Wega (Bad Wildungen)

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Wega
Koordinaten: 51° 7′ 55″ N, 9° 10′ 34″ O
Höhe: 188 m
Einwohner: 669 (31. Dez. 2018)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 34537
Vorwahl: 05621
Die Kirche in Wega

Wega ist ein Stadtteil von Bad Wildungen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 3 Kilometer östlich der Kernstadt Bad Wildungen am südlichen, rechten Ufer der Eder nahe der Einmündung der Wilde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Dorfplatz“ in der Ortsmitte von Wega, der 2006 als Außenprojekt der Landesgartenschau von Bad Wildungen angelegt wurde.

Der Ort wird 1209 erstmals urkundlich erwähnt, ist vermutlich jedoch wesentlich älter: bei Ausschachtarbeiten 1968 entdeckte Fundamentreste stammen aus der Zeit um 800.

Das älteste Gebäude des Dorfs ist der Wehrturm der Kirche mit seinem Chor aus dem 13. Jahrhundert. Das Kirchenschiff datiert aus dem 15./16. Jahrhundert.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort durch schwedische Truppen fast vollständig zerstört. Es wird berichtet, dass von 22 Hofstätten nur zwei Wohnhäuser und die Kirche verschont blieben. Die Zahl der Einwohner sank von etwa 120 auf unter 40 Personen. Danach stieg die Einwohnerzahl im 18. Jahrhundert wieder auf über 200.

1869 zerstörte ein verheerender Brand 22 Höfe; nur 18 Höfe und die Kirche blieben verschont. 1884 wurde die Eisenbahnstrecke WabernBad Wildungen mit dem Bahnhof Wega eröffnet. 1909 erhielt Wega sogar einen weiteren Bahnhof, „Wega Mühle“, mit dem Weiterbau der Eisenbahnstrecke von Bad Wildungen nach Korbach. Die Brücke über die Eder zwischen Wega und Wellen wurde 1894/95 durch den Industriellen Wilhelm Garvens erbaut.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs Wega durch Zuzug geflüchteter und vertriebener Menschen auf 528 Einwohner im Jahr 1949, von denen viele katholischen Glaubens waren. 1961 wurde für sie die St.-Bonifatius-Kirche geweiht. Diese Kirche wurde inzwischen abgerissen. Auf dem Gelände befindet sich nun ein Fachhandel für Landwirtschaftsfahrzeuge.

Am 31. Dezember 1970 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Wega im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Bad Wildungen eingegliedert.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegaer Industriewerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1939 bis 1945 befanden sich in Wega militärische Produktionsstätten der Henschel Flugmotorenbau G.m.b.H. (HFM). Im Mai 1950 übernahmen die Correcta-Werke (Korrekta)[3] diese, und man begann mit der Produktion von Schaumstoff- und Latexprodukten. Die Produktion wurde in den 1960er Jahren erweitert und erreichte eine Beschäftigtenzahl von über 800 Mitarbeitern. Nach mehreren Inhaberwechseln – unter anderem produzierte hier auch die Firma Metzler-Schaumstoffe[4] – wurde in den 1990er Jahren die Produktion an diesem Standort eingestellt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zur Eisenbahnstrecke Wabern−Bad Wildungen verläuft die B 253 südlich an Wega vorbei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wega (Bad Wildungen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Bad Wildungen in Zahlen, abgerufen am 8. Februar 2019
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408.
  3. Geschichte Correcta − und der Nachfolger (Memento vom 7. November 2008 im Internet Archive)
  4. Metzler Schaumstoffe (Memento vom 22. Oktober 2008 im Internet Archive)