Weddingen

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Weddingen
Stadt Goslar
Wappen von Weddingen
Koordinaten: 51° 58′ 27″ N, 10° 29′ 29″ O
Höhe: 166 (149–185) m
Einwohner: 597 (31. Dez. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Eingemeindet nach: Vienenburg
Postleitzahl: 38690
Vorwahl: 05324
Weddingen (Niedersachsen)
Weddingen

Lage von Weddingen in Niedersachsen

Weddingen ist ein Ortsteil von Goslar im Landkreis Goslar, Niedersachsen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weddingen liegt etwa zehn Kilometer nördlich der Kreisstadt Goslar und rund sechs Kilometer westlich von Vienenburg an der Bundesstraße 82 zwischen dem Südteil des Salzgitter-Höhenzugs im Westen und dem Harly-Wald im nördlichen Harzvorland auf einer Höhe von 170 m ü. NHN. Etwa einen Kilometer südlich ist Immenrode zu erreichen, weiter in der Umgebung sind die Doppelortschaft Döhren im Nordwesten, Beuchte im Nordosten und das zu Vienenburg gehörige Kloster Wöltingerode befindlich.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liebenburg
Döhren
Gielde
Wehre
Schladen
Lengde
Beuchte
Dörnten Nachbargemeinden Wiedelah
Hahndorf
Goslar
Immenrode
Oker
Wöltingerode
Vienenburg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1053 wurde Weddingen, im Leragau liegend, in einer Urkunde des römisch-deutschen Kaisers Heinrich III. (1016–1056) als „Witungen“ erstmals erwähnt. Im 13. Jahrhundert unterhielt der Deutsche Ritterorden einen seiner Hauptsitze in Weddingen und errichtete eine Kommende. Das Wappen von Weddingen zeigt heute noch das Ordenskreuz.

Im 17. Jahrhundert verlor der Deutsche Orden zusehends an Einfluss, sodass der „Komturhof“ ab dem Dreißigjährigen Krieg mehrmals verpachtet wurde. Zuletzt fiel das Anwesen 1815 an das Königreich Hannover.

Zwischen der Gemeindereform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, und dem 1. Januar 2014 gehörte Weddingen zur Stadt Vienenburg, bevor diese ihrerseits nach Goslar eingemeindet wurde.[2]

Kirche

Die evangelische Ortskirche wurde 1786 von der Ordenskommende des Deutschen Ordens auf den Grundmauern einer Vorläuferkirche errichtet.[3]

Bevölkerungsentwicklung
Entwicklung Jahr Einwohner
2011 638
2013 634
2014 608
2015 612
2016 596
2017 597

jeweils zum 31. Dezember des Jahres
Quelle: [4] bis 2015, [1] ab 2016.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Beschluss vom 5. April 2011 hat der Rat der Stadt Vienenburg mit Ablauf der Wahlperiode zum 30. Oktober 2011 die bisherigen Ortsräte in den Ortschaften Immenrode, Weddingen, Lengde, Wiedelah und Lochtum aufgelöst. Gleichzeitig wurde beschlossen, jeweils für die genannten Ortsteile sowie für die Kernstadt Vienenburg mit Beginn der neuen Wahlperiode zum 1. November 2011 Ortsvorsteherinnen oder Ortsvorsteher einzusetzen.[5] Als dieser amtiert seitdem Gerd Schäfer.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Weddingen beschloss am 6. Dezember 1960 das nachstehend beschriebene Wappen, das der Verwaltungspräsident in Braunschweig am 13. März 1961 genehmigte.[6]

„Im schwarz-golden gevierten Schild ein schwebendes Tatzenkreuz in verwechselten Farben.“

Der Deutsche Orden verlegte im 13. Jahrhundert seinen Komturhof von Goslar nach Weddingen. Ordenszeichen des Deutschen Ordens war ein schlichtes schwarzes Kreuz auf weißem Grund, was in späteren Zeiten mit verbreiterten Enden gezeichnet wurde. Das bezeichnet man als Tatzenkreuz. Schwarz-Gold sind die Stadtfarben von Goslar.[6]

Töchter, Söhne, Auswanderer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Orden trug früh in der Gegend zum Fortgehen von Weddinger Untertanen bei, ein Zeugnis ist das Ziehen einer Familie Wedin[7], die nach ihrem Herkunftsort Weddin(gen) benannt wurden. Sie zogen, womöglich in der Königspfalz Werla rekrutiert, in die von Heinrich dem Löwen christianisierten Orte ins Slawenland nach Peckatel in Mecklenburg-Strelitz. Die von Holstein waren sowohl in Immenrode als auch in Klein Vielen (Peckatel) Lehnherren. Ein See im heutigen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte der Wedensee, an einer strategischen Furt der Landhemme die „Isen Port“, wurde nach der deutschen Schultzenfamilie Weden benannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Standortdaten & Statistik Stadt Goslar. Landkreis Goslar, 31. Dezember 2016, abgerufen am 3. Februar 2018.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 270.
  3. Geschichte. Weddingen – Ein Ort mit Geschichte. Seite des Ortsvorstehers. Abgerufen am 3. Februar 2018.
  4. Der Landkreis Goslar im Überblick - Zahlen, Daten, Fakten
  5. Weddingen: Der Ortsvorsteher
  6. a b Arnold Rabbow: „Braunschweigisches Wappenbuch“, Braunschweig 1977, S. 56f
  7. Webseite des Vereins für Computergenealogie e.V. (GenWiki), abgerufen am 17. Dezember 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]