Wasserturm Radolfzell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
aquaTurm, Wasserturm des Milchwerks Radolfzell
aquaTurm, Wasserturm des Milchwerks Radolfzell
Daten
Baujahr/Bauzeit: 1956
Umbau/Erw.: April 2008 bis April 2017 (Baustopp Juli 2009 bis Juli 2011)
Architekt: Norman Räffle (Umbau/ Neubau)
Entwurf: Norman Räffle (Umbau/ Neubau)
Bauausführung: Räffle & Söhne GbR (Umbau/ Neubau)
Turmhöhe: 31 m (alt) 50,5 m (neu)
Nutzhöhe: 25 m (alt) 41 m (neu)
Behälterhöhe: 5 m
Behälterart: Flachbodenbehälter
Behältervolumen: 100 m³
Betriebszustand: Seit 1979 außer Betrieb
Ursprüngliche Nutzung: Wasserversorgung des Milchwerks
Umnutzung: Designhotel, 1. Nullenergiehochhaus der Welt
Denkmalschutz: Nein

Der Wasserturm des ehemaligen Milchwerks in Radolfzell an der Güttinger Straße war im Jahr 2010 noch in seiner ursprünglichen Form erhalten. Das 1956 errichtete Bauwerk wurde nach einer Umgestaltung vollkommen verändert.

Ursprüngliches Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Grundriss polygonale, schlichte Turm war 31 m hoch. Der Schaft hatte vier Etagen (einschließlich Erdgeschoss) mit einem zentralen Treppenaufgang. Der Turmkopf, die Ummantelung des Behälters, kragte kaum vor, war aber durch ein Gesims vom Schaft abgesetzt. Der darin befindliche Stahlbehälter wurde schon vor der anstehenden Umgestaltung entfernt. Unmittelbar unter dem Dach wies der Kopf eine umlaufende Reihe kleiner Fenster auf. Ein flaches, überstehendes Zeltdach schloss das Bauwerk nach oben ab.

Geschichtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Milchwerk Radolfzell errichtete den Bau 1956 für die betriebliche Wasserversorgung. Schon 1979 brauchte das Unternehmen den Turm nicht mehr und legte ihn still. Lange Zeit fand sich keine Verwendungsmöglichkeit. 2002 schrieb die Stadt den Turm zum Kauf aus, für 25.000 € erwarb ihn schließlich ein einheimischer Bauunternehmer.

Umbau und weitere Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turm wurde zum ersten Nullenergie-Passiv-Hochhaus der Welt umgebaut und beherbergt seit April 2017 ein außergewöhnliches Designhotel. Das Projekt wurde vom Bundesumweltministerium als Demonstrationsanlage gefördert. Da der Wasserturm nicht unter Denkmalschutz stand, konnten umfangreiche, die Bausubstanz vollkommen verändernde Umbaumaßnahmen umgesetzt werden. Der alte, marode Turmkopf wurde vollständig zurückgebaut und durch mehrere vorkragende Stockwerke ersetzt. Auf der Nordseite erschließt nun ein separater Aufzugs- und Treppenturm den eigentlichen Hotelturm. Das Fundament des neuen Gebäudes, das zugleich als Wasserbecken mit Wasserfällen an die ursprüngliche Nutzung erinnern soll, wurde schon 2008 gegossen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jens U. Schmidt, Günther Bosch, Albert Baur: Wassertürme in Baden-Württemberg. Land der Wassertürme. Regia-Verlag, Cottbus 2009, ISBN 978-3-86929-002-7.

Koordinaten: 47° 44′ 28,2″ N, 8° 58′ 25,5″ O