Wasser-Greiskraut

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Wasser-Greiskraut
Wasser-Greiskraut (Jacobaea aquatica)

Wasser-Greiskraut (Jacobaea aquatica)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Senecioneae
Gattung: Jacobaea
Art: Wasser-Greiskraut
Wissenschaftlicher Name
Jacobaea aquatica
(Hill) G.Gaertn. & al.

Das Wasser-Greiskraut, auch Wasser-Kreuzkraut (Jacobaea aquatica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Jacobaea innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 12

Das Wasser-Greiskraut ist eine meist einjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 15 und 80 Zentimetern erreicht. Das Wasser-Greiskraut ist ein sommergrüner Hemikryptophyt. Die Pflanze verfügt meist nur an der Spitze über aufwärts gerichtete Seitenäste, wodurch sich das Wasser-Greiskraut vom später blühenden Spreizenden Greiskraut (Jacobaea erratica) unterscheidet, dessen Stängel sich bereits unterhalb der Mitte sparrig verzweigen.

Die Grundblätter sind zum Teil ungeteilt oder wenig eingeschnitten mit mehr oder weniger großem Endlappen. Die hellgrünen Stängelblätter sind fiederschnittig mit drei bis vier Fiederpaaren. Diese sind schmal-lineal-lanzettlich und in spitzem Winkel nach oben gerichtet. Die mittleren und oberen Stängelblätter besitzen einen eiförmig-länglichen Endlappen.

Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober. In einem doldigen, fast blattlosen rispigen Blütenstand stehen die körbchenförmigen Teilblütenstände zusammen. Die Blütenkörbchen haben einen Durchmesser von 20 bis 30 Millimetern und enthalten Zungen- und Röhrenblüten. Die Blütenkörbchen verfügen über 13 Hüllblätter und bis zu vier Außenhüllblätter. Außen ist ein Kranz mit etwa 13 hellgoldgelben, zygomorphen Zungenblüten (0 Strahlenblüten), die 10 bis 12 Millimeter lang sind.

Die Achänen sind kahl oder die inneren spärlich behaart. Der Pappus löst sich leicht ab.

Die Pflanze stirbt nach der Samenbildung meist ab. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vor allem Fliegen.

Die Chromosomenzahl beträgt nach Oberdorfer 2n = 40.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasser-Greiskraut ist vor allem in West- und Mitteleuropa verbreitet. Einzelvorkommen finden sich in Süd-, Ost- und Nordeuropa. In Neuseeland ist es ein Neophyt.

In Deutschland ist es vor allem im Nordwesten und im Süden verbreitet; im Nordosten ist es deutlich seltener. In Deutschland kommt die Art vom Flachland bis in mittlere Gebirgslagen vor und erreicht in den Alpen Höhenlagen von bis zu 866 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt sie aber im Kleinen Walsertal auf der Brandalpe bei Riezlern unterhalb des Gottesacker-Gebiets bis zu 1350 Meter auf.[1]

Das Wasser-Greiskraut wächst in Mitteleuropa häufig in kleineren bis größeren Beständen in Nass- und Feuchtwiesen, an Gräben und Quellen auf sicker- und staunassen, kalkarmen, neutralen, humosen Tonböden. Es ist nach Oberdorfer in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Calthion und kommt gebietsweise in der Assoziation Senecionetum aquaticae vor.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasser-Greiskraut ist ein giftiges Wiesen-„Unkraut“. Es ist giftig sowohl beim Verzehr als auch bei Hautkontakt. Es ist aber nach Rauschert (1961) wie auch das Raukenblättrige Greiskraut (Jacobaea erucifolia) etwas weniger giftig als das Jakobs-Greiskraut.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1761 unter dem Namen (Basionym) Senecio aquaticus durch John Hill. Die Neukombination zu Jacobaea aquatica (Hill) G.Gaertn. & al. wurde 1801 veröffentlicht. Ein Synonym für Jacobaea aquatica (Hill) G.Gaertn. & al. ist Senecio pratensis Richt.[2][3]

Die Arten Jacobaea aquatica (Hill) G.Gaertn. & al., Jacobaea argunensis (Turcz.) B.Nord., Jacobaea erratica (Bertol.) Fourr., Jacobaea erucifolia (L.) G.Gaertn. & al., Jacobaea lycopifolia (Poir.) Greuter & B.Nord., Jacobaea ornata (Druce) Greuter & B.Nord. und Jacobaea vulgaris Gaertn. werden zuweilen als Artengruppe zusammengefasst: Senecio aquaticus agg.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • S. Rauschert: Wiesen- und Weidepflanzen. Erkennung, Standort und Vergesellschaftung, Bewertung und Bekämpfung., Neumann-Verlag Radebeul, 1961, 406 S.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1.
  2. a b Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae.: Jacobaea aquatica In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  3. Jacobaea aquatica im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 29. Mai 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wasser-Greiskraut (Jacobaea aquatica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien