Wehdel

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Wehdel
Gemeinde Schiffdorf
Wappen von Wehdel
Koordinaten: 53° 30′ 31″ N, 8° 48′ 18″ O
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 24,19 km²[1]
Einwohner: 2171 (30. Jun. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27619
Vorwahl: 04749
Wehdel (Niedersachsen)
Wehdel

Lage von Wehdel in Niedersachsen

Wehdel in der Gemeinde Schiffdorf
Wehdel in der Gemeinde Schiffdorf

Wehdel (niederdeutsch Wehdel) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Schiffdorf im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der an der Landesstraße 143 gelegene Ort verfügt über einen Bahnhof an der Bahnstrecke zwischen Bremerhaven und Buxtehude. Nördlich vom Ort liegt der Ortsteil Altluneberg, zu deren Kirchengemeinde Wehdel gehört. Im Süden befindet sich der Silbersee und das Laaschmoor.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Altluneberg
  • Wehdel (Hauptort)

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ringstedt
(Stadt Geestland)
Köhlen
(Stadt Geestland)
Sellstedt Nachbargemeinden Geestenseth
Donnern
(Einheitsgemeinde Loxstedt)
Heerstedt
(Einheitsgemeinde Beverstedt)
Wollingst
(Einheitsgemeinde Beverstedt)

(Quelle:[3])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehdel gehörte um 1500 zur Börde Beverstedt und war zur selben Zeit auch im gleichnamigen Kirchspiel eingepfarrt. Das Dorf gehörte um 1768 außerdem zum Beverstedter Gerichtsbezirk. Auch während der kurzen Franzosenzeit war Wehdel mit Beverstedt verbunden, weil der Ort der Kommune Ringstedt im Kanton Beverstedt zugeteilt wurde. Von 1851 bis 1859 bestand wiederum eine Zugehörigkeit zum Amt Beverstedt sowie von 1859 bis 1885 zum Amt Lehe. 1885 gehörte das Dorf zum Kreis Geestemünde und ab 1932 zum Landkreis Wesermünde beziehungsweise Cuxhaven. Die Landgemeinde Wehdel wurde im Jahr 1840 und die gleichnamige Gemarkung 36 Jahre später gebildet.

Der Ortsheimatpfleger ist Wolfgang Lehmann.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. April 1967 verlor die Gemeinde Altluneberg ihre politische Selbständigkeit und wurde ein Ortsteil der Gemeinde Wehdel.[5]

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen sollte die Kommune als eine Mitgliedsgemeinde selbständig bleiben und daher mit Frelsdorf, Köhlen, Wollingst und Geestenseth eine neue Samtgemeinde bilden, was aber wegen des mangelnden örtlichen Interesses ausblieb.[6] Daher wurde Wehdel zur Gebietsreform, die am 1. März 1974 stattfand, der neuen Einheitsgemeinde Schiffdorf zugeteilt und die gleichnamige Ortschaft gebildet.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 608 [8]
1925 742 [9]
1933 761
1939 822
1950 15050 [10]
1956 13980
Jahr Einwohner Quelle
1973 1671 [1]
2007 2201 [11]
2014 2195 [12]
2017 2200 [13]
2020 2171 [2]
0 0 0

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Wehdel setzt sich aus sieben Ratsmitgliedern (zwei Ratsfrauen und fünf Ratsherren) zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich zwei beratende Mitglieder (Gruppe Freie Bürger, Grüne).[14]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Wehdel ist Horst Schütte (Gruppe Freie Bürger). Seine Stellvertreter sind Dirk Holler (Gruppe Freie Bürger), Helga Anette Martens (Gruppe Freie Bürger) und Rudi Martens (SPD).[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Wehdel stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der im Landkreis Cuxhaven an die 80 Wappen entworfen hat.[15]

Wappen von Wehdel
Blasonierung:Gespalten, vorn in Silber ein halber grüner Eichenzweig mit Blättern und Frucht am Spalt, hinten in Rot ein silberner Schildfuß in Wellenschnitt, zweimal geteilt überhöht von einem silbernen Zinnenturm mit offenem Tor und schwarzem Fallgitter.“[15]
Wappenbegründung: Der Eichenzweig erinnert an die Deutung des Ortsnamens als Dorf am Walde, der Schildfuß in Wellenschnitt an den Silbersee und der Zinnenturm an die Sage von einem Schloss, das im Silbersee versunken ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine Linde
  • Eine Eiche
  • Zwei Findlinge

(Verordnungsdatum 2. Oktober 1995)

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angelsportverein Wehdel e. V.
  • DLRG – Ortsgruppe Wehdel
  • DRK – Ortsverein Wehdel
  • Förderkreis Wehdel e. V.
  • Förderverein „Lüttje Lüüd´s Nootstrump“ e. V.
  • Förderverein Oldenburger Haus e. V.
  • Förderverein Silbersee
  • Frauenchor Wehdel
  • Jagdgenossenschaft Wehdel
  • Karnevalverein „Hol Fast“ Wehdel e. V.
  • Musica Nova – Verein für sinfonische Blasmusik e. V.
  • Natur- und Umweltschutzverein Wehdel e. V.
  • Rassegeflügelzuchtverein Wehdel und Umgebung e. V.
  • Reservistenkameradschaft Wehdel
  • Schützenverein Altluneberg e. V.
  • Schützenverein Wehdel e. V.
  • Sinfonisches Blasorchester Wehdel
  • TSV Wehdel e. V.
  • Verein zur Förderung des Fußballsports in Wehdel

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehdel hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Udo von Soosten (1923–1986), Politiker (CDU) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Müller (1896–1966), Landwirt und Politiker (DP), kaufte ein Gut in Wehdel, das er als selbständiger Landwirt bewirtschaftete

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 21 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wehdel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 48, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 21. Juli 2020]).
  2. a b Geschichte von Wehdel. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. 30. Juni 2020, abgerufen am 21. Juli 2020.
  3. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. (Nicht mehr online verfügbar.) In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, archiviert vom Original am 11. Dezember 2019; abgerufen am 26. September 2020.
  4. Ortsheimatpflegerinnen und Ortsheimatpfleger. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. Abgerufen am 21. Juli 2020.
  5. Landtag Nordrhein-Westfalen – Interparlamentarische Arbeitsgemeinschaft (Hrsg.): Parlamentsspiegel. Band 10. Selbstverlag, Düsseldorf 1966, S. 142 (Digitalisat in der Google-Buchsuche [abgerufen am 24. Juli 2020]).
  6. Jürgen H. Th. Prieß: Landkreis Wesermünde. Kommunalpolitik + Wirtschaft. Stalling Verlag, Oldenburg 1973.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  8. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 21. Juli 2020.
  9. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde. (Siehe unter: Nr. 86; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 193 (Digitalisat).
  11. Informationen für Bürger und Gäste der Gemeinde Schiffdorf. (PDF; 5,2 MB) In: total-lokal.de. 31. März 2007, S. 10, abgerufen am 21. Juli 2020.
  12. Einwohnerzahl der Ortschaft Wehdel. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. 30. November 2014, archiviert vom Original am 1. Januar 2015; abgerufen am 21. Juli 2020.
  13. Einwohnerzahl der Ortschaft Wehdel. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. 31. Juli 2017, archiviert vom Original am 24. August 2017; abgerufen am 21. Juli 2020.
  14. a b Ortsrat Wehdel. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. Abgerufen am 21. Juli 2020.
  15. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.