Wehr (Eifel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Wehr
Wehr (Eifel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Wehr hervorgehoben
Koordinaten: 50° 25′ N, 7° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Brohltal
Höhe: 308 m ü. NHN
Fläche: 9,93 km2
Einwohner: 1148 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56653
Vorwahl: 02636
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 210
Adresse der Verbandsverwaltung: Kapellenstraße 12
56651 Niederzissen
Webpräsenz: www.wehr-brohltal.de
Ortsbürgermeister: Berthold Doll
Lage der Ortsgemeinde Wehr im Landkreis Ahrweiler
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Über dieses Bild

Wehr ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Brohltal an, die ihren Verwaltungssitz in Niederzissen hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Osteifel westlich des Laacher Sees. Zu Wehr gehören auch die Wohnplätze Steinbergerhof und Welschwiesenmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wehrer Talkessel wurden Überreste einer römischen Besiedlung gefunden, die aufgrund landwirtschaftlicher Nutzung aber nicht mehr rekonstruierbar sind. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 920. Das Dorf Wehr gehört seit der Gründung des Klosters Steinfeld um das Jahr 1069 bis 1073 zu dieser späteren Prämonstratenser-Abtei; bis zur Säkularisation um das Jahr 1800. Der Abt von Steinfeld war 900 Jahre lang „Land- und Lehnsherr“ zu Wehr, er übte die höhere und niedere Gerichtsbarkeit über das Dorf aus. Viermal im Jahr fand in Wehr ein Schöffengericht statt.

1603 begann eine Serie von Hexenprozessen, die mit Unterbrechungen bis in die Jahre 1609/10 andauerte. Siebtes Opfer der Hexenjagd in Wehr war Eva Mulner, die 1609 verbrannt wurde.[3] Vollstreckt wurde das Urteil am Werer gericht neben dem Galgen an dem alten Weg von Wehr nach Maria Laach nahe dem Schlader Busch.[4]

Nach der französischen Besetzung des Linken Rheinufers (1794) entstand der Kanton Wehr im Departement Rhein und Mosel, Arrondissement Bonn. Unter preußischer Verwaltung wurde Wehr 1815 eine Gemeinde, die der Bürgermeisterei Burgbrohl im Kreis Mayen zugeordnet war.

Am 9. März 1945 wurde Wehr von US-Truppen kampflos besetzt bzw. von West nach Ost durchquert.[5]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Wehr, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6][1]

Jahr Einwohner
1815 441
1835 786
1871 854
1905 976
1939 899
1950 1.014
Jahr Einwohner
1961 1.025
1970 1.078
1987 1.149
1997 1.224
2005 1.127
2015 1.148

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Wehr besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Schild gespalten und vorne geteilt. Oben in Blau über zwei silbernen Lilien ein goldener Stern. Unten in Rot schräggekreuzt silberner Abtsstab und silbernes Schwert. Hinten in Gold zwei schräggekreuzte rote Pfeile.“

Der Stern mit den beiden Lilien sind aus dem Wappen der Abtei Steinfeld entnommen, der Abtsstab und das Schwert sollen daran erinnern, dass der Abt von Steinfeld auch die weltliche Herrschaft und Gerichtsbarkeit ausübte, die beiden schräggekreuzten Pfeile sind die Attribute des Pfarrpatrons Potentinus. Bereits im Mittelalter führte Wehr diese Pfeile in seinem Siegel. Das Wappen wurde von Bruno Andre entworfen und am 7. Januar 1982 von der Bezirksregierung Koblenz genehmigt.

Pfarrkirche St. Potentinus in Wehr

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche St. Potentinus mit frühbarocker Altargruppe. Die Kirche ist eine kreuzgewölbte einschiffige Anlage von 1702 mit vollständig erhaltener, für die Region ungewöhnlich reicher barocker Ausstattung. Der Westturm ist in Tuffsteinquaderung von 1220/40.
  • Die Kellerei des Klosters Steinfeld ist ein zweigeschossiger, überaus stattlicher Bau von 1730 aus wechselnden Schichten von hellem und dunklem Tuff, hohem Mansarddach und zweiläufiger Freitreppe.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Wehr

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wehrer Talkessel befindet sich das größte Kohlensäurevorkommen Europas. Die Quellen werden industriell genutzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Andre: Die Pfarrkirche St. Potentinus in Wehr. Wehr 1997
  • Bruno Andre: Die Juden in Wehr 1577–1942. Wehr 2001
  • Bruno Andre: Das Dorf Wehr am Ende der 900-jährigen Steinfelder Epoche. Wehr 1979
  • Bruno Andre: Das Dorf Wehr II. Wehr 1986, S. 153f.
  • Gerhard Knoll: Eva Mulner – die Hexe von Wehr

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wehr (Eifel) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, S. 7 (PDF; 2,3 MB)
  3. Gerhard Knoll: Eva Mulner – die Hexe von Wehr, in: http://www.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb2005/hjb2005.41.htm
  4. B. Andre: Das Dorf Wehr II. Wehr 1986, S. 153f.
  5. www.wehr.brohltal.de
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen