Weg-Distel

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Weg-Distel
Weg-Distel (Carduus acanthoides)

Weg-Distel (Carduus acanthoides)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Ringdisteln (Carduus)
Art: Weg-Distel
Wissenschaftlicher Name
Carduus acanthoides
L.

Die Weg-Distel (Carduus acanthoides), auch Weg-Ringdistel und Bärenklauartige Distel genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütengewächse.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration.
Weg-Distel, Carduus acanthoides
Pappusunterseite: die Pappushaare sind zu einem Ring verwachsen, was der Gattung den deutschen Namen Ringdistel gab.
Früchte

Die Weg-Distel ist eine krautige zweijährige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimeter erreicht. Ihr Stängel ist dornig geflügelt und (fast) bis zur Spitze beblättert. Die herablaufenden Blätter sind tief fiederspaltig, grün, unterseits fast ganz kahl. Die Blattabschnitte besitzen 4 bis 7 Millimeter lange, derbe Dornen.

Die Blütenkörbchen stehen auf kurzen Blütenstandsschäften einzeln bis zu dritt, und weisen einen Durchmesser von 12 bis 25 Millimeter auf. Die Hülle ist eiförmig-kugelig und kaum behaart. Die mittleren Hüllblätter sind nicht eingeschnürt. Die Blütenkrone ist hellpurpurfarben. Die Blütezeit ist Juni bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weg-Distel ist ein zweijähriger Hemikryptophyt, eine Pionierpflanze und ein Kulturbegleiter. Sie wird von Bienen und Hummeln bestäubt. Ihre Früchte werden durch den Wind verbreitet.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weg-Distel ist ein gemäßigt-kontinentales (bis submediterranes) Florenelement, das von Mittel- über Osteuropa bis zum Kaukasus und Vorderasien sowie südlich bis Nordgriechenland vorkommt. Die Art fehlt in Südwesteuropa. In Skandinavien und England kommt sie nur synanthrop vor. Außerdem ist sie in Nordamerika, Neuseeland und Australien (und Argentinien?) eingeschleppt.

Die Weg-Distel kommt zerstreut in staudenreichen oder offenen Unkrautfluren, an Wegen, Schutt- und Verladeplätzen oder in Viehlägern vor. Sie wächst vorwiegend auf stickstoffreichen und meist basenreichen Boden in warmer Klimalage. Nach Ellenberg ist sie eine Volllichtpflanze, und eine Verbandscharakterart der Wärmebedürftigen Distelgesellschaften (Onopordion acanthii).[2]

Weg-Distel (Carduus acanthoides)

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Carduus acanthoides erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum.[3][4] Synonyme für Carduus acanthoides L. sind: Carduus camporum Boiss., Carduus fortior Klokov, Carduus martrinii Martrin-Donos, Carduus murfatlarii Nyár. & Prodan, Carduus polyacanthus Schreb., Carduus thessalus Boiss. & Heldr., Carduus velebiticus Borbás und Carduus medius subsp. martrinii (Martrin-Donos) Kazmi.[5]

Man kann die folgenden Unterarten unterscheiden[5]:

  • carduus acanthoides subsp. acanthoides
  • Carduus acanthoides subsp. sintenisii Kazmi: Sie kommt nur in der Türkei vor.[5]

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Weg-Distel bestehen bzw bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Bärenklaudistel (Schlesien), Dästel (Siebenbürgen), Diessel (Ostfriesland), Dizeln (Göttingen) und Stickel (Ostfriesland).[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen. Die Flora von Deutschland interaktiv. Sehen – Bestimmen – Wissen. Der Schlüssel zur Pflanzenwelt. CD-ROM, Version 2.0. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2004, ISBN 3-494-01368-3.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 6: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae): Valerianaceae bis Asteraceae. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1996, ISBN 3-8001-3343-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 963.
  2. Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht (= UTB für Wissenschaft. Große Reihe. Band 8104). 5. stark veränderte und verbesserte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1996, ISBN 3-8252-8104-3.
  3. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 821, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D821%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  4. Carduus acanthoides bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  5. a b c Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). Carduus acanthoides. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin ab 2006.
  6. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 80. (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weg-Distel (Carduus acanthoides) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien