Waxweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Waxweiler
Waxweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Waxweiler hervorgehoben
Koordinaten: 50° 6′ N, 6° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Arzfeld
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 5,96 km2
Einwohner: 1055 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 177 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54649
Vorwahl: 06554
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 322
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Luxemburger Straße 6
54687 Arzfeld
Webpräsenz: www.waxweiler.com
Ortsbürgermeister: Manfred Groben (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Waxweiler im Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bitburg Auw bei Prüm Roth bei Prüm Olzheim Neuendorf Kleinlangenfeld Schwirzheim Büdesheim Wallersheim Fleringen Weinsheim Gondenbrett Sellerich Buchet Oberlascheid Bleialf Mützenich Winterscheid Winterspelt Großlangenfeld Brandscheid Prüm Rommersheim Giesdorf Hersdorf Seiwerath Schönecken Oberlauch Niederlauch Orlenbach Winringen Dingdorf Watzerath Pittenbach Pronsfeld Habscheid Heckhuscheid Matzerath Heisdorf Nimsreuland Lasel Wawern Feuerscheid Nimshuscheid Lützkampen Großkampenberg Kesfeld Üttfeld Euscheid Strickscheid Lünebach Lierfeld Eilscheid Dackscheid Merlscheid Pintesfeld Kinzenburg Waxweiler Manderscheid Lichtenborn Arzfeld Irrhausen Reiff Sengerich Leidenborn Herzfeld Eschfeld Roscheid Harspelt Sevenig (Our) Dahnen Reipeldingen Daleiden Dasburg Preischeid Olmscheid Jucken Kickeshausen Lauperath Krautscheid Oberpierscheid Niederpierscheid Lascheid Hargarten Lambertsberg Mauel Plütscheid Burbach Balesfeld Neuheilenbach Neidenbach Usch Zendscheid Steinborn Sankt Thomas Malbergweich Malberg (Eifel) Kyllburgweiler Seinsfeld Oberkail Gransdorf Gindorf Pickließem Orsfeld Kyllburg Etteldorf Wilsecker Badem Sefferweich Seffern Schleid Heilenbach Ehlenz Oberweiler Bickendorf Nattenheim Fließem Rittersdorf (Eifel) Ließem Niederweiler Biersdorf am See Wiersdorf Wißmannsdorf Hamm (Eifel) Echtershausen Brecht Feilsdorf Hütterscheid Baustert Brimingen Hisel Mülbach Oberweis Bettingen (Eifel) Olsdorf Wettlingen Stockem Halsdorf Enzen Dudeldorf Gondorf Metterich Hüttingen an der Kyll Röhl Scharfbillig Sülm Dahlem Trimport Idenheim Idesheim Meckel Eßlingen Oberstedem Niederstedem Wolsfeld Dockendorf Ingendorf Messerich Birtlingen Altscheid Berkoth Nusbaum Biesdorf Kruchten Hommerdingen Hüttingen bei Lahr Mettendorf Niehl Burg Lahr Geichlingen Körperich Roth an der Our Gentingen Ammeldingen an der Our Berscheid Bauler Waldhof-Falkenstein Keppeshausen Rodershausen Gemünd Sevenig bei Neuerburg Affler Dauwelshausen Scheitenkorb Nasingen Muxerath Obergeckler Niedergeckler Sinspelt Niederraden Koxhausen Herbstmühle Karlshausen Zweifelscheid Leimbach Emmelbaum Ammeldingen bei Neuerburg Heilbach Uppershausen Plascheid Hütten Neuerburg Scheuern Fischbach-Oberraden Utscheid Weidingen Übereisenbach Wallendorf Bollendorf Echternacherbrück Ernzen Ferschweiler Minden Menningen Eisenach Gilzem Kaschenbach Niederweis Irrel Prümzurlay Alsdorf Holsthum Peffingen Schankweiler Spangdahlem Herforst Beilingen Philippsheim Speicher (Eifel) Preist Orenhofen Auw an der Kyll Hosten Nordrhein-Westfalen Belgien Luxemburg Trier Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-WittlichKarte
Über dieses Bild

Waxweiler ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an. Waxweiler ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in der Eifel, südlich von Prüm und wird durch die Bundesautobahn 60 erschlossen. Die rund 1100 Einwohner zählende Gemeinde liegt auf 350 m ü. NHN.

Heilhausen ist ein Ortsteil von Waxweiler, zum Ortsteil Waxweiler gehören auch die Wohnplätze Ginshausermühle, Godeshausermühle, In der Kaul und Konradshof.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange Zeit vermutete man die Ursprünge des Ortes in der Zeit um 700, doch 2002 legte man die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten Überreste einer römischen Siedlung frei, die schon auf etwa 150 nach Christus datiert werden.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen „Waleswilre“ erfolgte in einer vom Prümer Abt Farabert II. am 15. Juli 943 ausgestellten Prekarie-Vertrag, in der ein Ramengar und seine Ehefrau Adalgard der Abtei Prüm seine Güter in Waxweiler zuwendete.[4] 1222 erwähnt der Prümer Ex-Abt Caesarius den Ort unter dem Namen „Wasvilre“ im Kommentar zum Prümer Urbar.[5]

Waxweiler gehörte zur luxemburgischen Herrschaft Neuerburg. Im Jahr 1353 verkaufte Friedrich von der Neuerburg den Ort Waxweiler für 1000 Pfund schere Turnosen an den Trierer Erzbischof Balduin, vermutlich auf Wiederkauf, denn zu Beginn des 15. Jahrhunderts war Waxweiler im Besitz der Herren von Neuerburg. Im Jahr 1414 verliehen Irmgard von Bolchen, Erbin der Herrschaften Kronenburg und Neuerburg und ihr Gemahl Johann von Rodemachern den Einwohnern von Waxweiler dieselben Rechte und Freiheiten, wie sie die Bürger der Stadt Neuerburg seit 1332 hatten. Gerhard von Rodemachern, Irmgards und Johanns Sohn, bestätigte 1440 die Freiheiten von Waxweiler. In einer Beschreibung der Verhältnisse in der Herrschaft Neuerburg aus dem Jahr 1683 wurde Waxweiler wie folgt beschrieben: „Die Freiheit Wachsweiler, ehemals mit Mauern umgeben, jetzt in Ruinen, mit zwanzig Häusern, deren Einwohner Bürgerrecht genießen, hängt von Neuerburg ab und die Herren von Neuerburg haben hohe, mittlere und niedere Gerichtsbarkeit, Jagd, Fischerei usw., setzen einen Mayer und sieben Schöffen. Die Herren beziehen jährlich eine Taler und sieben Schilling in Gelde und drei Malter Roggen von der Mühle, zwei Malter vom Bann, Ofen und Renten, Hühner und Eier von einigen privaten“.[6] Das Gericht Waxweiler gliederte sich in die Meierei Manderscheid und die Freiheit Waxweiler. Zur Meierei Manderscheid gehörten auch die Ortschaften Heilhausen, Kinzenburg (Teil), Kopscheid, Lauperath und Pintesfeld.[7] Der Status der Freiheit Waxweiler innerhalb der Herrschaft Neuerburg und zugleich innerhalb des Herzogtums Luxemburg blieb bis 1794 unverändert.[6]

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, besetzt und im Oktober 1795 annektiert. Unter der französischen Verwaltung gehörte das Gebiet zum Kanton Arzfeld, der verwaltungsmäßig dem Departement Wälder zugeordnet war. Waxweiler wurde Hauptort (chef-lieu) einer Mairie.[8]

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das vormals luxemburgische Gebiet östlich der Sauer und der Our dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung gehörte die Gemeinde Waxweiler, damals in der Regel noch „Wachsweiler“ geschrieben, von 1816 an dem Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier und von 1822 an zur Rheinprovinz. Waxweiler wurde Sitz der gleichnamigen Bürgermeisterei, zu der acht Gemeinden gehörten.[8]

In der Eiflia illustrata aus den 1850er Jahren wurde für Waxweiler angemerkt, dass der Ort seit der preußischen Besitznahme ein ganz anderes Ansehen erhalten habe, die Straßen sind gepflastert und mehrere neue Häuser gebaut worden. Waxweiler war seit 1821 Sitz eines Friedensgerichts, hatte eine Apotheke und eine Postexpedition erhalten. Jährlich wurden zwei Kram- und Viehmärkte gehalten. [6]

Am 1. April 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Heilhausen eingemeindet.[9]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Waxweiler bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][2]

Jahr Einwohner
1815 590
1835 793
1871 759
1905 764
1939 915
1950 1.033
Jahr Einwohner
1961 974
1970 1.073
1987 1.155
1997 1.228
2005 1.138
2015 1.055

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Waxweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[10]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 4 7 5 16 Sitze
2009 3 8 5 16 Sitze
2004 9 7 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 wurde Manfred Groben auf Wahlvorschlag der CDU mit 65,6 % der Stimmen zum Ortsbürgermeister gewählt. Er löste Klaus Juchmes in diesem Amt ab.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Waxweiler
Wappenbeschreibung:

„Gespalten und vorn erhöht geteilt, oben in Gold (Gelb) ein rotes Ankerkreuz, unten neunmal von Silber (Weiß) und Blau geteilt; hinten in Rot eine auf- und linksgerichtete, goldene (gelbe) Schlange, von liegendem silbernen (weißen) Doppelhaken durchbohrt.“

Wappenbegründung:

Das rote Ankerkreuz entstammt dem Wappen der Irmgard von Bolchen, die 1414 Waxweiler die Stadtrechte erteilte; Silber und Blau sind die Farben des Herzogtums Luxemburg, dem früheren Landesherrn; Die Farbe Rot in der linken Schildhälfte weist auf den Pfarrpatron, Johannes der Täufer, hin; die Schlange entstammt dem Wappen des Anfang des 17. Jahrhunderts in Waxweiler tätig gewesenen Pfarrers.

Das Wappen wurde von Joseph Decku aus Unkel entworfen und am 30. März 1967 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium genehmigt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten von Waxweiler zählt insbesondere die um 1770 gebaute Pfarrkirche. Eine Gedenktafel erinnert hier an den sagenhaften Ursprung der Echternacher Springprozession. Der Legende nach hatten die Waxweiler vor der Kirche gefeiert und getanzt, statt drinnen der Predigt zu folgen. Zur Strafe verdammte sie der heilige Willibrord, von nun an immerwährend weiterzutanzen und zu springen. Später erlöste er sie jedoch gegen das Versprechen, nach Echternach zu pilgern, von wo aus der heilige Willibrord zu seiner Missionsarbeit aufgebrochen war. Noch heute ist es das Privileg der Waxweiler, die alljährlich am Pfingstdienstag stattfindende Prozession anzuführen.

Im Jahr 2004 wurden in der Kirche umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. Beim Aufbringen einer Holzschutzlasur im Dachstuhl des Kirchturms, einer der letzten Arbeiten im Rahmen der Renovierung, entstand jedoch am 16. Dezember 2004 ein Brand. Die tragenden Balken wurden trotz des raschen Eingreifens der umliegenden Feuerwehren schnell so weit geschwächt, dass der Dachstuhl des Turms einstürzte. Dabei durchschlug er das Dach eines Seitenschiffs und beschädigte ein benachbartes Haus.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die 1948 errichtete Mariensäule sowie mehrere alte Bußkreuze.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1907 wurde der Ort über die Bahnstrecke Pronsfeld–Waxweiler an die Westeifelbahn angeschlossen. Die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Eisenbahn­strecke wurde 1950 wieder eröffnet, doch schon 1964 stellte man den Personenverkehr wieder ein. 1987 wurde die Strecke ganz stillgelegt. Nach dem Rückbau der Gleise wird die Strecke zwischen Pronsfeld und Waxweiler heute als Rad- und Wanderweg genutzt.

Beim Bau der A 60 erhielt Waxweiler eine eigene Anschlussstelle.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waxweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2014, Seite 62 (PDF; 2,4 MB)
  4. Heinrich Beyer: Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band I, Coblenz: Hölscher, 1860, S. 242, Urkunde 180 (www.dilibri.de)
  5. Heinrich Beyer: Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band I, Coblenz: Hölscher, 1860, S. 159, Prümer Urbar (www.dilibri.de)
  6. a b c Johann Friedrich Schannat, Georg Bärsch: Eiflia illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel, Band 3, Ausgabe 2, Teil 1, Mayer, 1854, S, 415 ff (Google Books)
  7. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn, Hermann Behrend, 1898, S. 38
  8. a b Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier, Band 2, Trier, Lintz, 1846, S. 74 ff (Google Books)
  9. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 199 (PDF; 2,6 MB)
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen