Watership Down (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
Deutscher TitelWatership Down
Watership Down – Unten am Fluss (Alternativtitel)
Unten am Fluss (Alternativtitel)
OriginaltitelWatership Down
ProduktionslandGroßbritannien
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1978
Länge92 Minuten
AltersfreigabeFSK 6
Stab
RegieMartin Rosen
DrehbuchMartin Rosen
ProduktionMartin Rosen
MusikAngela Morley,
Malcolm Williamson,
Mike Batt
SchnittTerry Rawlings
Synchronisation

Watership Down ist ein britischer Zeichentrickfilm von Regisseur Martin Rosen nach dem gleichnamigen Roman von Richard Adams. Er handelt von der abenteuerlichen Reise einer Gruppe von Kaninchen, die aus ihrem angestammten Zuhause entfliehen und im englischen Hügelland Watership Down eine neue Heimat finden.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beginnt mit der Erklärung der Mythologie der Kaninchen: am Anfang schuf der Sonnengott Frith die Welt, die Bäume, die Sterne und auch alle Tiere, welche zu Beginn alle gleich waren. Doch als sich die Kaninchen immer unkontrollierter vermehren und die Mehrheit übernehmen, will Frith dem Kaninchenfürst El-ahrairah ins Gewissen reden – doch dieser bezeichnet sein Volk als das stärkste und von daher als rechtmäßig, dass es die Mehrheit übernimmt. Frith hingegen will das nicht hinnehmen und gibt jedem Tier nun eigene Eigenschaften – er versieht Wiesel, Fuchs, Falke und Katze mit dem Jagdtrieb. Diese dezimieren den Kaninchenbestand und jagen Furcht in das Herz von El-ahrairah. Doch auch ihm gibt Frith Eigenschaften mit: große Ohren, um Gefahren zu hören und starke Hinterläufe, um schnell fliehen zu können. Der Vorspann endet mit dem Motto, welches auf den Filmplakaten zu lesen war: „All the world will be your enemy, Prince of a Thousand enemies. And when they catch you, they will kill you. But first they must catch you; digger, listener, runner, Prince with the swift warning. Be cunning, and full of tricks, and your people will never be destroyed“ („Die ganze Welt wird dein Feind sein, Fürst mit tausendfachen Feinden, und wann immer sie dich fangen, werden sie dich töten. Aber zuerst müssen sie dich fangen, Gräber, Lauscher, Läufer, Fürst der schnellen Warnung. Sei schlau und voller Listen, und dein Volk wird niemals vernichtet werden.“)

Der junge Rammler Hazel lebt mit vielen anderen seiner Art in einem Bau auf dem englischen Land. Sein Leben scheint unbeschwert, bis sein schmächtiger Bruder Fiver Visionen von einer bevorstehenden Katastrophe hat und ihn drängt, die Heimat so schnell wie möglich zu verlassen. Zuerst zögert Hazel, aber schließlich brechen er, Fiver und einige weitere Kaninchen gegen den Willen ihres Anführers auf. Wenig später wird der Bau von Menschen ausgeräuchert und zerstört und fast alle zurückgebliebenen Kaninchen werden vom giftigen Rauch getötet, den die Menschen in den Bau geleitet hatten.

Die Überlebenden – eine Gruppe junger, schwacher und unerfahrener Rammler – wandern in die Hügellandschaft von Watership Down und graben sich dort einen neuen Bau. Bald schon treffen sie auf neue Freunde wie die Möwe Kehaar und einige Stallkaninchen, die sie aus der Gefangenschaft der Menschen befreien können. Aber auch Feinde lassen nicht lange auf sich warten: der autoritär geführte Kaninchenstamm der Efrafa kontrolliert die Nachbarschaft; deren mächtiger Anführer General Woundwort herrscht wie ein Diktator über viel zu viele Untertanen.

