Webasto

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Webasto SE

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Rechtsform Europäische Gesellschaft
Gründung 1901[1]
Sitz Stockdorf, Deutschland
Leitung Holger Engelmann (Vorsitz), Matthias Arleth (stv. Vorsitz), Freddy Geeraerds, Jürgen Reimer[2]
Mitarbeiterzahl 13.000 (2017)[3]
Umsatz 3,5 Mrd. Euro (2017)[4]
Branche Automobilzulieferer
Website www.webasto-group.com

Webasto-Zentrale, Stockdorf

Die Webasto Gruppe ist ein deutscher Automobilzulieferer. Das Unternehmen in Familienbesitz hat seine Zentrale in Stockdorf bei München.

Die Gruppe entwickelt und produziert in seinen Kerngeschäftsfeldern Schiebe-, Panorama- und Cabrio-Dachsysteme sowie Thermosysteme für alle Antriebsarten. Seit 2017 entwickelt und produziert das Unternehmen zudem Ladelösungen und Batteriesysteme für Elektrofahrzeuge. Webasto ist weltweit an über 50 Standorten vertreten und zählt als Systempartner zu den weltweit 100 größten Zulieferern der Automobilindustrie. Die Gruppe hat 2017 einen Umsatz von 3,5 Mrd. Euro erwirtschaftet und beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen 1901 als „Eßlinger Draht- und Eisenwarenfabrik Wilhelm Baier, Eßlingen/Neckar“ durch Wilhelm Baier (1853–1917) in Esslingen. 1908 wurde der Firmensitz nach Stockdorf verlegt und der Firmenname wurde in Webasto geändert – ein Akronym aus „W.[ilhelm] Baier Stockdorf“. 1937 wurde das erste Faltdach für Daimler-Benz entwickelt, seit 1956 ist Webasto Stahlschiebedach-Lieferant für Mercedes-Benz. Bereits 1952 entwickelte das Unternehmen erste Heizungen für Busse sowie motorunabhängige Heizungen für Pkw.

1974 erfolgte die Gründung der ersten Auslandstochter Webasto Sunroofs Inc. in den USA. 1980 begann die Dachproduktion in Utting am Ammersee. Tochtergesellschaften in Großbritannien, Frankreich, Italien, USA und Japan sowie Joint Ventures in Korea, China und Indien wurden gegründet. 1998 wurde das Unternehmen Weltmarktführer für Nachrüstdächer durch die Übernahme von Vermeulen Hollandia. 2002 gründeten der italienische Karosseriebauer Pininfarina und Webasto das Joint Venture OASys mit dem Ziel Cabriodachsysteme zu entwickeln. 2005 übernahm Webasto sämtliche Anteile von Pininfarina.

Am 17. Januar 2007 wurde in Landsberg am Lech die Tochterfirma Webasto Solar GmbH gegründet, die zwischenzeitlich zu 64 % von Systaic übernommen wurde. 2010 hat Webasto die Anteile der systaic AG an Webasto Solar erworben. Das Unternehmen ist 2013 vollständig in Webasto aufgegangen. Das Know-how ist in das Leichtbaukompetenz-Zentrum in Schierling geflossen.[6]

Das Geschäftsfeld Dachsysteme wurde 2009 mit dem Erwerb der Cabriosparte von Edscha und 2010 mit dem Nordamerika-Geschäft von Karmann ausgeweitet. Damit avancierte das Unternehmen zum Marktführer für Cabriodächer.[7] Ein weiterer Meilenstein war 2012 die Übernahme des Diavia-Klimaanlagengeschäfts für Off-Road- und Spezial-Fahrzeuge von der Delphi Italia Automotive Systems.[8] Als Systempartner unterhält Webasto seitdem Werke in Molinella (Italien) und Madrid (Spanien). Ebenfalls 2012 erhielt die Gruppe eine neue Unternehmensstruktur. Die Webasto AG wurde in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) überführt. Gleichzeitig sind die beiden Unternehmensbereiche für Dach- und Thermosysteme rechtlich verselbständigt worden: Die Webasto Roof & Components SE verantwortet das Dach- und Cabriodachgeschäft, die Webasto Thermo & Comfort SE das Geschäft für Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme.[9]

Im Jahr 2013 wurde Holger Engelmann als Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden Franz-Josef Kortüm berufen. Kortüm stand 13 Jahre an der Spitze des Unternehmens.[10]

Mit der Eröffnung des Standorts in Shenyang im Juli 2014 reagierte Webasto auf die gestiegene Nachfrage nach Schiebedächern in China.[11] 2017 wurde mit der Werkseröffnung in Baoding das Produktionsnetzwerk erneut ausgebaut, um die Produktionskapazität im größten Einzelmarkt für Webasto zu erhöhen.[12]

Zum 1. Januar 2017 hat Webasto den Elektronikdienstleister Schaidt Innovations GmbH & Co. KG mit Sitz in Wörth-Schaidt übernommen. Als Webasto Mechatronics wurde der Gruppe. Mit dem Zukauf stärkt das Unternehmen seine Systemkompetenz durch eine eigene Elektronikfertigung.[13] Am 2. August 2017 übernahm Webasto die CoSyst Control Systems GmbH. Mit der Übernahme des auf Hard- und Softwareentwicklung in der Automobilbranche spezialisierte Unternehmens stärkte Webasto seine Elektronik-Kompetenz.[14]

2017 erweiterte Webasto sein Produktportfolio zudem um den Bereich Elektromobilität. Neben seinen bisherigen Kerngeschäftsfeldern entwickelt und produziert das Unternehmen Ladelösungen und Batteriesysteme für Elektrofahrzeuge.[15]

Werner Baier und Gerhard Mey gehören jeweils 50 Prozent des Unternehmens.[16] Laut Medienberichten will Gerhard Mey 2017 die Anteile von Investor Hasan Ismaik am TSV 1860 München übernehmen.[17]

Im April 2019 übernimmt Webasto in der bisher größten Firmenübernahme das südkoreanische Gemeinschaftsunternehmen Webasto Donghee für rund 100 Millionen Euro.[18]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zentrale liegt in Stockdorf bei München. Weitere deutsche Standorte befinden sich unter anderem in Gilching, Utting, Neubrandenburg, Hengersberg und Schierling. Die Zentrale des Thermo-Geschäfts befindet sich in Gilching, südlich von München. Der Standort gilt als Vorzeigeprojekt moderner Gewerbebauten mit einer CO₂-freien Energiegewinnung und einem 1.200 m² großen semitransparenten Photovoltaik-Glasdach.[19] Insgesamt unterhält die Webasto Gruppe in allen bedeutenden Automobilmärkten weltweit rund 50 Standorte – davon ca. 30 Produktionsstandorte.[20]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als international tätiger Automobilzulieferer bietet die Gruppe ein umfangreiches Produktportfolio rund ums Fahrzeug an. Die Produktpalette umfasst

  • Schiebe-, Panorama- und Faltdächer sowie Solar- und Leichtbaudächer
  • Cabriodächer (Softtops und retractable hard tops)
  • Heizkonzepte für alle Antriebsarten und verschiedene Fahrzeugtypen sowie Klimasysteme für leichte Nutzfahrzeuge und Transporter
  • Batteriesysteme und Ladelösungen für Elektrofahrzeuge.

Auszeichnungen und Erwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Beste Marke“ Standheizungen: neun Jahre in Folge (2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014), verliehen durch Auto, Motor und Sport.[21]
  • „Beste Marke“ in der Kategorie Heizungen für Lkw: 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 und 2013, Leserauszeichnung der Zeitschrift lastauto omnibus, Fernfahrer und trans aktuell in Deutschland[22][23][24]
  • „Top Marke 2017“: Leserwahl der Autozeitung[25]
  • „Beste Marke in alle Klassen“ 2016/17: Leserwahl der Auto Bild[26]
  • Plus X Award „Bestes Produkt des Jahres 2017“: Das Webasto Panoramadach mit Ambientebeleuchtung wurde 2017 in den Kategorien Innovation, High Quality und Design ausgezeichnet und erhielt zusätzlich den Award als Fahrzeugkomponente des Jahres.[27]
  • FOCUS Top Nationaler Arbeitgeber 2017: Webasto wurde mit dem Siegel TOP Nationaler Arbeitgeber 2017 gekürt.[28]
  • Pace Award“ für die neuartige Technologie bei der Fertigung von Panoramadächern aus Polycarbonat (Auszeichnung der Zeitschrift Automotive News)[29]
  • Hermann Simon erwähnt die Webasto AG in seinem gleichnamigen Buch als Beispiel für einen „Hidden Champion[30]
  • Seit 2011 ist die österreichische Niederlassung der Webasto SE berechtigt, das Staatswappen als Auszeichnung zu führen.[31]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.webasto-group.com/de/das-unternehmen/
  2. https://www.webasto-group.com/de/das-unternehmen/struktur-management/
  3. 2000 Arbeitsplätze im Fünfseenland. In: sueddeutsche.de. 14. Mai 2018, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  4. https://www.automobilwoche.de/article/20180514/AGENTURMELDUNGEN/305149945/starke-nachfrage-aus-china-autozulieferer-webasto-waechst-kraeftig
  5. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/panorama-und-schiebedachproduzent-autozulieferer-webasto-waechst-dank-starken-china-geschaefts-kraeftig/22064352.html?ticket=ST-580813-PsgujXhiyXc2aewrplwa-ap1
  6. http://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/Webasto-Solar-schliesst-id16502236.html
  7. https://www.webasto-group.com/de/webasto-gruppe/unternehmensinformationen/webasto-historie/
  8. http://www.automotiveit.eu/webasto-kauft-diavia-von-delphi/vertrieb-handel/id-0033033
  9. http://www.webasto-group.com/de/webasto-gruppe/unternehmensinformationen/zahlen-fakten
  10. Personeller Wechsel an der Führungsspitze. In: automobil-industrie.vogel.de. 1. Januar 2013, abgerufen am 23. August 2018.
  11. https://www.springerprofessional.de/automobil---motoren/webasto-expandiert-in-china/6590300
  12. https://www.automobil-produktion.de/zulieferer/webasto-eroeffnet-werk-in-boading-344.html
  13. https://www.all-electronics.de/webasto-uebernimmt-elektronik-dienstleister/
  14. Webasto verstärkt Entwickler-Team. In: sueddeutsche.de. 10. August 2017, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  15. https://www.automobil-produktion.de/zulieferer/webasto-stellt-neue-elektro-unit-119.html
  16. https://www.wer-zu-wem.de/firma/webasto.html
  17. https://www.tz.de/sport/1860-muenchen/gautinger-milliardaer-will-ismaiks-1860-anteile-kaufen-8451002.html
  18. Autozulieferer: Größte Übernahme der Firmengeschichte: Webasto kauft Hyundai-Kia-Zulieferer. Abgerufen am 30. April 2019.
  19. https://www.bba-online.de/fachartikel/bauelemente/ohne-ueberhitzung/
  20. https://apps.webasto.com/?id=9947
  21. b4b Mecklenburg-Vorpommern
  22. motorzeitung (Memento vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive)
  23. Die besten Marken 2012 (Memento vom 11. Juni 2012 im Internet Archive)
  24. Pressemitteilung Webasto: Zum neunten mal beste Marke für Heizen und Kühlen
  25. http://www.autozeitung.de/top-marken-2017-leserwahl-184473.html
  26. http://www.autobild.de/bilder/auto-bild-leserwahl-die-besten-marken-4968841.html#bild1
  27. https://www.konstruktionspraxis.vogel.de/webasto-erhaelt-puls-x-award-fuer-panoramadach-a-624949/
  28. https://www.webasto-group.com/de/das-unternehmen/auszeichnungen/
  29. Automobil-Industrie
  30. Simon, Herman: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Campus, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-593-38380-4. S. 17.
  31. staatswappen.at (Memento vom 15. Dezember 2015 im Internet Archive)