Waterloo Bridge

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Waterloo Bridge (Begriffsklärung) aufgeführt.

Koordinaten: 51° 30′ 31″ N, 0° 7′ 1″ W

Waterloo Bridge
Waterloo Bridge
Waterloo Bridge, vom London Eye aus gesehen
Nutzung Straßenbrücke
Überführt

Hauptstraße A301

Querung von

Themse

Ort London
Konstruktion Bogenbrücke
Gesamtlänge 381 m
Breite 24,5 m
Längste Stützweite 71 m
Baubeginn 1. Brücke – 1811
2. Brücke – 1937
Eröffnung 1. Brücke – 18. Juni 1817
2. Brücke – 1945
Lage
Waterloo Bridge (Greater London)
Waterloo Bridge
Ansicht der alten Waterloo Bridge, Gemälde von John Constable (1817)
Waterloo Bridge in London, Fotografie von Roger Fenton aus dem Besitz von Kommerzienrat August Weiss (1832–1927), Kessler Sekt, Esslingen am Neckar (um 1858)
Blick auf die Themse von der Waterloo Bridge

Die Waterloo Bridge ist eine Straßenbrücke über den Fluss Themse in London. Sie verbindet die City of Westminster auf der Nordwestseite mit dem Stadtteil Lambeth im Stadtbezirk London Borough of Lambeth auf der Südostseite. Darüber führt die Hauptstraße A301. Mit einer Länge von 381 Metern und einer Breite von 24,5 Metern ist Waterloo Bridge Londons längste Brücke. Sie besteht aus Portland-Kalkstein, der die Eigenschaft besitzt, sich bei Regen selbst zu reinigen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Brücke an dieser Stelle entstand ab 1811 unter der Leitung des Bauingenieurs John Rennie. Sie hatte an beiden Enden Torbögen mit dorischen Säulen. Ursprünglich als „Strand Bridge“ bezeichnet (nach der gleichnamigen Straße), wurde sie 1816 in Gedenken an die Schlacht bei Waterloo umbenannt und am 18. Juni 1817 von Prinzregent Georg IV. offiziell eröffnet. Als Baumaterial verwendete man Granit aus einem Steinbruch in der schottischen Stadt Aberdeen, der seinerzeit als besonders widerstandsfähig galt.

1878 wurde die Brücke verstaatlicht und durch das Metropolitan Board of Works übernommen, die auch die bisher erhobene Maut aufhob. Die neuen Eigentümer stellten fest, dass die Fundamente der Brücke durch Unterspülung Schäden hatten; die Fundamente wurden von 1882 bis 1884 verstärkt.

1923 musste die Brücke wegen erneut abgesunkener Fundamente für den Verkehr gesperrt werden. Trotz Bedenken von Denkmalschützern entschied sich das London County Council für den Abriss der Brücke und beauftragte den renommierten Architekten Giles Gilbert Scott mit der Planung eines Neubaus. Die 1937 begonnenen Bauarbeiten verzögerten sich wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs. 1942 konnte ein Teil der neuen Brücke für den Verkehr freigegeben werden, 1945 war sie fertiggestellt. Die Waterloo Bridge ist die einzige Brücke in London, die bei den Angriffen der Luftwaffe auf London (1940/41) beschädigt wurde.[1]

Wegen des Mangels an männlichen Arbeitskräften bauten mehrheitlich Frauen an der Brücke; sie wurde gelegentlich als „Ladies' Bridge“ bezeichnet.[2]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claude Monet malte die Brücke mehrfach.

Am 7. September 1978 wurde der bulgarische Schriftsteller Georgi Markow an der Bushaltestelle auf der Brücke Opfer des „Regenschirmattentats“. Ein bulgarischer Geheimdienstagent vergiftete ihn dabei mit Rizin.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waterloo Bridge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The forgotten heroines who built Waterloo Bridge: Historian reveals how women were drafted to construct 'The Ladies Bridge' in WWII but never got the credit they deserved. In: dailymail.co.uk. 15. Juli 2013, abgerufen am 31. Mai 2017 (englisch): „The new bridge, which was the only one to be damaged during the Blitz…“
  2. Heritage Minister Recognises Women Who Built Waterloo Bridge With National Heritage Listing (23. Juni 2015).