Als Hazel und seine Freunde einige Weibchen aus Efrafa befreien, entbrennt Krieg unter den Kaninchen und Woundwort führt seine Kampftruppen gegen den Bau von Watership Down. Mit der Hilfe ihrer Verbündeten und eines waghalsigen Plans können die unterlegenen Kaninchen in letzter Minute den Sieg erringen, dazu befreien sie den Hund eines Bauernhofes, und treiben ihn nach Watership Down. Bigwig verteidigt derweil seine Freunde gegen Woundwort. Der Hund tötet mehrere von Woundworts Kampftruppen, als Woundwort erscheint, geht der Hund auch auf ihn los, seine Leiche wurde jedoch nie gefunden. Fortan können Hazel und seine Freunde in Frieden leben.

Hazel, der inzwischen sehr alt geworden ist, wird am Ende des Films vom „schwarzen Kaninchen des Todes“ abgeholt und verlässt somit das irdische Leben, um fortan im Kaninchenjenseits in der Owsla (Leibwache) von El-ahrairah, dem ewigen Kaninchenoberhaupt, zu dienen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Titellied Bright Eyes wurde in der Version von Art Garfunkel zum Welterfolg.
  • Ursprünglich war John Hubley als Regisseur für Unten am Fluß engagiert worden. Als jedoch die Arbeiten nach einem Jahr stagnierten, feuerte ihn der Produzent Martin Rosen und übernahm selbst die Regie. Das einzige, was von Hubleys Arbeit übrig blieb, ist die Eröffnungssequenz des Films. Diese unterscheidet sich signifikant vom „Rest“ des Films und offenbart Hubleys charakteristischen Stil.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Watership Down wurde als einer der ersten ernstzunehmenden Trickfilme für Erwachsene gepriesen, die im Westen entstanden. Das Magazin Total Film wählte ihn 2004 in die Top 50 der Liste der größten britischen Filme aller Zeiten.[1]

Aufgrund der Handlung, in der eine Kaninchengruppe Spitzel einsetzt und es nicht zulässt, die Gemeinschaft zu verlassen, wurden auch Analogien zu Diktaturen gezogen, explizit zur DDR.[2]

In Deutschland wurde die geringe Altersfreigabe (FSK ab 6) kritisiert, da der Film – wie auch die Buchvorlage – viele gewalttätige und für Kinder verstörende Szenen enthält. Gut vierzig Jahre nach der Premiere fielen die Reaktionen in Großbritannien vergleichbar aus, obwohl der Film dort ohne Altersbeschränkungen in den Kinos lief, als er zu Ostern 2016 im Program von Channel 5 gezeigt wurde. So wurde der Film auf Twitter als „sadistisch“ bezeichnete und ein Nutzer fordert gar die Kündigung des verantwortlichen Programmdirektors.[3][4]

Der Film hat eine positive Rate von 82 % auf Rotten Tomatoes, einer Website, die Kritiken auswertet.[5]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde bei der Berliner Synchron vertont. Joachim Kunzendorf schrieb das Dialogbuch und führte die Dialogregie.

Rolle englischer Sprecher deutscher Sprecher[6]
Hazel John Hurt Norbert Gescher
Fiver Richard Briers Stefan Krause
Bigwig Michael Graham Cox Andreas Mannkopff
Blackberry Simon Cadell Lutz Riedel
Hyzenthlay Hannah Gordon Rebecca Völz
Pipkin Roy Kinnear Wolfgang Ziffer
Silver Terence Rigby Mogens von Gadow
Kehaar Zero Mostel Wolfgang Völz
General Woundwort Harry Andrews Hubert Suschka
Clover Mary Maddox
Holly John Bennett Gerd Duwner
Dandelion Richard O'Callaghan Ulrich Matthes
Chefkaninchen Thearah Ralph Richardson Michael Chevalier
Cowslip Denholm Elliott Horst Gentzen
Campion Nigel Hawthorne Ulrich Gressieker
Blackavar Clifton Jones Alexander Herzog
Vervain Derek Griffiths Joachim Cadenbach
Katze Lynn Farleigh Inken Sommer
Frith Michael Hordern Alexander Herzog
Das Schwarze Kaninchen Joss Ackland Frank Glaubrecht
Erzähler Michael Hordern Joachim Nottke

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saturn Award
    • Beste Animation
    • Bester Fantasy-Film (nominiert)
  • Hugo Award
    • Beste Dramatische Präsentation (nominiert)

