Wasterkingen

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Wasterkingen
Wappen von Wasterkingen
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Bülachw
BFS-Nr.: 0070i1f3f4
Postleitzahl: 8195
Koordinaten: 677889 / 27176447.5919428.474169393Koordinaten: 47° 35′ 31″ N, 8° 28′ 27″ O; CH1903: 677889 / 271764
Höhe: 393 m ü. M.
Fläche: 3.95 km²
Einwohner: 568 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 141 Einw. pro km²
Website: www.wasterkingen.ch
Karte
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Wasterkingen (im einheimischen zürichdeutschen Dialekt Waschterchinge[2]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Silber drei verkürzte rote Spitzen, überhöht von zwei roten Rosen

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wasterkingen liegt im nordwestlichsten Ende des Rafzerfeldes an der Strasse nach Hohentengen. Die Siedlung liegt am Hang des Kaltwang. Ursprünglich bestand sie aus zwei Haufendörfern, die zusammengewachsen sind. Von der Gemeindefläche sind 46.3 % landwirtschaftliche Nutzflächen, 43.5 % ist Wald, 8.1 % ist Siedlungsfläche und 2.0 % dienen dem Verkehr. Westlich befindet sich die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf wurde 1102 als Wastachingin erstmals urkundlich erwähnt.[3] Ein düsteres Kapitel in der Geschichte Wasterkingens ist die Hexenverfolgung von 1701. Im Jahr 1701 kam es in Zürich zum letzten Mal zu einem Hexenprozess mit Hinrichtungen. Am 19. April 1701 schilderte der Eglisauer Landvogt Johann Jakob Hirzel in einem Schreiben an die Zürcher Obrigkeit, die Dorfleute von Wasterkingen hätten ihn gebeten, die gnädigen Herren über das Hexenunwesen in ihrer Gemeinde zu unterrichten. Angeklagt waren insgesamt 12 Personen. Insgesamt wurden nach langwierigem Verfahren sieben Frauen und ein Mann, alle aus Wasterkingen, wegen Bündnissen mit dem Teufel zum Tode verurteilt. Regierungspräsident Markus Notter und Kirchenratspräsident Ruedi Reich verurteilten 2001 diese Justizmorde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung von Wasterkingen[3]
Jahr 1634 1640 1709 1836 1850 1900 1950 2000 31. Oktober 2015
Einwohner 245 109 281 386 437 353 275 560 577
  • Bevölkerungsdichte: 141.9 Einw./km²
  • Anzahl Privathaushalte: 212 (Stand: 2000)
  • Konfessionszugehörigkeit: 59,9 % evangelisch-reformiert, 17,5 % römisch-katholisch, 22,6 % andere oder keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2010)

Politik[Bearbeiten]

Die Wahlen 2015 des Nationalrates hat folgendes Ergebnis ergeben: Die SVP hat 51.2 %, die SP 17.8 %, die FDP 8.1 %, die BDP 4.4 %, die glp 3.9 % und die Grüne 3.5 % der Wählerstimmen.[4]

Gemeindepräsident ist Peter Zuberbühler (Seit 2014).

Vereine[Bearbeiten]

In Wasterkingen und dem umliegenden Rafzerfeld bestehen über 11 Sportvereine, bei denen man sich aktiv beteiligen kann.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wasterkingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.
  •  David Meili: Hexen in Wasterkingen: Magie und Lebensform in einem Dorf des frühen 18. Jahrhunderts. Basel 1980.
  • Zu den Wasterkingener Hexenprozessen: Eduard Osenbrüggen, Studien zur Deutschen und Schweizerischen Rechtsgeschichte (1868), Publisher: Fr. Hurter, 1868, S. 414–418 (Online)
  • Zu den Wasterkingener Hexenprozessen: Johann Moritz Schwager, Beytrag zur Geschichte des Aberglaubens des gegenwärtigen Jahrhunderts, oder Erzählung von einem merkwürdigen Hexenproceß, der in dem Anfang desselben in D. im **schen Kreise geführt wurde. In: Beyträge zur Beförderung des vernünftigen Denkens in der Religion 4 (1783), S. 31–92 (Online; PDF; 13,7 MB)
  •  Otto Sigg: Hexenprozesse mit Todesurteil: Justizmorde der Zunftstadt Zürich. 2 Auflage. Selbstverlag, Zürich 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wasterkingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität von Neuchâtel. Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 202.
  3. a b [1] – Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 18. Dezember 2015.
  4. Wahlergebnisse Nationalrat 2015 – Webseite des statistischen Amtes des Kantons Zürich. Abgerufen am 16. Dezember 2015.