Wedendorf

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Wedendorf
Koordinaten: 53° 46′ 29″ N, 11° 6′ 48″ O
Höhe: 47 m
Fläche: 11,3 km²
Einwohner: 270 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2011
Postleitzahl: 19217
Vorwahl: 038872
Wedendorf (Mecklenburg-Vorpommern)
Wedendorf

Lage von Wedendorf in Mecklenburg-Vorpommern

Wedendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Wedendorfersee im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Bis zum 1. Juli 2011 war der Ort eine eigenständige Gemeinde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Zentrum des Landkreises gelegene Ort Wedendorf ist 13 Kilometer von der Stadt Grevesmühlen, etwa 30 Kilometer von Lübeck und fünf Kilometer von der Kleinstadt Rehna entfernt. Das leicht hügelige Gebiet zwischen den Flüssen Radegast und Stepenitz erreicht etwa 75 m ü. NN. Der Wedendorfer See trennt Wedendorf vom Nachbarort Köchelstorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Wedendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut war von 1255 bis 1679 im Besitz der Familie von Bülow. 1679 erwarb Andreas Gottlieb von Bernstorff das Gut vom Rittmeister August von Bülow.

Zum Zeitpunkt des Erwerbes von Wedendorf war Andreas Gottlieb von Bernstorff Fürstlich-Braunschweigisch-Lüneburgischer Geheimer Rat, später Hannoverscher Minister und erster Leiter der Deutschen Kanzlei unter König Georg I. von England. 1715 erhielt er durch Kaiser Karl VI. die Freiherrnwürde.

1679 ließ er das Schloss bauen. Der Name des Baumeisters ist nicht überliefert, doch ein Aufriss (Bleistiftzeichnung) der Hoffront ist erhalten geblieben. Es war ein zweigeschossiger Bau mit dreigeschossigen Seitenflügeln und einem abgewalmten Mansarddach. Eine Freitreppe führte zum Hauptportal, das durch Pilaster und Segmentgiebel dekorativ betont war. Das Schloss liegt am Wedendorfer See, an dessen gegenüberliegendem Ufer Andreas Gottlieb 1690 das Dorf Groß Hundorf erworben hatte.[1]

Schloss Wedendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Wedendorf wurde bis 1810 für den preußischen Kammerherrn und Legationsrat Ernst Graf Bernstorff zu einem klassizistischen, dreigeschossigen Herrenhaus nach Plänen von Martin Friedrich Rabe umgebaut. Verändert wurden die Fassadengliederung und die Raumaufteilung.

Die Innenmalereien führte 1818 der italienische Kunstmaler Giuseppe Anselmo Pellicia aus.

Ein großes Interesse hatten die Grafenfamilien von Bernstorff an dem seit 150 Jahren gesammelten Bücherbestand in der im Wedendorfer Schloss vorhandenen Bibliothek. Waren es 1807 etwa 2500 Bände, 1840 waren schon 1700 Bände vorhanden und 1897 war der Bestand auf 6300 angewachsen. Sie wurden alle 1905 katalogisiert und sind in einem Bücherverzeichnis enthalten.[2] Zum Thema Landwirtschaft mit 1419 Buchtiteln standen immerhin 116 Werke der Baukunst gegenüber.

1931 musste von Bernstorff[3] den Besitz an die Mecklenburger Landgesellschaft verkaufen, die das Land aufsiedelte und das Herrenhaus an den Lübecker Kaufmann und Konsul Fritz Hagen, weiterveräußerte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss als Flüchtlingsunterkunft, dann als Zentralschule und 1977 übernahm der FDGB das Schloss als Schulungsstätte.

Der Umbau zu einem Hotel wurde 1996 vorgenommen.[4]

Gemeindefusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Wedendorf, zu der auch die Ortsteile Kasendorf (eingemeindet am 1. Juli 1950) und Kirch Grambow gehörten, ging durch eine Fusion mit Köchelstorf am 1. Juli 2011 in der neuen Gemeinde Wedendorfersee auf.[5]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbindungsstraßen führen von Wedendorf in die Kleinstadt Rehna, nach Gadebusch (10 km) und in die Stadt Grevesmühlen. Ab Rehna besteht Bahnanschluss (Bahnstrecke Schwerin–Rehna).

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Adamiak: Schlösser und Gärten in Mecklenburg Leipzig 1977 S. 290. Abb. 80.
  • Werner Graf von Bernstorff: Die Herren und Grafen v. Bernstorff. Eine Familiengeschichte. Celle 1982. (Privatdruck)
  • Eckhart Conze; Von deutschem Adel. Die Grafen von Bernstorff im zwanzigsten Jahrhundert. Stuttgart, München 2000.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Mecklenburg-Vorpommern. München, Berlin 2000 ISBN 3-422-03081-6 S. 671.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wedendorf bei gutshaeuser.de
  2. Reinhold Klingsporn: Bücher-Verzeichnis der Bibliothek des Grafen Andreas von Bernstorff auf Schloss Wedendorf bei Rehna in Mecklenburg-Schwerin. Berlin 1905.
  3. Daten von Bernstorff http://www.vonbernstorff.net/ahnen-suche
  4. Umbauten
  5. Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern, Statistisches Landesamt MV