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Ein reizvoller, detailverliebter Zeichentrickfilm, der wegen seiner vielschichtigen Bezüge zur menschlichen Existenz Aufmerksamkeit verdient. Der intelligent und fantasievoll gemachte Film urteilt in seinen kritischen Ansätzen oft bitter über gesellschaftliche Zustände und menschliche Verhaltensweisen wie Machtmissbrauch, ungerechte Besitzverhältnisse und die zunehmende Zerstörung der Natur. Sein lebensbejahender Optimismus deutet jedoch auch die Möglichkeit der Veränderung dieser Verhältnisse an.“ – „Lexikon des internationalen Films[7]
  • „Auch wenn die Musik zuweilen recht aufdringlich wirkt, vor allem das Lied Art Garfunkels, ist Rosens Film mehr als so manche neuere Produktion aus der Disney-Werkstatt: Odyssee einiger hellsichtiger Einzelgänger, Allegorie auf die Gesellschaft und Utopie von einem harmonischen Leben.“ Anne Frederiksen, Die Zeit, 14. November 1980[8]

Blu-Ray-Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 wurde eine Fassung des Films auf Blu-ray veröffentlicht. Das Bild ist dabei „recht solide, aber stil- und altersbedingt eingeschränkt“ und auch der „herkömmlichen 2-Kanal-Stereo-Abmischung“ merke man das Alter an, von einer Enttäuschung sei man „dennoch weit entfernt“, so die Spezialisten von blurayreviews.ch. Negativ fiel auf, dass der Kontrast teilweise wechselhaft sei beziehungsweise „flackerig“ wirke und das Bild allgemein „eher flach“ sei. Die Bonuselemente könnten sich „für einen Film diesen Alters aber dennoch sehen lassen“. Enthalten sind als wesentliche Elemente zwei Interview-Features (Eine Unterhaltung mit den Filmemachern von ca. 17 Minuten Dauer und Die Entwicklung eines Stils mit ca. 12 Minuten Dauer), in denen neben Martin Rosen (Regisseur) und Terry Rawlings (Filmeditor) auch einige der Animatoren und Background-Künstler eingebunden sind, um über die Entstehung des Films zu sprechen. Darüber hinaus gibt es u. a. noch Storyboard-Entwürfe und Archiv-Fotos zu sehen.[9]

Neuauflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2018 wurde in Kooperation von Netflix und der BBC der Film als vierteilige Miniserie neu aufgelegt. Dabei wurde u. a. die Umsetzung als Zeichentrick durch computergenerierte Grafiken ersetzt, anstelle von Art Garfunkel („Bright Eyes“) wurde die Titelmelodie von James-Bond-Interpret Sam Smith („Fire on Fire“) intoniert und die inhaltliche Darstellung sei laut der BBC, so die SZ, „besser geeignet für Kinder“.[4] Als Sprecher wurde „eine erstaunliche Anzahl hochangesehener britischer Schauspieler“ engagiert, darunter James McAvoy, Oscar-Preisträger Ben Kingsley, John Boyega und Gemma Arterton.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Timo Nöthling: «Unten am Fluss»-Neuauflage: Hoffnungsvoller, kinderfreundlicher, hässlicher. In: quotenmeter.de. 23. Dezember 2018, abgerufen am 5. März 2019.
  2. Benjamin Bartsch: Unten am Fluss (Watership Down). In: movicfreakz.de. 30. März 2017, abgerufen am 5. März 2019.
  3. Watership Down - Unten am Fluss. In: kinderfilmwelt.de. 14. Januar 2016, abgerufen am 5. März 2019.
  4. a b Nadja Schlüter: Remake von Netflix und BBC – Ernst des Hoppelns. In: sueddeutsche.de. 23. Dezember 2018, abgerufen am 5. März 2019.
  5. Watership Down. 1. November 1978. Abgerufen am 29. März 2016.
  6. Watership Down in der Deutschen Synchronkartei
  7. Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997. Siehe auch Watership Down. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 7. April 2018.
  8. Die Zeit vom 14. November 1980
  9. Blu-Ray Reviews – 'Unten am Fluss (Watership Down)' (Zeichentrick-Animation) HD High-Definition Film-Besprechung / Bewertung. In: blurayreviews.ch. 15. Februar 2011, abgerufen am 5. März 2019.