Weißöl

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Flasche mit Weißöl (engl. "mineral oil"), auch Paraffinöl genannt, als Abführmittel und zur Hautpflege, entsprechend einer Feuchtigkeitscreme (engl. "skin moisturizer").

Weißöle sind Paraffinöle und gehören je nach Herstellungsverfahren zu den Mineralölen oder den Synthetischen Ölen; man unterscheidet ferner zwischen den technischen und (besonders hochwertigen) medizinischen Weißölen.

Technische Weißöle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sicherheitshinweise
Name
  • Paraffinöl
  • Mineralöl
  • Weißöl
CAS-Nummer

8012-95-1

EG-Nummer

232-384-2

ECHA-InfoCard

100.029.438

GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 304
P: 301+310​‐​331​‐​405​‐​501 [1]

Technische Weißöle unterschiedlicher Viskosität werden häufig nach ihrem Einsatzzweck vermarktet, z. B. als Nähmaschinenöl, Fahrradöl, Pflegeöl, Feinmechanikeröl, Bohr- und Schneidöl und werden als Schmierstoffe, Waffenöl oder Möbelpolitur verwendet. Sie sind sehr stabil gegenüber Umwelteinflüssen, werden nicht ranzig und verharzen nicht. Technische Weißöle sind oft nur einmal hydriert und können noch Spuren aromatischer Kohlenwasserstoffverbindungen enthalten, die krebserregend sind. Technische Weißöle können einen leichten Geruch aufweisen und sind nahezu wasserklar mit einem leichten Gelbstich. Weißöl verdunstet langsam ohne Rückstände zu hinterlassen, muss also regelmäßig erneuert werden.

Holzpflegemittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißöle bilden oft die Grundlage von Möbelpolituren. Weißöl wandert durch sein gutes Kriechverhalten in kleinste Fehlstellen hinein. Bei Kratzern, Flecken und Oberflächenporösitäten in farblos lackierten Flächen beeinflusst dies die Lichtbrechung, so dass diese weniger auffallen.

Paraffinöl wird auch zur Behandlung von rohem Holz angeboten und schützt dieses vor Feuchtigkeit und der Bildung von Flecken. Im Gegensatz zu trocknenden Ölen kann es jedoch unter üblichen Einsatzbedingungen nicht aushärten (d. h. polymerisieren bzw. oxidieren) und lagert sich unverändert im Holz ein. Diese Eigenschaft hat den Vorteil, dass es jederzeit ohne weitere Vorbehandlung nachgeölt werden kann und dass auch beanspruchte Holzoberflächen ein gleichmäßiges Erscheinungsbild behalten, weil das Öl in begrenztem Maße in der Lage ist, sich immer wieder im Holz zu verteilen. An exponierten Stellen im Außenbereich hat es keine dauerhafte Holzschutz-Wirkung, da es von der Witterung ausgewaschen wird. Vor einer nachfolgenden Behandlung des Holzes mit dauerhafteren Holzschutzmitteln wie Leinöl, Tungöl, Wachsen und Lacken sollte das Paraffinöl mit Lösungsmittel aus den oberflächennahen Schichten gewaschen werden, da es sonst als Trennmittel wirkt. Insbesondere die Haftung von wasserverdünnbaren Farben wie Acryllacken wird durch nicht-trocknende Öle behindert.

Medizinische Weißöle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sicherheitshinweise
Name
  • Weißöle nach DAB
  • Paraffinöle nach DAB
  • Weißes Mineralöl (Erdöl)
CAS-Nummer

8042-47-5

EG-Nummer

232-455-8

ECHA-InfoCard

100.029.500

GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 304
P: 301+310​‐​331 [2]

Weißöle in medizinischer Qualität (Paraffinum liquidum)[3] werden in der Pharmazie oder Kosmetik eingesetzt und müssen sehr hohe Anforderungen an Reinheit und Verträglichkeit erfüllen. Diese medizinischen Weißöle sind farblos, geruchs- und geschmacksfrei; sie enthalten keine Aromaten und keine Schwefelverbindungen mehr. Häufig wird angenommen, dass Weißöl vom Körper in gleicher Form wieder ausgeschieden wird, wie es eingenommen wurde. Es gibt jedoch Bedenken gegen die Einnahme und die regelmäßige Verwendung auf der Haut, da es ein körperfremder Stoff ist und sich möglicherweise in inneren Organen anlagern könnte.

Siehe auch: Gesundheitliche Aspekte von Paraffin

Aufgrund ihrer Unschädlichkeit für den Menschen können diese Weißöle auch in der Lebensmittelindustrie verwendet werden, hier als Produktionsöle für Kunststoffe, die lebensmittelecht sein müssen. Weißöl wird auch als Bestandteil von Winterspritzmitteln im Pflanzenschutz sowie bei der Herstellung von Schnupftabaken verwendet.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe J. Möller, Jamil Nassar: Schmierstoffe im Betrieb. Band 2, 2. Auflage, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 2002, ISBN 978-3-642-62620-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag zu Paraffinöl in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. August 2020 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Eintrag zu Weißöle nach DAB in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. August 2020 (JavaScript erforderlich).
  3. Europäisches Arzneibuch, 3. Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-7692-2186-9, Seiten 1442–1443.
  4. Pflanzenschutzmittel, Wirkstoffe: Paraffinöl, Mineralöl-Emulsionen. Datenblatt beim Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen.