Webasto

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Webasto SE
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Rechtsform Europäische Gesellschaft
Gründung 1901
Sitz Stockdorf, Deutschland
Leitung Holger Engelmann (Vorsitz), Matthias Arleth (stv. Vorsitz), Freddy Geeraerds, Jürgen Reimer
Mitarbeiter >12.000 (2016)
Umsatz 3,2 Mrd. Euro (2016) [1]
Branche Automobilzulieferer
Website www.webasto.com

Webasto-Zentrale, Stockdorf

Die Webasto Gruppe ist ein deutscher Zulieferer der Fahrzeugindustrie.

Das Unternehmen entwickelt und produziert Dachsysteme, Cabrio-Dachsysteme und Standheizungen für Pkw sowie Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme für Lkw, Busse, Boote, Reisemobile und Sonderfahrzeuge. Webasto gehört zu den 100 größten Zulieferern der Automobilindustrie weltweit.

Webasto ist in 43 Ländern vertreten und befindet sich seit seiner Gründung 1901 in Familienbesitz. Die Zentrale hat ihren Sitz in Stockdorf, vor den Toren von München.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen 1901 als „Eßlinger Draht- und Eisenwarenfabrik Wilhelm Baier, Eßlingen/Neckar“ durch Wilhelm Baier (1853–1917) in Esslingen. 1908 wurde der Firmensitz nach Stockdorf verlegt und der Firmenname wurde in Webasto geändert – ein Akronym aus „W.[ilhelm] Baier Stockdorf“. 1937 wurde das erste Faltdach für Daimler-Benz entwickelt, seit 1956 ist Webasto Stahlschiebedach-Lieferant für Mercedes-Benz. Bereits 1952 entwickelte das Unternehmen erste Heizungen für Busse sowie motorunabhängige Heizungen für Pkw.

1974 erfolgte die Gründung der ersten Auslandstochter Webasto Sunroofs Inc. in den USA. 1980 begann die Dachproduktion in Utting am Ammersee. Tochtergesellschaften in Großbritannien, Frankreich, Italien, USA und Japan sowie Joint Ventures in Korea, China und Indien wurden gegründet. 1998 wurde das Unternehmen Weltmarktführer für Nachrüstdächer durch die Übernahme von Vermeulen Hollandia. 2002 gründeten der italienische Karroseriebauer Pininfarina und Webasto das Joint Venture OASys mit dem Ziel Cabriodachsysteme zu entwickeln. 2005 übernahm Webasto sämtliche Anteile von Pininfarina.

Am 17. Januar 2007 wurde in Landsberg am Lech die Tochterfirma Webasto Solar GmbH gegründet, die zwischenzeitlich zu 64 % von Systaic übernommen wurde. 2010 hat Webasto die Anteile der systaic AG an Webasto Solar erworben. Das Unternehmen ist 2013 vollständig in Webasto aufgegangen. Das Know-how ist in das Leichtbaukompetenz-Zentrum in Schierling geflossen.[2]

Seine Kompetenz in Dachsystemen baute Webasto 2009 mit dem Erwerb der Cabriosparte von Edscha und 2010 mit dem Nordamerika-Geschäft von Karmann aus. Damit avancierte das Unternehmen zum Marktführer für Cabriodächer.[3] Ein weiterer Meilenstein war 2012 die Übernahme des Diavia-Klimaanlagengeschäfts für Off-Road- und Spezial-Fahrzeuge von der Delphi Italia Automotive Systems.[4] Als Systempartner unterhält Webasto seitdem Werke in Molinella (Italien) und Madrid (Spanien). Ebenfalls 2012 erhielt die Gruppe eine neue Unternehmensstruktur. Die Webasto AG wurde in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) überführt. Gleichzeitig sind die beiden Unternehmensbereiche für Dach- und Thermosysteme rechtlich verselbständigt worden: Die Webasto Roof & Components SE verantwortet das Dach- und Cabriodachgeschäft, die Webasto Thermo & Comfort SE das Geschäft für Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme.[5]

Werner Baier und Gerhard Mey gehören jeweils 50 Prozent des Unternehmens.[6] Laut Medienberichten will Gerhard Mey 2017 die Anteile von Investor Hasan Ismaik am TSV 1860 München übernehmen.[7]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesweit ist Webasto an neun Standorten vertreten. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Stockdorf (Hauptsitz). Die Zentrale des Thermo-Geschäfts ist in Gilching, südlich von München. Neben dem Entwicklungsstandort in Nürnberg unterhält Webasto Produktionsstätten in Utting am Ammersee, Regensburg, Schierling bei Regensburg, Hengersberg, Schaidt und Neubrandenburg.[8] Webasto-Tochtergesellschaften und -Vertriebspartner gibt es in vielen Ländern.

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Der Standort in Gilching gilt als Vorzeigeprojekt moderner Gewerbebauten mit einer CO2-freien Energiegewinnung und einem 1.200 m² großen semitransparenten Photovoltaik-Glasdach.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standheizungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standheizung Thermo Top Evo

Die Firma produziert Standheizungen für Pkw und Nutzfahrzeuge, Wohnmobile, Land- und Baumaschinen sowie für Boote.

Ebenso produziert die Webasto SE Zuheizer für Diesel-Pkw. Moderne Dieselmotoren erzeugen aufgrund des hohen Wirkungsgrads eine sehr geringe Verlustleistung (Wärme). Daher würde es bei niedrigen Außentemperaturen sehr lange dauern, bis das Kühlwasser warm genug wird und der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat, um die gesetzlichen Abgasnormen zu erfüllen. Durch die Wasserzusatzheizung (Zuheizer) erfolgt eine Erwärmung des Kühlwassers, damit der Motor schneller warm wird. Als angenehmer Nebeneffekt kann der Innenraum schneller beheizt werden. Ist ein Zuheizer bereits vorhanden, kann dieser kostengünstig und einfach zu einer vollwertigen Standheizung aufgerüstet werden.

VW-Eos-Dachkonzept

Dachsysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Webasto produziert Schiebedächer, Panoramadächer, Faltdächer, Solardächer, Dachmodule und Cabriosysteme für alle namhaften Automobilfirmen. Diese Dächer werden in der Regel direkt an die Fahrzeughersteller geliefert, stehen aber teilweise auch für den nachträglichen Einbau zur Verfügung. Zum 1. Januar 2010 übernahm Webasto die Cabriosparte des insolventen Automobilzulieferers Edscha und firmiert für den Bereich Cabriolet nun als Webasto Convertibles GmbH.

Auszeichnungen und Erwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Beste Marke“ Standheizungen: neun Jahre in Folge (2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014), verliehen durch Auto, Motor und Sport.[9]
  • „Beste Marke“ in der Kategorie Heizungen für Lkw: 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 und 2013, Leserauszeichnung der Zeitschrift lastauto omnibus, Fernfahrer und trans aktuell in Deutschland[10][11][12]
  • „Top Marke 2017“: Leserwahl der Autozeitung[13]
  • „Beste Marke in alle Klassen“ 2016/17: Leserwahl der Auto Bild[14]
  • Pace Award“ für die neuartige Technologie bei der Fertigung von Panoramadächern aus Polycarbonat (Auszeichnung der Zeitschrift Automotive News)[15]
  • Hermann Simon erwähnt die Webasto AG in seinem gleichnamigen Buch als Beispiel für einen „Hidden Champion[16]
  • Seit 2011 ist die österreichische Niederlassung der Webasto SE berechtigt, das Staatswappen als Auszeichnung zu führen.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.automobilwoche.de/article/20170530/NACHRICHTEN/170539980/dach--und-klimasysteme-spezialist-glaenzt-webasto-mit-dickem-plus-bei-umsatz-und-gewinn
  2. http://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/Webasto-Solar-schliesst-id16502236.html
  3. https://www.webasto-group.com/de/webasto-gruppe/unternehmensinformationen/webasto-historie/
  4. http://www.automotiveit.eu/webasto-kauft-diavia-von-delphi/vertrieb-handel/id-0033033
  5. http://www.webasto-group.com/de/webasto-gruppe/unternehmensinformationen/zahlen-fakten
  6. https://www.wer-zu-wem.de/firma/webasto.html
  7. https://www.tz.de/sport/1860-muenchen/gautinger-milliardaer-will-ismaiks-1860-anteile-kaufen-8451002.html
  8. https://www.webasto.com/de/ueber-webasto/standorte-weltweit/
  9. b4b Mecklenburg-Vorpommern
  10. motorzeitung
  11. Die besten Marken 2012 (Memento vom 11. Juni 2012 im Internet Archive)
  12. Pressemitteilung Webasto: Zum neunten mal beste Marke für Heizen und Kühlen
  13. http://www.autozeitung.de/top-marken-2017-leserwahl-184473.html
  14. http://www.autobild.de/bilder/auto-bild-leserwahl-die-besten-marken-4968841.html#bild1
  15. Automobil-Industrie
  16. Simon, Herman: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Campus, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-593-38380-4. S. 17.
  17. staatswappen.at