Wathlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wathlingen
Wathlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wathlingen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 32′ N, 10° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Samtgemeinde: Wathlingen
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 17,68 km2
Einwohner: 6188 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 350 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29339
Vorwahl: 05144
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 021
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Schmiedeberg 1
29339 Wathlingen
Website: www.wathlingen.de
Bürgermeister: Torsten Harms (CDU)
Lage der Gemeinde Wathlingen im Landkreis Celle
Landkreis CelleNiedersachsenLandkreis HeidekreisLandkreis UelzenLandkreis GifhornRegion HannoverFaßbergSüdheideEschedegemeindefreies Gebiet LohheideBergenWinsenWietzeHambührenCelleAdelheidsdorfHagenWathlingenBröckelEicklingenWienhausenLanglingenHohneLanglingenEldingenAhnsbeckBeedenbostelLachendorfKarte
Über dieses Bild
Wathlingen um 1655
Das Rathaus Am Schmiedeberg, Sitz der Gemeinde- und der Samtgemeindeverwaltung
St.-Marien-Kirche in Wathlingen, erstmals 1322 erwähnt
St.-Barbara-Kirche
Ortsblick Alter Hof
Kali-Abraumhalde südlich von Wathlingen
Seilscheibe des Schachtes Niedersachsen
Kalibahn vor der Halde
Glockenspiel am alten Schlauchturm

Wathlingen (niederdeutsch Wateln) ist eine Gemeinde im Südosten des niedersächsischen Landkreises Celle und der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Wathlingen. Sie liegt rund 30 km östlich von Hannover. Das im Nordwesten angrenzende Dorf Papenhorst ist ein Ortsteil von Nienhagen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dicht an Wathlingen vorbei fließt die Fuhse. Überschattet wird die Gemeinde von einem zurzeit noch etwa 110 m hohen Kaliberg. Die Kreisstadt Celle ist etwa 14 km entfernt.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wathlingen verkehren zwei Buslinien.

Durch die CeBus GmbH & Co. KG wird halbstündlich, immer um --:19 Uhr, ab der Bushaltestelle Spörgenkamp West das Dorf mit der Kreisstadt Celle verbunden. Die Bushaltestelle liegt am Anfang des Ortes und ist unweit von den beiden Supermärkten ALDI und REWE entfernt. Jeweils stündlich, immer um --:44 Uhr, fährt die Linie dann durch das ganze Dorf bis nach Eicklingen. Es gibt Pläne, die Busverbindung um --:19 Uhr bis zur Bushaltestelle „Wathlingen Grundschule“, oder „Wathlingen Schulzentrum“ auszubauen, um den Takt der Linie 600 zu verbessern. Die Verhandlungen mit der CeBus GmbH laufen bereits.

Durch den RegioBus Hannover wird Wathlingen mit der Buslinie 927 vier mal am Tag mit dem Bahnhof in Ehlershausen angefahren. Morgens um 5:42 Uhr, 6:39 Uhr, sowie abends um 15:47 Uhr und 17:17 Uhr. Die Linie startet an der Bushaltestelle Wathlingen, Schulzentrum und führt über Papenhorst, Nienhagen und Nienhorst-Müggenburg nach Ehlershausen. Der Fahrplan der Linie 927 ist mit den Zugabfahrten der S6 und S7 der S-Bahn Hannover so abgestimmt, dass die Fahrgäste nur wenige Minuten auf ihren Zug warten müssen.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wathlinger Bote das amtliche Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Wathlingen, es wird hergestellt vom MoorVerlag in Großmoor. Er erscheint einmal wöchentlich (sonnabends). Zudem erscheint einmal monatlich das Wathlinger RegionsECHO.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wathlingen gibt es im Ortskern die Grundschule Wathlingen. Unweit von ihr entfernt steht die Oberschule Wathlingen, die mit einem Haupt- und Realschulzweig auch einen Gymnasialzweig anbietet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste Ort der Samtgemeinde Wathlingen ist der Samtgemeindesitz selbst. Wathlingen wurde erstmals am 1. November 1022 genannt, als Bischof Bernward von Hildesheim das Kloster St. Michaelis in Hildesheim stiftete und es mit mehreren Gütern, u. a. „Waditlogon“, ausstattete.[2]

Das Dorf, das jahrhundertelang nur von der Landwirtschaft lebte, erlebte etwa um 1900 mit dem Aufbau des Kaliwerkes einen enormen Wandel hin zum Industriedorf. Die Einwohnerzahl stieg enorm, und es entstand die heutige „Kolonie“ als Siedlung der Bergleute. Der örtliche Bergmannsverein führt heute die Tradition der Grubenleute fort.

Im Jahr 1997 feierte die Gemeinde Wathlingen ihren 975. Geburtstag.

Die Wathlinger Kickers feierten 2009 ihr 10-jähriges Bestehen und tragen seit dem 5. Juni 2010 den Titel „Wathlinger Meister 2010“.

Die Grundschule Wathlingen feierte am 27. September 2010 ihr 100. Jubiläum. Bei dieser Gelegenheit wurde die neu sanierte Turnhalle der Grundschule ihrer Bestimmung übergeben.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FrankreichFrankreich Frankreich, Villeparisis

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische St.-Marien-Kirche an der Kirchstraße gehört zum Kirchenkreis Celle. Zur Kirchengemeinde gehört auch der innerhalb des Ortes gelegene Friedhof. An der Kantallee befindet sich der 1960 gegründete evangelisch-lutherische Kindergarten Marienkäfer.

Um 1950 entstand eine katholische Gemeinde in Wathlingen. 1960/61 wurde nach Plänen von Josef Fehlig an der Straße nach Hänigsen die St.-Barbara-Kirche errichtet, sie gehört heute zur Pfarrgemeinde St. Ludwig in Celle.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Wathlingen setzt sich aus 19 Abgeordneten zusammen.

CDU SPD Bürger für Wathlingen (BfW) Grüne FDP BL Thunich Linke Gesamt
2001 10 5 2 2 0 19 Sitze
2006 9 6 2 1 1 19 Sitze
2011 9 6 0 2 1 1 19 Sitze[3]
2016 9 5 0 2 1 1 0 1 19 Sitze[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1824[5]
1824–1831: Hans Heinrich Behrens
1831–1854: Hans Heinrich Timme
1854–1860: Dietrich Ebeling
1860–1878: Hans Homann
1878–1890: Hans Heinrich Engelke („Stummel-Engelke“)
1890–1896: Heinrich Kesselhut
1896–1908: Hans Heinrich Engelke
1908–1909: Hans Schrader
1909–1918: Hans Heinrich Brandes
1918–1931: Heinrich Meyer
1931–1933: Friedrich Oberheide
1933–1945: Heinrich Kesselhut
1945–1946: Friedrich Oberheide
1946–1948: Richard Rieke
1948–1952: Ernst Engelke
1952–1956: Heinrich Hage
1956–1961: Karl Bleckmann
1961–1964: Gustav Pfeiffer
1964–1980: Heinz Homann
1980–1996: Hans-Wilhelm v. Reden
seit 1996: Torsten Harms

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „auf grünem Grund unter zwei gekreuzt hängenden Ähren einen dreifüssigen goldenen Grapen; über den Ähren ein gekreuztes silbernes Bergmannsgezäh (Schlägel und Eisen) mit goldenen Stielen“.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1975 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Villeparisis. Außerdem wird eine Partnerschaft mit der Gemeinde Groß Quenstedt in Sachsen-Anhalt gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Rittergut Wathlingen kam über die Familie von Lüneburg im 20. Jahrhundert an die Familie von Reden.
  • Bis 1996 wurde im Schacht Niedersachsen am südlichen Rand der Gemeinde Kalisalz gefördert. Die noch bestehende Abraumhalde, der Kaliberg, ist weithin sichtbar.
  • Zur Feier des 975-jährigen Bestehens wurde im Jahr 1997 von den Spenden Wathlinger Bürger und Firmen ein Glockenspiel am alten Schlauchturm neben dem Rathaus angebracht.
  • Sehenswert ist auch die evangelisch-lutherische Kirche St. Marien mit Fachwerkturm in Wathlingen. Sie geht auf eine Kirche aus dem 14. Jahrhundert zurück, wurde im Laufe der Zeit aber stark verändert. So ließ die Familie von Lüneburg von 1696 bis 1704 die Kirche umbauen. Im Inneren befindet sich ein Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert.

Seit 2007 gibt es in Wathlingen den Verein Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen e. V. (KWE), auch die Kalibahn genannt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bahnstrecken der ehemaligen Grubenanschlussbahn zu den Kaliwerken Niedersachsen und Riedel wieder befahrbar zu machen. Es sollen eines Tages wieder Züge auf den landschaftlich reizvollen Strecken von Ehlershausen (Anschluss an das Streckennetz der DB) nach Wathlingen und weiter nach Hänigsen rollen.

Dabei werden historische, industrielle sowie landschaftliche Landmarken miteinander verbunden. Die Mitglieder des Vereins sind intensiv damit beschäftigt, die Strecken vom Wildwuchs zu befreien, eine 1000 m lange Gleislücke zu schließen (hier wurden von Metalldieben die Schienen gestohlen) sowie ihren Fahrzeugbestand aufzuarbeiten und zu ergänzen.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Pröve: Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes. Wathlingen 1925/1985.
  • Jürgen Gedicke: Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes, Band 2. Wathlingen 1987.
  • Matthias Blazek: Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes, Band 3. Wathlingen 2009, ISBN 978-3-00-027770-2.
  • Matthias Blazek: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Wathlingen, Heft 1–8. Wathlingen 2005 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wathlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2020 (Hilfe dazu).
  2. Matthias Blazek: „Viele neue Erkenntnisse in alten Schriften: Geschichte reicht bis ins Hochmittelalter zurück – Wathlingen wird demnächst tausend Jahre alt / Erstmalig am 1. November 1022 genannt“, Sachsenspiegel 46, Cellesche Zeitung vom 14. November 2009.
  3. Vorläufiges Ergebnis der Kreis- und Gemeindewahlen als PDF-Dokument 2,90 MB (Memento des Originals vom 11. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nls.niedersachsen.de
  4. Samtgemeinde Wathlingen - Parlament. Abgerufen am 25. November 2019.
  5. Auflistung entnommen aus Gedicke (1987), S. 247. Dort auch Auflistung der Vorgänger.
  6. Kalibahn.de.