Wasentegernbach

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Wasentegernbach
Stadt Dorfen
Koordinaten: 48° 16′ 29″ N, 12° 12′ 51″ O
Fläche: 9,08 km²
Einwohner: 494
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 84405
Vorwahl: 08082

Wasentegernbach war bis 31. Dezember 1971 eine eigenständige Gemeinde und ist seit dem 1. Mai 1978 einer der größten Ortsteile der Stadt Dorfen im Landkreis Erding. Der etwa 500 Einwohner zählende Ortsteil liegt je zur Hälfte auf den Abhängen des Schellenberg/Hangerleite und im Tal der Isen, nur getrennt von der Bahnlinie München-Dorfen-Mühldorf. Bis 1972 gehörten zur damaligen Gemeinde außer den Weilern Großkatzbach, Loh (Geburtsort von Georg Lohmeier), Bergham, Polding und Kraham noch neun Einöden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird mit den Edlen von Tegernbach 1104/22 und ihrer Wasserburg erstmals urkundlich genannt. Von diesen wurde das Kloster Raitenhaslach gegründet. Nach mehrmaligen Herrschaftswechseln kommt das Dorf an Erasmus von Laiming zu Amerang, dessen Familie die Burg nach und nach zum Schloss Wasentegernbach umbaute. 1483 wird Wasentegernbach zur Hofmark, die ab 1582 an die Fürstpropstei Berchtesgaden unter Jakob II. Pütrich ging.[1] Schloss Wasentegernbach wurde zum Verwaltungszentrum für diese und einige weitere Hofmarken der Fürstpropstei. Bei der Säkularisation wurde das Schloss bis auf einen kleinen Teil abgerissen und der Ort zu einer Gemeinde.[2]

Bis zum 31. Dezember 1971 war Wasentegernbach eine eigene Gemeinde und bildete anschließend zusammen mit Grüntegernbach die Gemeinde Tegernbach,[3] die wiederum im Zuge der Gebietsreform am 1. Mai 1978 in die Stadt Dorfen eingemeindet wurde.[4]

Bis 1988 hatte Wasentegernbach eine eigene Bahnstation, das Postamt wurde bereits 1969 verlegt.

Seit 1994 existiert oberhalb von Wasentegernbach ein Ultraleichtflugzeug-Flugplatz.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die kleine Dorfkirche St. Johannes ist ein spätgotischer Bau des späten 15. Jahrhunderts mit einem hohen schlanken Turm, der 1768 barockisiert wurde. Im Innern besitzt sie einen Frührokoko-Hochaltar und am Netzrippengewölbe freigelegte Renaissance-Fresken.
  • Vom Schloss Wasentegernbach, in das wiederum die Reste einer vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts errichteten Wasserburg verbaut wurde,[2] ist nur noch ein dreigeschossiger, erst zum Wohn- später zum Gästehaus umgebauter Rest des Hauptgebäudes erhalten geblieben.[5][6]
Michael Wening: „Schloß Wasentegernbach“ um 1715; im Bild links oben: Wappen der Fürstpropstei Berchtesgaden mit Mittelschild des damaligen Fürstpropstes Joseph Clemens von Bayern rechts: Kirche St. Johannes von Süden Michael Wening: „Schloß Wasentegernbach“ um 1715; im Bild links oben: Wappen der Fürstpropstei Berchtesgaden mit Mittelschild des damaligen Fürstpropstes Joseph Clemens von Bayern rechts: Kirche St. Johannes von Süden
Michael Wening: Schloß Wasentegernbach um 1715; im Bild links oben: Wappen der Fürstpropstei Berchtesgaden mit Mittelschild des damaligen Fürstpropstes Joseph Clemens von Bayern
rechts: Kirche St. Johannes von Süden

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Lohmeier (1926–2015), in Loh geborener Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Press: Im Zeichen des Pferdes: ein Buch vom Landkreis Erding. Münchener Zeitungsverlag, München 1963.
  • Dorfener Heimatbuch. Von der Stadterhebung bis ins 3. Jahrtausend. Band 1, Druckerei Präbst, Dorfen 2006.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke. Band 2. Joseph Lindauer, Salzburg 1815, ab S. 131 f.; für „Wassentegernbach“ S.136 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  2. a b Historischer Kreis Dorfen e.V.: Schloss Wasentegernbach, Geschichte zu Burg und Schloss, online unter historischer kreis.de
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 457.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 573.
  5. Eintrag zu Schloss Wasentegernbach in der privaten Datenbank „Alle Burgen“
  6. Tahir Chaudhry (Dorfen): Konzentrierte bayerische Geschichte, Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 4. September 2016, online unter sueddeutsche.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]