasserbereitung; andernfalls kann nur kalt gewaschen werden.
  • Die Wäsche wird weniger bewegt als bei einer Trommelwaschmaschine. Deswegen und weil oft kalt gewaschen werden muss, sind schärfere Waschmittel notwendig, um das gleiche Waschergebnis zu erhalten.
  • Diese aggressiven Waschmittel und die ruckartigen Bewegungen des Rührarms können bewirken, dass die Wäsche einem wesentlich größeren Verschleiß ausgesetzt ist als bei Trommelwaschmaschinen. Wäschestücke mit Haken (besonders häufig Büstenhalter) oder Knöpfen können sich beim Agitator auch verfangen und in der Folge dehnen, weil sich der Rest im Bottich um den Agitatorarm wickelt. Um dies zu vermeiden, müssen solche Bekleidungsstücke gesondert und zeitaufwendig mit der Hand gewaschen werden. Verhakt sich ein Knopf, so reißt er mitunter ab.

Hammerwaschmaschine

Eine veraltete Form ist die Hammerwaschmaschine,[36] die sich wegen der größeren Beanspruchung der Wäsche und wohl auch der platzgreifenderen Konstruktion nicht durchgesetzt hat.

Gewerbliche und industrielle Maschinen

Gewerbewaschmaschine für etwa 60 kg Schmutzwäsche

Gewerbliche Waschmaschinen unterscheiden sich grundsätzlich in ihrer Bauweise von gewöhnlichen Haushaltswaschmaschinen. Insbesondere ein leistungsfähiger Motor und die Beladungskapazität sind Merkmale für industriell genutzte Waschmaschinen. In der industriellen Wäscherei kommen sowohl Waschschleudermaschinen als auch kontinuierlich arbeitende Waschstraßen (Kontinueanlagen) zur Anwendung. Einsatzkriterien sind u. a. die Menge und Beschaffenheit des Waschgutes. Zur Kostenminimierung sind industrielle Maschinen seit langem für einen ressourcensparenden Betrieb ausgelegt. So ist es häufig möglich, durch Flottenrückgewinnung bestimmte Wasch- und Spülbäder mehrfach zu verwenden und so Wasser- und Energieverbrauch zu reduzieren. Bei besonderen hygienischen Anforderungen (z. B. Krankenhauswäscherei) werden industrielle Maschinen so konstruiert, dass sie von zwei hermetisch getrennten Seiten aus zugänglich sind. Das Beladen erfolgt auf der unreinen Seite und das Entladen auf der reinen Seite. Die Beheizung der Maschinen erfolgt über Heißdampf, Thermoöl oder auch elektrisch. Als Steuerungen kommen häufig frei parametrierbare SPS zum Einsatz. Eine weitere Besonderheit sind kürzere Waschzyklen (um 40 min/Waschladung), um den Tagesdurchsatz zu erhöhen.

Waschschleudermaschinen

Waschschleudermaschinen ähneln prinzipiell den oben beschriebenen Haushalts-Trommelmaschinen, sind allerdings naturgemäß für deutlich höhere Fassungsvermögen konstruiert. Um eine gleichmäßige Masseverteilung sowie die notwendige Waschmechanik zu gewährleisten, werden größere Waschtrommeln in zwei bis vier Kammern unterteilt. Die Be- und Entladung erfolgt je nach Bauart stirn- oder mantelseitig.

Kontinueanlagen

Kontinueanlagen sind stetig oder taktweise arbeitende Waschstraßen, bei denen das Waschgut vollautomatisch und kontinuierlich gewaschen wird, ohne Maschinenstillstand durch Be- und Entladung.

Münzwaschmaschinen

Münzwaschmaschinen sind Selbstbedienungswaschmaschinen, bei denen die Bezahlung mit Münzen erfolgt. Sie stehen oft in Selbstbedienungswaschsalons oder in Waschräumen wie sie z. B. in großen Mehrfamilienhäusern vorhanden sind. Der Münzeinwurfschlitz und die zugehörige Mechanik sind allerdings meist nicht in der Waschmaschine selbst eingebaut, sondern zentral: Nach Einwurf der entsprechenden Münzen oder Wertmarken wird die Stromversorgung für die vorher ausgewählte Maschine freigegeben. So können auch handelsübliche Waschmaschinen aufgestellt werden und es ist leichter, zum Sammeln der eingeworfenen Münzen einen diebstahlsicheren Behälter zu verwenden.

