Weenermoor

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Weenermoor
Stadt Weener
Wappen von Weenermoor
Koordinaten: 53° 11′ 41″ N, 7° 19′ 18″ O
Höhe: 0,4 m ü. NN
Fläche: 17,59 km²
Einwohner: 367 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 26826
Vorwahl: 04953
Karte
Karte des Rheiderlands
Weenermoorer Kirche
Weenermoorer Kirche
Ortseingangsschild

Weenermoor ist ein Ortsteil der Stadt Weener im ostfriesischen Rheiderland. Der Ort hat 388 Einwohner.

Lage und Gebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weenermoor ist eine Reihensiedlung. Sie liegt nordwestlich von Weener parallel zur A 31 auf leicht erhöht liegenden eiszeitlichen, wasserdurchlässigen Mineralböden (Podsol-Gley-Böden). Westlich des Ortes befinden sich ausgedehnte Hochmoorflächen, östlich davon mäßig fruchtbare, überschlickte Niederungsmoore. Zwischen Weenermoor und Weener lag das Weener Meer, ein heute verlandeter Binnensee.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätestens im 13. und 14. Jahrhundert (doch vermutlich viel früher) begann in Weenermoor die Urbarmachung und Besiedelung durch Aufstreckung. Die so entstandenen Grundstücke hatten eine Breite zwischen 35 und kapp 100 m und erreichten mit der Zeit eine Länge von bis zu vier Kilometern.[1] Erstmals wird der Ort 1428 als Weninghermoer urkundlich erwähnt. Ein zweiter Siedlungskern entwickelte sich im Overmoor. Über diesen ist wenig bekannt. Vermutet wird, dass der Name im Zusammenhang mit überschwemmten Gebieten steht.[2]

Aus dieser Zeit wurden östlich des heutigen Dorfkerns auf Warfen alte Hausplätze und der Kirchhof der heute wüst liegenden, mittelalterlichen Vorgängersiedlungen Weenermoors aus dem 13./14. Jahrhundert entdeckt. Diese Siedlung hatte große Probleme mit der Entwässerung, so dass sie in mehreren Schritten an den heutigen Standort verlegt wurde. Auch die Anhaltende Moorkultivierung trug zur Verlagerung des Dorfes in Richtung Westen bei. Nach und nach wurden im alten Dorfkern die Häuser abgebrochen und weiter westlich neu erbaut. Einige Einwohner blieben zurück. Die so entstandenen Höfe sind keine Aussiedlerhof. Sie werden noch heute Eenhus, Tweehusen und Dreehusen. genannt.[2] 1664 wuchsen so Overmoor und Weenigermoor zusammen. Doch bate man noch 1660 eine neue Kirche am Mittelweg, deren Standort wegen des Strohdaches Strohkarken genannt wurde. Der Friedhof diente im Frühjahr als Sammelplatz für Hollandsgänger. Im Jahre 1815 war die Kirche eingestürzt. Südwestlich ihres Standortes wurde 1824 die heutige Weenermoorer Kirche angelegt, womit die Verlegung des Dorfes abgeschlossen wurde. 1891 wurde Overmoor in Weenermoor eingemeindet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Ort eine für Ostfriesland durchschnittliche Zahl an Heimatvertriebenen auf.[1]

Am 1. Januar 1973 wurde Weenermoor in die Stadt Weener eingegliedert.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Weenermoor ist nicht mit der ehemaligen Gemeinde deckungsgleich.

Jahr Einwohnerzahl[1]
1823 572
1848 836
1871 797
1885 975
1905 1050
1925 1275
1933 1302
1946 1628
1950 1660
1956 1487
1961 1606
1970 1829
2009 367

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatkundlicher Arbeitskreises e. V. Weenermoor – Möhlenwarf – Sankt Georgiwold – Beschotenweg (Hrsg.): 10 Jahre Chronik des Heimatkundlichen Arbeitskreises e. V. Weenermoor – Möhlenwarf – Sankt Georgiwold – Beschotenweg, Selbstverlag, Weener 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Weenermoor, Gemeinde Bunde, Landkreis Leer (PDF; 645 kB), eingesehen am 3. Februar 2010.
  2. a b Heimatkundlicher Arbeitskreis e.V., Weenermoor-Möhlenwarf-St. Georgiwold-Beschotenweg: Die Ortschaften- Sankt Weenermoor, eingesehen am 3. Februar 2010.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 263.