Wedaustadion

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Wedaustadion
Das Wedaustadion während der Universiade 1989
Das Wedaustadion während der Universiade 1989
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Duisburg, Deutschland
Koordinaten 51° 24′ 32,5″ N, 6° 46′ 43,2″ OKoordinaten: 51° 24′ 32,5″ N, 6° 46′ 43,2″ O
Eigentümer Stadt Duisburg
Eröffnung 1926
Renovierungen 1962
Abriss 2003–2004
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 40.000 Plätze
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Wedaustadion war ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage im Duisburger Sportpark Wedau. Es wurde 1921 gebaut und war mit einem Fassungsvermögen von 40.000 Zuschauern nach dem Berliner Grunewaldstadion die zweite Großsportstätte in Deutschland. Das Wedaustadion wurde ab 2003 abgerissen. Am selben Ort entstand die MSV-Arena.

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1922 wurde das Stadion anlässlich der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften erstmals sportlich genutzt. Die offizielle Einweihung erfolgte erst im Jahr 1926 durch den damaligen Oberbürgermeister Karl Jarres. Die Vorreiterrolle der Kampfstätte währte nur kurz. Bereits bei der Einweihung hatte man in Elberfeld, Köln und Düsseldorf aufgeholt und es entstanden weitere attraktive Spielstätten im Westen Deutschlands.

Chronischer Geldmangel verhinderte den Bau einer Großtribüne. Es reichte lediglich für eine kurze 50 Meter breite Überdachung der Sitzplätze auf der Westseite. So war das Wedaustadion Austragungsort von lediglich zwei A-Länderspielen: Am 23. November 1924 spielte die deutsche Fußballnationalmannschaft, zu der damals Sepp Herberger gehörte, vor 40.000 Zuschauern zum ersten Mal auf deutschem Boden im Wedaustadion gegen ein italienisches Nationalteam. Obwohl das Stadion zu jener Zeit noch nicht vollständig fertiggestellt war, entschloss sich der DFB, das Länderspiel in Duisburg auszutragen. 1933 erfolgte ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Belgien.

Länderspiele im Wedaustadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion im Duisburger Stadtteil Neudorf war zunächst die Heimspielstätte des Duisburger SpVs, der von 1904 bis 1927 zehnmal die westdeutsche Meisterschaft errang, aber an der deutschen Meisterschaft immer wieder scheiterte.

Spielstätte des MSV Duisburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch bevor die Gründung der Fußball-Bundesliga beschlossen war, entschied sich der Rat der Stadt Duisburg Anfang der 1960er Jahre für eine Modernisierung des Wedaustadions.

Von 1962 bis 1964 entstand nach dem Entwurf und unter Leitung des Mülheimer Architekten Franz Kurowski (1928–1981) die seinerzeit modernste Großtribüne Westdeutschlands mit 6.500 überdachten Sitzplätzen und weiteren 3.428 Plätzen auf der Vortribüne. Gleichzeitig ließ der damalige Diplom-Ingenieur Julius Dedy eine neue Flutlichtanlage errichten.

Als deutlich wurde, dass der MSV Duisburg (der damals noch Meidericher SV hieß) zur Gruppe der Bundesliga-Gründungsmitglieder gehören sollte, stellte die Stadt klar, dass dieser Verein aus dem Vorort im Norden auf dem ersten Fußballplatz Duisburgs seine Heimspiele auszutragen hätte.

Planungen ab den 1970er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in den 1970er Jahren geplante vollständige Überdachung des Stadions wurde nie ausgeführt.

Im Jahre 1973 fanden im Wedaustadion die Europameisterschaften der Leichtathletik-Junioren statt. Für diese Veranstaltung erhielt das Stadion eine Kunststoffbahn, die 1989 anlässlich der Universiade gegen eine neue ausgetauscht wurde.

Die Universiade war auch Anlass für die bisher umfangreichsten Renovierungs- und Ausbauarbeiten im und um das Stadion. Neben der Laufbahn wurden eine neue Vortribüne, eine elektronische Anzeigetafel und ein Farbleitsystem errichtet, das den Zuschauern ermöglichte, problemlos ihre Plätze zu finden. Kurze Zeit vorher waren bereits die Stehplatzränge erneuert worden.

In seinem letzten Ausbauzustand hatte das Stadion eine Kapazität von 30.112 Zuschauern, davon etwa 10.000 Sitzplätze auf der Haupt- und Vortribüne. Doch auch durch diese Maßnahmen blieb das Stadion eine unterdurchschnittliche Spielstätte, die nicht mehr dem Standard entsprach.

Abriss und Neubeginn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es dauerte allerdings noch viele Jahre, bis man sich Anfang des neuen Jahrhunderts zum Abriss und Neubau des Stadions entschlossen hatte. Eine besondere Rolle spielte dabei der Bauunternehmer Walter Hellmich, der 2002 die Präsidentschaft des MSV Duisburg übernahm. Der Abriss erfolgte von Juli 2003 bis Mai 2004 Zug um Zug. An gleicher Stelle entstand damals die MSV-Arena (heute: Schauinsland-Reisen-Arena) als neue Spielstätte des MSV Duisburg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]