Flottenverhältnis

Das Flottenverhältnis ist das Verhältnis von Wäschemenge zum Wasservolumen in einer Waschmaschine. Als ideales Flottenverhältnis gilt 1:5, d. h. 1 kg Wäsche auf 5 l Wasser (siehe dazu Flotte).

Das trifft aber nur auf Trommel- und Kugelwaschmaschinen zu. Bei Waschkesseln und Wäschetöpfen, in denen ohne Hilfsmittel die Wäsche gekocht oder mit Sprudeleinsätzen - auch Waschfontänen genannt - gereinigt wird, bei Waschzubern bzw. Waschwannen, in denen mit der Hand, Waschglocken, Waschbrettern oder Schallwäschern gewaschen wird, benötigt man ein Flottenverhältnis von 1:10; gleiches gilt für das Einweichen in Wannen, Schüsseln oder Eimern.

In Bottichwaschmaschinen ist ein Flottenverhältnis von 1:15 bis 1:20 für Rührflügel- und Schlagkreuzwaschmaschinen, Waschbrettmaschinen, Schaukelwaschmaschinen und Pendelkorbwaschmaschinen notwendig. Bei Waschglockenmaschinen, Wellenradwaschmaschinen (auch Turbo-, Schnell- oder Pulsatorwaschmaschinen genannt) sowie Taumelscheibenwaschmaschinen werden 1:20 bis 1:25 gefordert.

Das höchste Flottenverhältnis benötigen Pumpenwaschmaschinen, nämlich 1:30. Das Flottenverhältnis impliziert aber nicht die tatsächliche Flottenmenge. Fünf Liter sind im Allgemeinen für ein Kilogramm Trockenwäsche ausreichend. Darum kann man also mehrere Ladungen in derselben Flotte reinigen. Vorteil der Bottichwaschmaschinen sind eine größere Wäscheschonung und weniger Knitter (Schwimmwaschverfahren) und im Allgemeinen kürzere Gesamtwaschzeiten, da mehrere Ladungen hintereinander in der einmal bereiteten Flotte gereinigt werden können und, bei parallelem Spülen außerhalb der Maschine von Hand oder Spülschleuder, sogar zwei Ladungen zeitgleich bearbeitet werden können (Stichwort „Waschbuffet“ oder „Twin Tub“).

Keime und Verunreinigungen

Höhere Waschtemperaturen, der pH-Wert der Waschlauge und verschiedene Waschmittelinhaltsstoffe oder etwa pilztötende Waschzusätze sowie Bügeln der getrockneten Wäsche können Mikroorganismen abtöten, bei niedrigen Waschtemperaturen für bügelfreie Wäsche ist die Keimreduktion trotzdem ausreichend. Die Gefahr einer Verschleppung von Keimen aus der Maschine auf Textilien ist gering.[37] Manche Krankheitserreger oder deren Sporen (etwa von Clostridien) sind hitzeresistent und könnten nicht einmal durch Auskochen der Wäsche entfernt werden.

Werden Kleidungsstücke mit gesundheitsschädlichen oder radioaktiven Stoffen kontaminiert, so werden diese Kleidungsstücke in einer eigenen Waschmaschine dekontaminiert und sollten die Schadstoffe auch aus dem Abwasser entfernt werden. Um diese aufwändigen Prozeduren zu vermeiden, wird entweder Einweg-Schutzkleidung getragen oder kontaminierte Wäsche als Abfall entsprechend entsorgt.[38][39][40]

Effektivität und Standards

Europa

Seit dem Inkrafttreten der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung am 1. Januar 1998 sind die Hersteller von verschiedenen Haushaltsgeräten, darunter auch Waschmaschinen, dazu verpflichtet, jedes Gerät nach bestimmten umweltrelevanten Kriterien zu beurteilen. Diese Beurteilung geschieht unter Laborbedingungen und führt zu einer Einteilung des Geräts in verschiedene Klassen. Diese Klassifizierung wird als EU-Energie-Label auf dem Gerät angebracht. Prüfgrundlagen und Laborbedingungen zur Ermittlung der Gebrauchseigenschaften von Waschmaschinen wurden 1974 in der internationalen Norm IEC 456 bzw. in der deutschen DIN EN 60456 festgelegt.

Waschmaschinen werden gemäß ihrer Energieeffizienzklasse, Waschwirkungsklasse und Schleuderwirkungsklasse eingeteilt. Die Bewertung in jeder Klasse erfolgt zwischen A und G, wobei A die beste und G die schlechteste Bewertung darstellt. Nach der neuen EU-Verordnung 1015/2010 wird ab Dezember 2011 in Europa der Verkauf von Geräten der Energieeffizienzklasse B und schlechter untersagt. Darüber hinaus werden die neuen Energieeffizienzklassen A+, A++ und später auch A+++ eingeführt. Weiterhin werden die Bewertungskriterien neu festgelegt.

Diese Bewertung bezieht sich allerdings nur auf die während des Betriebs anfallenden Vorgänge. So wird z. B. der Stromverbrauch im Standby-Betrieb nicht erfasst, der auf die Lebenszeit hochgerechnet bei modernen Geräten mehrere hundert Euro betragen kann. Das Prüfsiegel Blauer Engel schließt diese Aspekte mit ein.

Vereinigte Staaten

Für Toplader und Frontlader-Waschmaschinen gibt es einen gesetzlich vorgeschrieben Standard, der den Energieverbrauch festlegt. Der alte, bis Januar 2011, verwendete Standard beinhaltete keine Beschränkung bezüglich des Wasserverbrauchs. Waschmaschinenhersteller bemühten sich diesbezüglich auch um keine legale Beschränkung, inwieweit unbeheiztes Spülwasser verwendet wurde.[41] Mit dem Energiefaktor wird der Energieverbrauch für Waschmaschinen eingestuft und bewertet.

Nach Einführung neuer verbindlicher Standards wurden die Maschinen so energie- und wassersparend gebaut als es gesetzlich vorgeschrieben war. Zum Teil konnten sie durch den noch strengeren „Energy Star“ Standard zertifiziert werden.[42]

Das „Energy Star“ Programm in Nordamerika listet Energieeffizienz von Waschmaschinen auf und vergleicht diese. Energiefaktor (MEF) und Wasserfaktor (WF) werden bei zertifizierten „Energy Star“ Geräten verglichen.

Der MEF zeigt an, welche Kleidermenge pro Kilowattstunde in einem Durchgang gewaschen wird. Dieser Faktor korreliert stark mit der Art der Waschmaschine (Toplader, Frontlader), der Schleudergeschwindigkeit, Temperatur und benötigter Wassermenge pro Spül- und Waschzyklus.

„Energy Star“ Waschmaschinen müssen einen MEF von mindestens 2,0 aufweisen (je höher desto besser), wobei die besten Maschinen einen Wert von 3,5 erreichen. „Energy Star“ Waschmaschinen haben einen WF von weniger als 6,0 (je niedriger desto besser).[43]

Waschsymbole

Hauptartikel: Textilpflegesymbol

Das Waschen wird durch einen stilisierten Waschzuber dargestellt; die Zahl im Zuber bedeutet die höchstzulässige Waschtemperatur (in Grad Celsius). Das Symbol erlaubt Hand- und Maschinenwäsche gleichermaßen. Fehlt ein besonderer Hinweis, so ist Normalwaschgang zulässig. Ein Balken unter dem Zuber (Unterstreichung) verlangt eine mechanisch schonendere Behandlung, in der Maschine also Pflegeleicht- oder Schonwaschprogramm (Trommel nur halb voll Wäsche, erhöhter Wasserstand, schonendes Schleudern). Ein doppelt unterstrichener Zuber verlangt besonders schonende Behandlung, also etwa Wollwaschgang oder Schonwaschgang (Trommel nur 1/3 voll Wäsche, erhöhter Wasserstand, stark reduzierte Bewegung, Wollschleudern oder gar nicht schleudern). Eine Hand im Zuber erlaubt nur (schonende) Handwäsche (nicht über 40 °C), und ein diagonal durchkreuzter Zuber bedeutet, dass das Textil unter haushaltsüblichen Bedingungen überhaupt nicht gewaschen werden darf.

Waschmaschine im deutschen Mietrecht

Mieter dürfen eine Waschmaschine in ihrer Wohnung aufstellen. Das gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung.[44] Bis 22.00 Uhr muss der Nachbar Waschmaschinenlärm dulden.[45] Schließt ein Mieter seine Waschmaschine ohne Aquastop-Vorrichtung an, haftet er bei einem Wasserschaden.[46]

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Waschmaschine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Waschmaschine – Sammlung von Bildern

Literatur

  • Günter Bayerl: „Und zweitens können auch Mannspersonen, wenn sie nichts anders zu thun haben, diesen Theil des Waschgeschäfts besorgen.“ Waschen in der Frühen Neuzeit und die Innovation der Waschmaschine. In: Uwe Bestmann (Hrsg.): Hochfinanz, Wirtschaftsräume, Innovationen. Band III, Auenthal, Trier 1987, ISBN 3-89070-014-4, S. 1063–1099.
  • Friedrich Bohmert: Hauptsache sauber? Vom Waschen und Reinigen im Wandel der Zeit. Stürz, Würzburg 1988, ISBN 3-8003-0329-9.
  • Elisabeth Helming, Barbara Scheffran (Red.): Die Große Wäsche. (= Katalog zu einer Ausstellung des Landschaftsverbandes Rheinland und des Rheinischen Museumsamtes). Rheinland, Köln 1988, ISBN 3-7927-1057-9.
  • Franziska Lobenhofer, Traudl Nonnenmacher: Wäsche und Wäschepflege im Wandel. Ausstellungsbegleitheft. (= Schriften des Freilichtmuseums des Bezirks Oberbayern. Band 12). Freilichtmuseum des Bezirks Oberbayern an der Glentleiten / Bauernhausmuseum Amerang, 1987, ISBN 3-924842-12-4.
  • Barbara Orland: Wäsche waschen. Technik- und Sozialgeschichte der häuslichen Wäschepflege. (= rororo 17736). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1991, ISBN 3-499-17736-6. (Zugleich Dissertation: Technik- und Sozialgeschichte der häuslichen Wäschepflege in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert. an der FU Berlin 1991)
  • Lutz Pape, Hans-Jürgen Weinert: Bottichwaschmaschine und Haustelegraph. Anfänge der Elektrotechnik im Haushalt. Westermann, Braunschweig 1993, ISBN 3-07-509513-3.
  • Franz Severin Berger, Christiane Holler: Von der Waschfrau zum Fräulein vom Amt. Frauenarbeit durch drei Jahrhunderte. Ueberreuter, Wien 1997, ISBN 3-8000-3661-4.

Einzelnachweise

  1. Joachim Radkau: Technik in Deutschland – Vom 18. Jahrhundert bis heute. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-593-38689-8, S. 249.
  2. Barbara Orland: Wäsche waschen – Technik- und Sozialgeschichte der häuslichen Wäschepflege. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991, ISBN 3-499-17736-6, S. 93.
  3. Beschreibung des Patents von John Tizack. Abgerufen am 15. April 2016.
  4. Bericht aus Braunschweigische Anzeigen vom 14. Mai 1757 . Abgerufen am 15. April 2016.
  5. Beschreibung der Bottichwaschmaschine Yorkshire Maiden im Jahr 1752 . Abgerufen am 15. April 2016.
  6. Zur Ausbreitung der englischen Waschmaschine in Deutschland . Abgerufen am 16. April 2016.
  7. Georg Heinrich Zincke: Leipziger Sammlungen von Wirthschaftlichen, Policey –Cammer- und Finantz-sachen Sammlungen. Verlag Carl Ludwig Jacobi, Leipzig 1756, 136. Stück, S. 318 ff.
  8. Die höchstbequeme Waschmaschine von Stender. Abgerufen am 16. April 2016.
  9. Jacob Christian Schäffer: Die bequeme und höchst vortheilhafte Waschmaschine. Beschreibung seiner Waschmaschine. Abgerufen am 16. April 2016..
  10. Barbara Orland: Wäsche waschen – Technik- und Sozialgeschichte der häuslichen Wäschepflege. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991, ISBN 3-499-17736-6, S. 94.
  11. Josef Kurz: Kulturgeschichte der häuslichen Wäschepflege: Frauenarbeit und Haushalttechnik im Spiegel der Jahrhunderte. Wachter-Verlag, Bönnigheim 2006, ISBN 3-89904-248-4, S. 172.
  12. Christine MacLeod: Inventing The Industrial Revolution - The English patent system, 1660 – 1800. Cambridge University Press, Cambridge 1988, ISBN 0-521-30104-1, S. 155.
  13. Lee M. Maxwell: Save womens lives: history of washing machines. Oldwash, Eaton 2003, ISBN 0-9729710-0-9, S. 11.
  14. Josef Kurz: Kulturgeschichte der häuslichen Wäschepflege: Frauenarbeit und Haushalttechnik im Spiegel der Jahrhunderte. Wachter-Verlag, Bönnigheim 2006, ISBN 3-89904-248-4, S. 168–184.
  15. Barbara Orland: Wäsche waschen – Technik- und Sozialgeschichte der häuslichen Wäschepflege Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991. ISBN 3 -499- 17736 -6, S. 93.
  16. Otto Buchner: Die neuesten, besten und gebräuchlichsten Wasch-Einrichtungen, nach persönlicher Beobachtungen auf der Pariser Welt-Industrie-Ausstellung von 1867, sowie unter Benutzung der technischen Literatur, mit besonderer Berücksichtigung deutscher Verhältnisse für Haushaltungen, Fabriken , öffentlich Anstalten und Maschinenbauer geschildert. Verlag Bernhard Friedrich Voigt, Weimar 1868, S. 3.
  17. Schilderung einer Probewaschung im Jahr 1889 in Innsbruck. Abgerufen am 27. April 2016
  18. US-Patent US27391 A. Erfinder: Hamilton E. Smith, veröffentlicht 6. März 1860.
  19. United States Government Printing Office: Congressional series of United States public documents 1865–’66. Washington 1866, S. 833.
  20. Die Kraußwerke in Schwarzenberg (pdf 7 MB)
  21. Peter Sundermann: 100 berühmte Sachsen
  22. Biografie von Alva J. Fisher (Memento vom 1. März 2009 im Internet Archive) auf allbiographies.com (englisch)
  23. Geschäfts-Anzeigen. In: Berliner Adreßbuch, 1888, nach Teil 1, S. 88.
  24. Wolfgang König:Geschichte der Konsumgesellschaft, VSWG-Beihefte, Franz Steiner Verlag Stuttgart, ISBN 3-515-07650-6, S. 244 teilweise einsehbar bei Google-Books
  25. a b siemens-home.com
  26. siemens-home.com
  27. verbraucherzentrale.de
  28. BSH Hausgerätegesellschaft mbH Wien
  29. Vibration Absorbing System (VAS). Abgerufen am 11. Januar 2015.
  30. Umflutsysteme. hauswirtschaft.info, abgerufen 10. August 2016.
  31. Weltneuheit Adora SLQ WP mit Wärmepumpentechnologie. Abgerufen am 10. März 2015.
  32. Jürg Werner, Ernst Dober: Haushalt-Waschmaschine mit Wärmepumpe. In: Patentschrift. EP 2 096 203 B1, 2009.
  33. Topten.ch: Vergleich von Waschmaschinen für das Einfamilienhaus (EFH). Abgerufen am 10. März 2015.
  34. Whirlpool's Eco Monitor guarantees energy optimisation - The KBzine. In: www.thekbzine.com. Abgerufen am 3. Juli 2016.
  35. Bottichwaschmaschine abgerufen 10. August 2016.
  36. Waschmaschine. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 16, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 408 . – Faksimile zeigt Skizze einer Hammerwaschmaschine
  37. W. Lichtenberg, F. Girmond, R. Niedner, I. Schulze: Hygieneaspekte beim Niedrigtemperaturwaschen. (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF)
  38. Strahlenschutzanweisung für den Kontrollbereich Kernchemie / Radiochemie. Fachbereich Chemie der Philipps-Universität Marburg
  39. Externer Wäschereiservice für kerntechnische Anlagen. (PDF; 2,1 MB)
  40. Was in Konrad endgelagert wird. (Memento vom 10. Februar 2013 im Webarchiv archive.is)
  41. Clothes Washers Key Product Criteria. Energystar.gov, abgerufen am 22. April 2015.
  42. ENERGY STAR Qualified Clothes Washers. Energystar.gov, 1. Januar 2011, abgerufen am 22. April 2015.
  43. "Clothes Washers Key Product Criteria". Energy Star
  44. Waschmaschine darf in die Wohnung – Amtsgericht Tettnang, Urteil vom 19. März 2010, 4 C 1304/09, kostenlose-urteile.de
  45. Nachbar muss Waschmaschinenlärm dulden – Amtsgericht Wedding, Urteil vom 26. Januar 2004, 9 C 536/03, kostenlose-urteile.de
  46. Keine Aquastop-Vorrichtung: Mieter haftet für Waschmaschinenwasserschaden – Oberlandesgericht Oldenburg, Urteil vom 5. Mai 2004, 3 U 6/04, kostenlose-urteile.de