Wasserkelche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wasserkelche
Wendtscher Wasserkelch (Cryptocoryne wendtii)

Wendtscher Wasserkelch (Cryptocoryne wendtii)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Aronstabgewächse (Araceae)
Unterfamilie: Aroideae
Gattung: Wasserkelche
Wissenschaftlicher Name
Cryptocoryne
Fisch. ex Wydler

Die Wasserkelche (Cryptocoryne), selten auch Wassertrompeten genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Einige der etwa 62 Arten werden als Aquarienpflanzen verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserkelch-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie gedeihen als Wasser- und Sumpfpflanzen und können submers (unter Wasser) und emers (über Wasser) leben. Sie vermehren sich überwiegend durch kriechende, seltener durch aufrechte Rhizome. Die Arten sind in ihrem Erscheinungsbild sehr variabel, da sie damit auf ihre jeweilige Umwelt reagieren. Die parallelnervigen, einfachen Laubblätter sind meist gestielt und stehen in grundständigen Rosetten.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Blütenbildung kommen sie nur während einer emersen Phase. Cryptocoryne-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Der Blütenstand besteht aus einer gestielten Spatha (Hochblatt), die an der Basis zu einem Kessel erweitert ist. Im Kessel sind die weiblichen und männlichen Blüten rund um den Kolben (Spadix) angeordnet. Ganz unten befinden sich meist sechs fertile weibliche Blüten mit einem Stempel bestehend aus dem aus drei Fruchtblättern verwachsenen Fruchtknoten, Griffel und Narbe. Dann folgt ein schmaler kahler, steriler Kolbenabschnitt. Darüber befinden sich 40 männliche Blüten. Der oberste Teil des Kolbens ist wieder kahl. Die eingeschlechtigen Blüten sind dreizählig.

Es werden Beeren gebildet.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Cryptocoryne-Arten handelt sich um Wasser- und Sumpfpflanzen. Sie bewohnen fließende Gewässer, Ufer von diesen sowie Restwassertümpel von Überschwemmungsgebieten.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bereits durch Friedrich Ernst Ludwig von Fischer verwendete Name Cryptocoryne wurde 1830 als Gattung gültig veröffentlicht durch Heinrich Wydler in Linnaea. Band 5, S. 428[1] aufgestellt. Typusart ist Cryptocoryne spiralis (Retz.) Fisch. ex Wydler, die 1779 als Arum spirale von Anders Jahan Retzius erstveröffentlicht wurde.[2] Der botanische Gattungsname Cryptocoryne leitet sind von den griechischen Wörtern kryptos für „verborgen“ sowie koryne für Kolben ab und bezieht sich auf die in dem zu einem Kessel erweiterten gestielten Blütenstand (Spatha) verborgenen Blütenorgane. Cryptocoryne Fisch. ex Wydler ist Myrioblastus Wall. ex Griff.[3]

Die Gattung Cryptocoryne gehört zur Tribus Cryptocoryneae in der Unterfamilie Aroideae innerhalb der Familie Araceae.[4]

Die Gattung Cryptocoryne ist im tropischen Indien, Süd- und Südostasien sowie auf Neuguinea verbreitet.

Habitus und Blütenstand von Becketts Wasserkelch (Cryptocoryne beckettii)
Cryptocoryne cognata submers im Habitat
Habitus und Blütenstand von Cryptocoryne pontederiifolia
Cryptocoryne ×timahensis

Es gibt etwa 62 Arten in der Gattung Cryptocoryne:[3]

Bedeutung für die Aquaristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

100 bis 150 Arten unterschiedlichster Pflanzenfamilien werden regelmäßig im Fachhandel für die Bepflanzung von Aquarien angeboten. Darunter befinden sich etwa 10 bis 15 Wasserkelch-Arten. Die übrigen Arten werden zwar gleichfalls kultiviert, ihre Haltung stellt jedoch besondere Anforderungen. Dies gilt insbesondere für die meisten Exemplare der Cryptocoryne-cordata-Gruppe (Cryptocoryne blassii, Cryptocoryne purpurea, Cryptocoryne siamensis u. a.).[16] Leichter zu pflegen sind beispielsweise Cryptocoryne hudoroi und Cryptocoryne spiralis.[17] Viele Arten benötigen für eine erfolgreiche Kultur außerdem eine emerse Kultur und sind daher am besten in Paludarien zu halten.

Wasserkelch-Arten gehören generell zu den eher anfälligen Aquarienpflanzen. Sie reagieren oft empfindlich auf Veränderungen von Wasserwerten. Es kommt dann häufig zu der sogenannten Cryptocorynenfäule, bei der sich die Blätter zersetzen.

Es gibt auch in Kultur entstandene Hybriden:

  • Cryptocoryne walkeri × Cryptocoryne nevillii (Bastard-Wasserkelch): Eine künstliche Hybride.[18]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. Cryptocoryne bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis Abgerufen am 16. August 2014.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by Rafaël Govaerts (Hrsg.): Cryptocoryne. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 6. Mai 2019.
  4. Cryptocoryne im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 16. August 2014.
  5. Christel Kasselmann (1999), S. 183.
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  7. Christel Kasselmann (1999), S. 449.
  8. Christel Kasselmann (1999), S. 193 f.
  9. Christel Kasselmann (1999), S. 203.
  10. Christel Kasselmann (1999), S. 204.
  11. Christel Kasselmann: Cryptocoryne schulzei de Wit, 1971. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, S. 296.
  12. Christel Kasselmann (1999), S. 212 f.
  13. Christel Kasselmann (1999), S. 215 f.
  14. Christel Kasselmann (1999), S. 450.
  15. Christel Kasselmann (1999), S. 221 f.
  16. Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. Tetra-Verlag, Berlin-Velten 2009, ISBN 978-3-89745-190-2, S. 96.
  17. Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 118–121.
  18. Christel Kasselmann (1999), S. 220.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wasserkelch (Cryptocoryne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien